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Ein patronymischer Familienname aus dem Emsland Behnen war der Sohn von Behne

Von Winfried Breidbach

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Sögel. Leserin Anne Behnen aus Sögel hat keine Theorie, wie ihr Familienname entstand. Der Name Behnen wird von rund 650 Personen getragen, die überwiegend zwischen nördlichem Niederrhein und Ostfriesland ansässig sind. Das stärkste Zentrum von Behnen ist im Landkreis Emsland festzustellen.

Deutlich seltener sind die gleich ausgesprochenen, aber abweichend geschriebenen Namen Beenen und Benen. Diese Namensformen finden sich auch in den Niederlanden, wo Beenen mit etwa 1200 Namensträgern recht häufig ist.

Formal handelt es sich bei Behnen um den Genitiv des Namens Behne, gebildet als „schwacher“ Genitiv mit -n wie Nolden zu Nolde oder Heinen zu Heine. Wie bei Behnen gibt es auch bei Behne drei Schreibvarianten (Behne, Beene, Bene). Die Bedeutung von Behnen ist als „Sohn von Behne“ zu bestimmen.

Die Namen Behnen und Behne können ohne historische Informationen nicht gedeutet werden. Zugrunde liegt eine der zahlreichen Formen, die vom altdeutschen Rufnamen Bernhard ausgegangen sind. Bernhard enthält die Namenwörter „berin“ (Bär) und „hard“ (hart, kräftig, kühn).

Durch Zusammenziehung wurde aus Bernhard im gesamten deutschen Sprachgebiet der Kurzname Bernd entwickelt, der bis heute als Vorname gebräuchlich ist. Daneben wurde für Bernhard auch ein Kurzname Berno verwendet, der durch Angleichung von -r-n- zu -n-n- schon früh zu Benno umgestaltet wurde.

Diese neue Kurzform Benno, die den Konsonanten r des ursprünglichen Namenelementes Berin nicht mehr enthielt, wurde im niederdeutschen Sprachgebiet Grundlage von zahlreichen Namensformen. Fast unverändert ist Benno in den Familiennamen Benne und Benn erhalten, dazu gehört der Genitivname Bennen.

Häufig wurden Koseformen mit dem namenbildenden Element („Suffix“) -iko gebildet, hierauf gehen die heutigen Nachnamen Bennicke, Bennick, Bennecke, Benneke, Benneck, Bennik u.a. zurück. Bei einer zweiten, größeren Gruppe von Namen wurde der Kurzvokal e der ersten Silbe von Benno zum Langvokal ê gedehnt, so entstanden die Namensformen Bene, Behne, Beene, verkürzt Behn.

Drei ältere Belege für den Genitivnamen zu Behne/Benne sind „Hennigh Benen“ (1452 in Neuhaldensleben), „Elzeke Bennen“ (1482 in Coesfeld) und „Johann Behnen“ (1515 in Dorsten).

Zu Behne wurden ebenfalls -k-Kosenamen gebildet, dazu gehören die heutigen Familiennamen Beenecke, Behnecke, Behneke, Behnke, Bähnke, Benecke, Beneke, Behnicke, Benicke, Behnick, Beencke, Beenke, Behncke, Beenck, Beenk, Behnck, Behnk, Bähnk, Bähnck und andere mehr. Ein sehr alter Beleg zu diesen Familiennamen ist „Johannes Beneke“ (1340 in Goslar).

Im Internet finden Sie alle Familiennamen, die Dr. Breidbach schon im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat: www.noz.de/namen

Namensvorschläge bitte an namensforscher@noz.de

Gutachten: www.ifn.name


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