Sigiltrastraße scheidet aus Edeka sieht Zukunft in Sögel am Marktplatz

Den Edeka-Markt zieht es nach Aussage der Lebensmittelkette von der Sigiltrastraße in Sögel weg. Foto: Gerd SchadeDen Edeka-Markt zieht es nach Aussage der Lebensmittelkette von der Sigiltrastraße in Sögel weg. Foto: Gerd Schade

Sögel. In der Diskussion um ein geplantes Fachmarktzentrum an der Sigiltrastraße in Sögel, meldet sich jetzt Edeka zu Wort. Wie die Lebensmittelkette mitteilt, sieht sie am derzeitigen Standort keine Zukunftsperspektive.

„Vor einiger Zeit hat unser Investor mit unserer Zusage, am Marktplatz in Sögel künftig nicht nur einen Verbraucher-, sondern auch einen Elektromarkt zu betreiben, neue Verhandlungen mit der Kirche und der Gemeinde aufgenommen. Diese sind jetzt in der Endphase“, teilt der Konzern auf Anfrage unserer Redaktion mit. Sögels Gemeindedirektor Günter Wigbers bestätigt dies. „Die Notarverträge sind formuliert.“ Aus Edeka-Sicht sei der Marktplatz in der Ortsmitte der einzig entwicklungsfähige und wirtschaftlich darstellbare Standort für einen Markt. „Aus unserer Sicht macht er dort auch städtebaulich Sinn“, heißt es aus der Pressestelle.

Gescheiterte Verhandlungen

Überlegungen, einen Neubau am Marktplatz zu realisieren, habe es bereits vor zwei Jahren gegeben. „Dennoch haben wir nach den Entwicklungen in Sögel um die Beantragung eines Bürgerbegehrens intensiv versucht, den Standort an der Sigiltrastraße zukunftsorientiert aufzustellen“, führt der Konzern weiter aus. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer der von uns genutzten Immobilie habe man aber nach einem langen Prozess, unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen, endgültig für gescheitert erklärt.

Edeka sagt Investorengruppe ab

Der vor Kurzem ins Leben gerufene Investorengruppe, zu der mehrere Sögeler Kaufleute zählen, habe Edeka eine Absage erteilt. Die Gruppe beabsichtigt, ein Fachmarktzentrum am jetzigen Standort des Edeka-Marktes an der Sigiltrastraße zu entwickeln. Das Zentrum soll neben dem Neubau eines Lebensmittelmarktes an gleicher Stelle auch Flächen für ein Elektrofachgeschäft bereitstellen.

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„Wir haben uns in der vorletzten Woche gegen eine Anfrage der Investorengruppe entschieden und ihnen sowie der Kirche als Grundstückseigentümer und der Gemeinde mitgeteilt, dass wir unsere Zukunft mit einem Doppelkonzept aus Lebensmittel- und Elektrohandel ausschließlich am Marktplatz realisieren können“, teilt Edeka mit. Für den Konzern scheide eine Standort-Entwicklung an der Sigiltrastraße aus, obwohl man noch einen längerfristigen Mietvertrag habe.

„Gibt auch noch andere Vollsortimenter“

Für Daniel Kleine, Mitinitiator der Investorengruppe, kommt diese Entwicklung nicht völlig überraschend. „Dass Verhandlungen über einen Standortwechsel in Richtung Marktplatz geführt wurden, ist bekannt.“ Dass sich diese allerdings in der Endphase befänden, sei neu. „Die Gespräche sind quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Dementsprechend spärlich fließen die Infos“, beklagt Kleine.

Das Vorhaben der Sögeler Kaufleute sei aber nicht zwingend an Edeka gebunden. „Wir würden zwar gerne zusammenarbeiten, es gibt aber auch noch andere Vollsortimenter“, so Kleine.

„Ein Supermarkt im Garten der Kirche ist völlig daneben“

Völlig unverständlich ist aus seiner Sicht aber, was für den Marktplatz spreche. „Ein Supermarkt im Garten der Kirche ist völlig daneben.“ Des Weiteren sei die Verkehrssituation bereits jetzt problematisch. „Und zudem gibt es einen Ratsbeschluss und ein Bürgerbegehren gegen einen Umzug des Edeka-Marktes“, so Kleine. Diesem Auftrag werde nicht nachgekommen, stattdessen würden Verhandlungen geführt, die dem konträr gegenüberstehen.

Das sieht Gemeindedirektor Wigbers anders. „Ab dem Zeitpunkt, als Edeka für den Standort am Marktplatz einen Elektrofachmarkt mitgebracht hat, ergab sich eine völlig neue Sachlage.“ Vor zwei Jahren habe Sögel seinen Elektromarkt verloren, da habe es nun zu handeln gegolten.

Ablenkungsmanöver und Nebenkriegsschauplätze?

Besonders enttäuscht sei die Investorengruppe darüber, dass man bislang keine Chance gehabt hätte, das Projekt vorzustellen. „Wir wollen gemeinsam mit der Verwaltung etwas auf den Weg bringen, kommen aber gar nicht dazu“, kritisiert Kleine. Stattdessen würde die Verwaltung die Pläne mit Ablenkungsmänovern gegen den SPD-Ratsherrn Anno Immenga torpedieren. „Wir bekommen das Gefühl, das bewusst Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden.“

Dahingehend fordern auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens, Rat und Verwaltung auf, „das Projekt der Sögeler Kaufleute zu prüfen und die politischen Angriffe umgehend zu beenden.“


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