Wigbers weist Kritik zurück UWG stellt Friedhofswald-Bedarf in Sögel infrage

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Spahnharrenstätte/Sögel. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Spahnharrenstätte übt Kritik an der Informationspolitik der Samtgemeinde (SG) Sögel bei der Diskussion um die Errichtung eines Friedhofswaldes. SG-Bürgermeister Günter Wigbers (CDU) weist diese zurück.

Auf der eigenen Facebook-Seite im Internet stellt die UWG Vermutungen an, dass es bei der Diskussionen nicht mehr in erster Linie um die Schaffung einer alternativen Bestattungsform, sondern um das Geschäftsinteresse der Waldeigentümerin, der Arenberg-Meppen GmbH, gehe. Die UWG bezieht sich dabei auf eine Berichterstattung unserer Zeitung Mitte Juni, die eine Besichtigung mehrerer potenzieller Friedhofswald-Standorte des SG-Rates beinhaltete.

Nach UWG-Informationen seien lediglich zwei Standorte besichtigt worden, die beide der Arenberg-Meppen GmbH gehören sollen. „Erstaunlich“ sei für die Fraktion, dass zwei Mitarbeiter der gemeinnützigen Forst- und Grundbesitzverwaltung mit dabei gewesen seien. „Gibt es in Sögel keine anderen Waldbesitzer, bestenfalls die Gemeinde Sögel selbst?“, fragt die UWG. In Meppen sei man „heilfroh, dass der dortige Friedhofswald Roheide sich im Eigentum der Stadt befindet und man dort ohne Investor und in Eigenregie planen kann.“

Wählergemeinschaft sieht finanzielles Risiko

Darüber hinaus hinterfragt die UWG generell den Bedarf eines Friedhofswaldes in der SG Sögel. Seitens der Verwaltungsspitze werde ständig erklärt, dass die Nachfrage immer größer werde. Für die Fraktion nicht nachvollziehbar. „Welches Zahlenwerk liegt dem Samtgemeindebürgermeister vor, das der Bürger bisher nicht kennt?“ Aufgrund der Nähe zum Meppener Friedhofswald berge ein identisches Angebot in der SG Sögel erhebliche finanzielle Risiken. „Wer trägt dieses Risiko, der Steuerzahler?“, fragt die UWG abschließend.

SG-Bürgermeister sieht Entscheidung voraussichtlich im August

Samtgemeindebürgermeister Wigbers reagiert sachlich auf die Kritik, die er entschieden zurückweist. „Alle aufgeworfenen Fragen sind in der öffentlichen Bürgerversammlung am 20. März ausführlich erörtert worden. Daran hat die UWG Spahnharrenstätte leider nicht teilgenommen. Auch durch ständiges Wiederholen gewinnen die von der UWG geäußerten Mutmaßungen nicht an Wahrheitsgehalt. Der Samtgemeinderat wird im August öffentlich beraten und voraussichtlich auch entscheiden. Diesen Beratungen habe ich nicht vorzugreifen“, teilt Wigbers auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Wandel in der Bestattungskultur

Seit mehr als einem Jahr wird in der Samtgemeinde über einen Friedhofswald debattiert. Damit möchte die SG auf Veränderungen in der Bestattungskultur reagieren. Aufgrund des Wandels werde Wigbers zufolge in Sögel die Nachfrage nach diesem Angebot immer größer. Dass der Wunsch danach besteht, wurde auch während einer öffentlichen Informationsveranstaltung mit mehr als 200 Interessierten im März deutlich.

„Keine Konkurrenz zu bestehenden Friedhöfen“

Gegen die Einrichtung eines Friedhofswaldes im Spahner Südholz votieren die UWG-Fraktion im Spahnharrenstätter Gemeinderat sowie die Hümmlinger Pfarreiengemeinschaft. Die Kirche plädiert für eine Fläche innerhalb der Gemeinde Sögel. „Um die Existenz der kleineren Friedhöfe in der Samtgemeinde nicht zu gefährden, schlagen wir vor, einen kommunalen Waldfriedhof in der größten SG-Gemeinde, also in Sögel, zu errichten“, sagte Pfarrer Bernhard Horstmann auf Anfrage im März. Generell sehe er das Bedürfnis nach einem solchen Angebot der alternativen Bestattungsmöglichkeit, „aber nicht in den kleineren Dörfern.“

Während der Infoveranstaltung machte Wigbers deutlich, dass ein Friedhofswald keine Konkurrenz zu den bestehenden Friedhöfen darstelle. Es sei vielmehr eine Ergänzung.


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