Neue Fördergebiete und Investitionen Wasserverband Hümmling reagiert auf steigenden Bedarf


Sögel. Investitionen in den Ausbau des Wasserwerkes Werlte, Verstärkungsmaßnahmen am Rohrnetzsystem und die Erschließung neuer Fördergebiete: Der Wasserverband Hümmling muss auf den stetig steigenden Wasserbedarf reagieren. Das hat Verbandsgeschäftsführer Thomas Rakers während der Sitzung des Sögeler Samtgemeinderates deutlich gemacht.

„Lag die Fördermenge an Grundwasser im Verbandsgebiet im Jahr 1979 noch bei knapp sechs Millionen Kubikmeter im Jahr, waren es 2015 mehr als elf Millionen“, so Rakers. Eine Prognose bis in das Jahr 2038 sieht gar einen Bedarf von 14 Millionen Kubikmetern. „Das muss erst einmal geleistet werden.“ Aktuell hat der Verband Entnahmerechte in Surwold, Werlte und seit 2013 auch in Vrees. Durch dieses neue Fördergebiet sind die Anforderungen an das Wasserwerk in Werlte für die Aufbereitung gewachsen. „Die Erweiterung ist in vollem Gange“, so Rakers. Die Leistungsfähigkeit des Wasserwerks werde von einer Förderleistung von 630 Kubikmeter pro Stunde auf 1200 Kubikmeter nahezu verdoppelt. Dazu werden die technischen Anlagen zur Reinigung und Aufbereitung des Wassers erweitert. Der Verband nimmt für die Maßnahme, die Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, 6,6 Millionen Euro in die Hand. Zudem werde an Verstärkungen in das Rohrnetzsystem investiert und Ausschau nach einem weiteren Fördergebiet gehalten.

Gemeinden Klein und Groß Berßen wollen auch in Hümmlinger Wasserverband

Mit Wasser versorgt der Verband die Samtgemeinden (SG) Dörpen, Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte. Hinzu kommen ebenfalls die Städte Papenburg und Friesoythe (Gehlenberg und Neuvrees) sowie die Gemeinden Rhede und Westoverledingen. In der SG Sögel werden aber nicht alle Mitgliedsgemeinden vom Wasserverband Hümmling bedient. Groß und Klein Berßen wird vom Trink- und Abwasserverband (TAV) Bourtanger Moor versorgt – und das zu höheren Preisen. SG-Ratsmitglied und Groß Berßens Bürgermeister Reinhard Kurlemann regte demnach auch eine Eingliederung der Gemeinden in den Hümmlinger Verband an. „Vor vielen Jahren wurde dies bereits angedacht. Kann hier nicht ein neuer Versuch unternommen werden?“ Für SG-Bürgermeister Günter Wigbers ein schwieriges Unterfangen. „Es hat diesbezüglich Gespräche gegeben. Nur lässt der TAV Bourtanger Moor ungern Abnehmer gehen.“

Warum ein Wechsel in den Hümmlinger Wasserverband so interessant ist, zeigen die aktuellen Wasserpreise. „Neben einer guten Qualität können wir im regionalen Vergleich die besten Preise anbieten“, so Rakers. Nach seinen Ausführungen zahlt ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern in seinem Verband rund 110 Euro im Jahr. In den Wasserverbänden Lingener Land (etwa 180 Euro), Bourtanger Moor (knapp 200 Euro) oder Rheiderland (knapp 210 Euro) wäre die jährliche Belastung deutlich höher.


Der Wasserverband Hümmling im Überblick

  • Größe des Verbandsgebiets: 1200 Quadratkilometer
  • Versorgte Städte/Gemeinden: 35
  • Versorgte Einwohner: ca. 121.500
  • Länge des Leitungsnetzes: ca. 1800 Kilometer
  • Anzahl der Hausanschlüsse: ca. 41.500
  • Höhenunterschiede im Verbandsgebiet: ca. 70 Meter
  • Wasserspeichervolumen: ca. 50.000 Kubikmeter
  • Tägliche Wasserabgabe im Durchschnitt: ca. 30.000 Kubikmeter
  • Aufgaben: Wasserversorgung, Abwasserabrechnung
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