„Erhalten wir St. Jakobus“ Sögeler Kirche steht umfassende Sanierung bevor

Von Christian Belling


Sögel. Die Sögeler St.-Jakobus-Kirche soll zum 150. Weihetag im Juni 2021 in neuem Glanz erstrahlen. Auf dem Weg dahin steht aber noch eine umfassende Sanierung sowohl im Außenbereich als auch im Inneren des Gotteshauses.

Dass etwas an der im Jahr 1871 erbauten Kirche in der Ortsmitte passiert, ist bereits seit gut zwei Wochen sichtbar. Ein Gerüst am Turm belegt den Auftakt der Arbeiten. „Aktuell werden Fugen rausgeflext und schadhafte Steine ersetzt“, erklärt Pfarrer Bernhard Horstmann. Die Turmsanierung bildet den Auftakt der Sanierung, die in drei Abschnitten geplant ist.

Zustand an Turm und Kirchenfassade „gravierend schadhaft“

Nach Angaben der Kirchengemeinde beherbergt der Turm von St. Jakobus das älteste und größte Geläut des Hümmlings. Die Angelusglocke ist datiert um 1280, die anderen drei Glocken stammen aus den Jahren 1516/1517. Wie die Kirche weiter mitteilt, ist der Zustand der Fugen des Turmes und der Kirchenfassade so „gravierend schadhaft“, dass durch Moos- und Birkenbewuchs Feuchtigkeit in die Wände eindringt und durch Frostschäden Segmente aus der Fassade herausgesprengt werden. Zudem sei das Dach an der Sakristei so marode, dass Regenwasser ungehindert durch faustgroße Löcher in das Gebälk des Daches fließt und die tragende Holzkonstruktion vermodert. Nach Ansicht des Pfarrers muss das Sakristeidach noch in diesem Jahr dringend saniert werden. „Die Arbeiten am Turm stellen die meiste Arbeit dar“, so Horstmann. Die umfassende Turm-, Fassaden- und Dachsanierung soll in diesem Jahr über die Bühne gehen. Dabei nehme allein die Verfugung des Turmes 125 Tage in Anspruch. Horstmann: „Erst wenn das Kirchengebäude saniert ist, können wir an die Innensanierung gehen.“ Die Kosten der Turmsanierung werden mit rund 380.000 Euro veranschlagt. Davon müsse die Kirchengemeinde etwa 80.000 Euro aufbringen. Der Rest werde vom Bistum sowie über Zuschüsse finanziert.

Taufbrunnen aus dem Jahr 840 soll restauriert werden

Den Arbeiten im Außenbereich soll sich die Innensanierung anschließen. Für diese sind Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro vorgesehen, wovon die Kirchengemeinde 250.000 Euro aufbringen muss. „Die letzte Innensanierung fand 1987 statt. Heute ist der Kirchenraum sehr verschmutzt“, so Horstmann. Nach seinen Worten müssen die zwischen 1910 und 1912 eingesetzten Fenster in den Seitenschiffen und im Querschiff innen und außen gereinigt werden. Zudem soll die elektrische Verkabelung auf den neuesten Stand gebracht werden und die Ausmalung der Kirchenwände aufgehellt. Darüber hinaus soll die Heizung optimiert und die Kirchenbänke mit neuen Sitzkissen und gepolsterten Kniebänken versehen werden. Auch der Taufbrunnen aus dem Jahre 840 erhält eine Restaurierung.

Hohe Kosten durch Größe der Kirche

„Darüber hinaus wollen wir auch ein neues Lichtkonzept installieren“, berichtet Horstmann. Die Beleuchtung des Kirchenraumes werde so gestaltet, dass das Gewölbe angestrahlt wird. Zudem sollen Altarraum, Tabernakel, Taufbrunnen und die historischen Figuren durch Punktstrahler hervorgehoben werden. Auch Wasserschäden müssen der Kirche zufolge repariert werden. Horstmann: „Die denkmalgeschützte St.-Jakobus-Kirche ist eine der größten und ältesten Kirchen auf dem Hümmling. Das freut uns, aber durch ihre Größe sind die Kosten auch dementsprechend hoch.“

Neue Orgel soll 2020 kommen

Abgeschlossen werden soll die Sanierung durch den Einbau einer neuen Orgel. Wie die Kirche mitteilt, habe man historisches Pfeifenmaterial aus dem Jahr 1895 aus einer aufgegebenen anglikanischen Kirche aus England erworben. Dieses Pfeifenmaterial sei nun eingelagert. Die Pfeifen und die mechanische Traktur müssen dem Pfarrer zufolge in langwierigen handwerklichen Arbeiten auf den Orgelboden eingebaut und auf den Kirchenraum angepasst werden. Diese Maßnahme ist für 2020 vorgesehen und wird der Kirchengemeinde rund 100.000 Euro kosten.

Spenden erwünscht

Alleine wird die Kirchengemeinde die umfassende Sanierung allerdings nicht stemmen können. Unter dem Motto „Erhalten wir St. Jakobus“ bittet sie um Spenden für die Vorhaben. Im Mai möchte die Kirche in einem Brief über verschiedene Möglichkeiten einer Spende sowie die detaillierten Pläne informieren.

Der reguläre Kirchenbetrieb wird laut Pfarrer Horstmann durch die geplante Sanierung nicht beeinträchtigt. „Ob Weihnachten, Ostern, Taufen oder Hochzeiten: Alles findet weiter statt.“


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