Kampfabstimmung im Gemeinderat Irmgard Welling bleibt Bürgermeisterin in Sögel

Von Christian Belling

Die Geschicke der Gemeinde Sögel leiten (von links) die wiedergewählte Bürgermeisterin Irmgard Welling, der stellvertretende Gemeindedirektor Hans Nowak, die stellvertretenden Bürgermeister Ulrike Hinrichs und Günther Wucherpfennig sowie Gemeindedirektor Günter Wigbers. Foto: Christian BellingDie Geschicke der Gemeinde Sögel leiten (von links) die wiedergewählte Bürgermeisterin Irmgard Welling, der stellvertretende Gemeindedirektor Hans Nowak, die stellvertretenden Bürgermeister Ulrike Hinrichs und Günther Wucherpfennig sowie Gemeindedirektor Günter Wigbers. Foto: Christian Belling

Sögel. Irmgard Welling (CDU) wird auch in den kommenden fünf Jahren als Bürgermeisterin die Gemeinde Sögel führen. Die bisherige Amtsinhaberin setzte sich während der konstituierenden Ratssitzung in einer Kampfabstimmung gegen den SPD-Kandidaten Anno Immenga durch.

„Wir haben in der vergangenen Wahlperiode gemeinsam viel erreicht“, so Welling. Als Beispiel nannte sie die Ortskernsanierung, die dem Gemeinderat viel positive Rückmeldungen eingebracht habe. Sie hoffe auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. „Wir als Rat haben eine große Verantwortung für das soziale Miteinander im Ort, der wir gerecht werden müssen.“ Dabei könnten Entscheidungen nicht immer populär sein. Welling: „Sie müssen Sögel in der Weiterentwicklung dienen.“

Bis zur Wahl des Bürgermeisters leitete mit Klaus Schäffner (CDU) der Ratsälteste die Sitzung. Er gab bekannt, dass im Rat die zwölf Vertreter der CDU mit dem FDP-Einzelmitglied Franz-Josef Bruns eine CDU/FDP-Gruppe unter dem Vorsitz von Adolf Jelges gebildet haben. Dem steht die SPD-Fraktion mit dem Vorsitzenden Anno Immenga mit acht Vertretern gegenüber.

Keinen gemeinsamen Kandidaten gefunden

Für die Bürgermeisterwahl schlug Jelges für die CDU/FDP-Gruppe mit Welling die bisherige Amtsinhaberin vor. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Klaß schickte Immenga für die Sozialdemokraten ins Rennen. „Wir haben versucht, uns mit der Mehrheitsfraktion auf einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen, was leider nicht geklappt hat.“ Trotzdem werde die SPD weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit im Rat anstreben. Klaß machte zudem deutlich, dass Immenga bei der Kommunalwahl im September mit mehr als 1000 Stimmen die meisten Wählerstimmen aller Ratsmitglieder erreicht habe. Trotz einem Bürgermeister-Bonus habe Welling nur knapp 900 Stimmen holen können. Klaß: „Für uns ist der Bürgerwille deutlich zu erkennen, dass die Sögeler Anno Immenga als Bürgermeister wollen.“ Bei der geheim durchgeführten Wahl setzte sich Welling mit einem Votum von 13 zu 8 durch.

Zu den stellvertretenden Bürgermeistern wählte der Gemeinderat Günther Wucherpfennig und Ulrike Hinrichs (beide CDU). Zum Gemeindedirektor wurde der Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers bestimmt. Dessen Stellvertretung übernimmt Hans Nowak.

„Wer sich nicht traut, im Rat offen zu reden, ist hier falsch“

Kurz aber intensiv wurde über den Beschluss der Geschäftsordnung diskutiert. Immenga forderte, eine Änderung der Geschäftsordnung aus dem Jahr 2011 zurückzunehmen. „Die vorgenommene Änderung sieht vor, dass nur die Mehrheit des Rates eine geheime Abstimmung beschließen kann. Dies widerspricht nach SPD-Auffassung dem Gedanken der unabhängigen Meinungsäußerung in der Gremienarbeit unserer Gemeinde“, so Immenga. Es müsse möglich sein, dass in grundlegenden Fragen auch eine Gruppe oder Fraktion einen Antrag auf geheime Abstimmung verlangen kann. Immenga: „Dadurch ist gewährleistet, dass jedes Ratsmitglied frei nach seinem Gewissen und unabhängig seiner Fraktionszugehörigkeit abstimmen kann.“ Dem stellte sich die CDU/FDP-Fraktion entgegen. „Wer sich nicht traut, im Rat offen zu reden, ist hier falsch“, so das CDU-Ratsmitglied Anke Bürschen. Auch Niels Gepp forderte als neu in den Gemeinderat gewähltes Mitglied der Christdemokraten das Parteibuch hinter an zu stellen. „Es geht um gute Lösungen für Sögel.“ Der Antrag der Sozialdemokraten auf Änderung der Geschäftsordnung wurde mehrheitlich abgelehnt.