Wigbers lobt gutes Netzwerk Zahl der Flüchtlinge in der Samtgemeinde Sögel sinkt

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Seit Anfang 2016 ist Ammar Dawood (links) als Flüchtlingsbeauftragter der Samtgemeinde (SG) Sögel im Einsatz. Das Foto zeigt ihn mit SG-Bürgermeister Günter Wigbers. Archivfoto: Samtgemeinde SögelSeit Anfang 2016 ist Ammar Dawood (links) als Flüchtlingsbeauftragter der Samtgemeinde (SG) Sögel im Einsatz. Das Foto zeigt ihn mit SG-Bürgermeister Günter Wigbers. Archivfoto: Samtgemeinde Sögel

Sögel. 232 Flüchtlinge leben aktuell in der Samtgemeinde (SG) Sögel. Wie Flüchtlingsbeauftragter Ammar Dawood während der jüngsten Sitzung des SG-Rates mitteilte, hat sich die Situation weiter entspannt.

„Die Strukturen werden immer besser und damit auch das Miteinander“, so Dawood. Seit Anfang 2016 bekleidet er das Amt des Flüchtlingsbeauftragten. Der aus Aleppo in Syrien stammende Dawood lobte die Arbeit seines Vorgängers. „Johannes Brachem hat hier tolles geleistet und mir den Anfang leicht gemacht.“ Nach seinen Worten leben aktuell 232 Flüchtlinge in der SG. Im Herbst letzten Jahres waren es noch 265. Von den 232 haben 125 den Status eines Asylbewerbers, 107 sind anerkannte Flüchtlinge. Die Meisten kommen Dawood zufolge aus Afghanistan (90), Syrien (60) und dem Irak (42). Mit 150 Flüchtlingen hat die Altersschicht bis 25 Jahren den mit Abstand größten Anteil. Direkt in Sögel leben 144 Flüchtlinge. In Börger sind es 62, in Werpeloh 24 und in Stavern 2.

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Seine Hauptaufgabe sieht Dawood in der Betreuung der Flüchtlinge. „Unser Willkommensbüro dient als zentraler Ort, wo alles zusammen kommt.“ Ob Schul- oder Kindergartenanmeldung, Arztbesuche oder die Kontaktaufnahme zu Behörden – die Arbeit sei vielfältig. Unterstützt wird er dabei von rund 50 ehrenamtlichen Helfern im SG-Gebiet. Auch Organisationen wie die Caritas, der Marstall Clemenswerth, die Kolpingsfamilie und das A+W Bildungszentrum leisten Unterstützung. Wie A+W-Geschäftsführerin Mechthild Hinrichs während der Sitzung mitteilte, übernehme ihre Einrichtung hauptsächlich administrative Aufgaben. Auch regelmäßige Besuche in den Unterkünften oder das Organisieren von Ehrenamtstreffen gehören nach ihren Worten dazu.

Tagesstruktur vorrangiges Ziel

Aktuell stehen Hinrichs zufolge zahlreiche Flüchtlinge auf der Warteliste für einen Integrationskurs. An Deutschkursen nehmen derzeit 63 Menschen teil. Neun haben nach ihren Angaben eine Vollbeschäftigung und demnach eine Arbeitserlaubnis. „Wir versuchen, für jeden ein Angebot zu schaffen. Es ist ganz wichtig, dass die Flüchtlinge möglichst schnell eine Tagesstruktur haben“, so Hinrichs.

Derzeitige Angebote in der Flüchtlingsarbeit sind nach ihren Worten der Treffpunkt „Moin“ an jedem letzten Freitag im Monat um 16.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Jakobus. „Außer dem allgemeinen Austausch steht dort auch immer ein Fachthema auf dem Programm“, erklärte Hinrichs. Sie wies zudem auf die Fahrradwerkstatt hin, die an jedem zweiten Montag im Monat im ehemaligen Kindergarten am Markt stattfindet.

„Nicht alles Gold, was glänzt“

Hinrichs nutzte die Ratssitzung auch als Gelegenheit für einen Appell: „Nicht nur die Flüchtlinge sind angehalten, sich bei Fragen bei uns zu melden. Auch Sie als politische Vertreter sollen Kontakt aufnehmen, wenn es mal Irritationen geben sollte.“

SG-Bürgermeister Günter Wigbers (CDU) lobte das gute Netzwerk in der Samtgemeinde. „Dadurch können wir frühzeitig Entwicklungen erkennen und bei Bedarf gegensteuern.“ Natürlich ist nach seinen Worten nicht alles Gold, was glänzt. „Es wäre ja auch seltsam, wenn es so wäre“, sagte Wigbers. Die SG können aber auf ein Team zurückgreifen, dass mögliche Probleme bewältigen könne. Reinhard Timpker, Vorsitzender der CDU/FDP/WL-Gruppe lobte, das bei der Flüchtlingsarbeit in der Samtgemeinde sowohl gefördert als auch gefordert werde.


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