Jonglage, Zauberei, Pantomime, Comedy So war das Kleine Fest im Schlosspark in Sögel


Sögel. Die Veranstalter des „Kleinen Fest im großen Park“ am Schloss Clemenswerth in Sögel sind echte Glückspilze, zumindest, wenn es um das Wetter geht: Wie bereits 2015 und 2016 ging das beliebte Kleinkunstfestival am Samstagabend regenfrei und bei angenehmen Temperaturen über die Bühne. Das Programm hielt wieder einmal für alle Geschmäcker etwas bereit.

Der „Mind-Hacker“ nennt Yann Yuro seine Show. Der Leipziger ist Gedankenleser und Zauberer und ist amtierender deutscher Meister der Mentalmagie. Er zeigte eine Show, die eine durchaus schmerzhafte Sache hätte werden können. Er ließ nämlich von Hilke, einem jungen Mädchen aus dem Publikum, einen mit einem großen Nagel gespicktes Muffin unter einen von fünf Plastikbechern verstecken. Nach und nach haute er diese dann, nachdem er die Gedanken des Mädchens gelesen und ein wenig Theatralik an den Tag gelegt hatte, mit der flachen Hand platt. Es ging gut, genauso wie die verrückten Rechenaufgaben, die er mit Hilfe des Publikums löste. Begeisterung unter den Zuschauern, die sogar Zugaben einforderten.

(Weiterlesen: Zum Nachlesen: So war das „Kleine Fest“ am Schloss in Sögel)

Ähnlich wie Yann Yuro, präsentierte auch Zauberer Chalie Caper nicht unbedingt Weltneuheiten. Seine Show „Ein bisschen Niveau“ besteht aus Kartentricks, ein „verzaubertes“ Portmonee, das schräge Sachen macht, oder Münzen, die plötzlich hinter Kinderohren verschwinden und wieder auftauchen. Dennoch sind solche Tricks immer wieder faszinierend und unterhalten das Publikum prächtig. „Hä, wie hat er das jetzt wieder gemacht“, sagt eine Zuschauerin. Und wenn der Kölner Kabarettist Johannes Flöck sich über einen Sprachfehler lustig macht, Anekdoten aus seinem Liebesleben zum Besten gibt oder Details über aus den Fugen geratene Alkoholexzesse („Alkohol löst keine Probleme. Wasser aber auch nicht“), hat man derartiges irgendwo schon einmal gehört. Zum Lachen bringen sie trotzdem immer wieder alle. Wohl auch, weil hier echte Profis auf der Bühne stehen, die ihr Handwerk verstehe.

Flamenco-Gruppe aus Spanien

Eine der weitesten Anreisen hatte die Grupo Semilla mit ihrer Sentimientos Flamenco-Show. Die Gruppe stammt tatsächlich aus Spanien. In der Anmoderation hieß es, die Gruppe hatte sich am Vormittag noch in Spanien aufgehalten – bei 42 Grad im Schatten. Angesichts der eigentlich für deutsche Verhältnisse milden 20 Grad im Emsland tatsächlich ein Temperatursturz. Mit „Ole, Espana“ der Zuschauer wurde die Gruppe auf die Bühne gerufen.

(Weiterlesen: Kleines Fest im Großen Park 2017 in Sögel mit zwei weiteren Bühnen)

„Zirkus Jukebok“ sind die fünf Künstler Fanzini aus Irland. Jede kleine Show heute Abend ist anders, ganz wie bei einer richtigen Jukebox, heißt es in der Anmoderation. Das Publikum wird mit eingebunden, so wie in diesem Fall bei einer Superman-Parodie. Eine großartige Mischung aus Musik und Comedy mit tollen Stimmen zeigten Scott Nelson (USA) und Muriel Brugmann (Niederlande). „Mrs. Brownie, die Jazz- und Soul-Diva“ ist eine etwas in die Jahre gekommene alte (Handpuppen-)Dame, die ab und zu einmal Luft holen muss, um Gesangspassagen ohne Schnappatmung zu meistern. Muriel Brugmann spielt die Diva mit ganz viel Charme, Witz und starker musikalischer Kunst.

Mitmachcircus und Einradkunst bei Kindern beliebt

Viele Fans im Kindesalter hatte natürlich der Mitmachcircus und das stilechte Zelt samt „Manege“, in und vor dem die jüngsten Besucher nach Herzenslust jonglieren und balancieren konnte. Ebenfalls dem jungen Publikum gefiel Klaus Lang alias Arthur. Er stammt aus Berlin und zeigte einer Show aus Artistik, Komik und Jonglage, und das auf einem Einrad und mit Feuerelementen. Sogar Zugaben wurden eingefordert. Der Einrad-Künstler gehörte auch zu den Lieblingskünstlern der Familien Terhorst aus Meppen und Voss-Dust aus Lingen-Brögbern. Sie waren mit vier Erwachsenen und sechs Kindern vor Ort. Nicht zum ersten Mal hatten sie Losglück, ein Ticket zu ergattern, wie sie erzählen. Ida Terhorst feiert sogar ihren 8. Geburtstag auf dem Fest.

Das Kleine Fest wäre nicht das Kleine Fest, wenn es zum großen Abschluss nicht wieder ein fast halbstündiges Feuerwerk zu klassischer Musik gegeben hätte.

(Rückblick auf das „Kleine Fest“ in Sögel im Jahr 2016)


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