Einsätze sollen reduziert werden Krisengespräch wegen Fehlalarmen bei Weidemark in Sögel

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Der Schlachthof der Firma Weidemark an der Industriestraße in Sögel musste zuletzt immer häufiger von der Feuerwehr aufgesucht werden. In den meisten Fällen waren Fehlalarme die Ursache. Foto: Jan-Hendrik KuntzeDer Schlachthof der Firma Weidemark an der Industriestraße in Sögel musste zuletzt immer häufiger von der Feuerwehr aufgesucht werden. In den meisten Fällen waren Fehlalarme die Ursache. Foto: Jan-Hendrik Kuntze

Sögel. Regelmäßig musste die Feuerwehr in Sögel zuletzt zum Schlachthof Weidemark in Sögel ausrücken, weil die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen hat. Nun haben die Brandbekämpfer und die Samtgemeinde ein Gespräch mit der Firmenleitung initiiert, um die Zahl der Fehlalarme weiter zu reduzieren.

„Für uns ist eine Grenze erreicht, es sind einfach zu viele geworden“, sagt Frank Tholen, Ortsbrandmeister in der Gemeinde Sögel. Aus einer Auflistung der Feuerwehr Sögel auf ihrer Internetseite geht hervor, dass es zwischen 1. Januar 2015 und 10. September 2016 31 Einsätze bei Weidemark gegeben hat, weil die Brandmeldeanlage (BMA) einen Alarm ausgelöst hat. Auch danach hat es Einsätze bei Weidemark gegeben, zuletzt am 2. Dezember , als durch Schweißarbeiten ein Brandmelder ausgelöst wurde.

Die Ehrenamtler seien aber noch nicht dazu gekommen, die Angaben zu den Einsätzen in den vergangenen acht Wochen zu ergänzen, so Tholen, der von knapp 20 Einsätzen in diesem Jahr ausgeht. Im gesamten Jahr 2015 waren es laut Auflistung 19.

Gravierende Auswirkungen für Feuerwehrleute

Für die im Regelfall ehrenamtlich tätigen Rettungskräfte hat das mitunter gravierende Auswirkungen. Bei einem Alarm, egal zu welcher Uhrzeit, rücken nämlich immer drei Fahrzeuge aus, besetzt mit bis zu 35 Kräften. „Vor allem die Einsätze nachts sind sehr belastend“, sagt Tholen. Denn am nächsten Morgen warten Familie und die Arbeit.

Desöfteren ist es 2015 und 2016 sogar vorgekommen, dass es mehrere (Fehl-)Alarme innerhalb weniger Tage gegeben hat, beispielsweise im Juli und Oktober 2015 oder im Januar und März dieses Jahres. Brände, alle kleinerer Natur, hat es aber nach Angaben der Polizei, die meist erst bei der zweiten Stufe mitalarmiert wird, nur in drei Fällen gegeben. Am 8. Januar 2016 brannte es in einem „Kälteverdichter, am 19. Januar 2016 in einem Batterieladeraum und am 14. März 2016 erneut in einem Kälteverdichter. In allen Fällen gab es geringen Sachschäden, so Polizeisprecher Achim van Remmerden.

Fehlalarm nicht selten bei Reinigungsarbeiten

Gespräche mit der Firmenleitung, die Zahl der „Fehlbedienungen“ der BMA, so der Fachjargon, zu reduzieren, hat es bereits gegeben. Festgestellt wurde dabei, dass die Faktoren vielfältig seien. „Oft sind Umbauarbeiten oder größere Reinigungsmaßnahmen, an denen nicht selten externe Unternehmen beteiligt sind, Ursache für die Alarmierungen“, erklärt Tholen. Im Januar beispielsweise war eine größere Menge Wasserdampf die Ursache. Der Austausch von Meldern oder die Nutzung anderer Modelle habe keine wesentliche Besserung gebracht.

Deshalb wurden noch für dieses Jahr weitere Gespräche mit der Weidemark-Geschäftsführung terminiert, an denen auch Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers beteiligt sein wird. „Wir wollen noch einmal für das Thema sensibilisieren und schauen, wie wir die Zahl der Fehlbedienungen verringern können“, erklärt Tholen. Auch Weidemark dürfte daran ein großes Interesse haben, schließlich bedeuten Feuerwehreinsätze eine Stilllegung des laufenden Betriebs, die nicht selten mit Überstunden für die Mitarbeiter verbunden sind. Außerdem entsteht schnell ein logistisches Problem, schließlich lassen sich Tiertransporte, die bereits auf der Straße sind und anliefern wollen, nicht so schnell stoppen.

Weidemark-Leitung begrüßt Termin

Die Geschäftsführung von Weidemark begrüßt nach eigenen Angaben das Gespräch. „Wir sind nach den derzeit geltenden Rechtsvorschriften verpflichtet, die Brandmeldeanlage zu betreiben, die sofort einen Alarm an die Leistelle in Meppen absetzt. Im Alleingang könnten wir ohnehin nichts ändern“, sagt Geschäftsführer Joachim Timmermann, der froh ist, dass aller Voraussicht nach auch ein Vertreter des Landkreises am Gespräch teilnehmen wird.

Die Anlage reagiere derzeit äußerst sensibel, herausgefunden werden solle bei dem Gespräch unter anderem, ob beispielsweise bei Reinigungsarbeiten, wenn verstärkt Wasserdampf auftritt, Änderungen beim Ablaufplan der Feuerwehr möglich sind, erläutert Timmermann.


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