Aufgewachsen auf Schloss Clemenswerth Jugendbuchreihe von Autorin mit emsländischen Wurzeln

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Osnabrück/Sögel. Die Autorin Miriam Rademacher, die auf Schloss Clemenswerth in Sögel aufgewachsen ist, arbeitet gerade an einer fünfteiligen Jugendbuchserie. Die Schauplätze sind im Wacholderhain Börger, dem verschwundenen Dorf Wahn, dem Schloss Clemenswerth in Sögel und anderen emsländischen Orten angesiedelt.

Das Schloss Clemenswerth in Sögel war ihr Zuhause. Ihr Vater, Eckard Wagner, war bis 2006 der Direktor des Museums. Mit 19 zieht sie 1992 nach Osnabrück, um Tanzlehrerin zu werden. 20 Jahre arbeitet sie an der renommierten Tanzschule Hull. Dann startet sie nebenbei eine Karriere als Schriftstellerin. Schnell ist sie erfolgreich. Literarisch kehrt Miriam Rademacher jetzt ins Emsland zurück. Die Autorin arbeitet gerade an einer neuen Jugendbuchserie.

„Mein Zuhause, mein Clemenswerth“

Manchmal schreibt sie an drei Werken gleichzeitig. Das letzte Wort hat die tanzbegeisterte Schriftstellerin gerade unter den zweiten Teil der im Emsland angesiedelten Jugendbuchreihe „Talisman“ geschrieben. „In jedem Band steht ein anderes Stück Emsland im Mittelpunkt. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, über Geheimgänge, seltsam verwinkelte Häuser und Burgzinnen zu schreiben. Denn genau das war auch mein Zuhause, mein Clemenswerth“, sagt Rademacher. Grundthema in den Geschichten sei das Überwinden von Ängsten. Ihr früheres Zuhause dürfte auch wohl ein Stück dafür mitverantwortlich sein, dass sie jetzt nach dem Tanzen zum zweiten Mal einen kreativen, künstlerischen Weg geht: „Schließlich bin ich abgeschieden zwischen Mönchen und Künstlern aufgewachsen.“

Seit ihr Vater im Ruhestand ist und zu ihrer Familie nach Osnabrück zog, hat sie nicht mehr so viel Kontakt in ihre alte Heimat. Ab und zu trifft sie sich im Emsland mit alten Freundinnen. An ihre Schulzeit am Hümmling-Gymnasium in Sögel erinnert sich die professionelle Schreiberin folgendermaßen: „Ich war eine absolut durchschnittliche Schülerin. Weil ich frühzeitig unbedingt Tanzlehrerin werden wollte, war ich irgendwie froh, als ich die Schulzeit hinter mir hatte.“ Die Leidenschaft für Tango, Walzer und Cha Cha Cha wurde bei ihr durch einen Tanzkurs bei der Tanzschule Schrock-Opitz ausgelöst.

Ausgezeichnet mit österreichischem Preis

Rademacher ist in verschiedenen Genres zu Hause: Fantasy, Jugendliteratur, Märchen und andere. Ihre große Liebe aber gilt den Krimis. Sehr erfolgreich laufen zurzeit die beiden Bücher „Der Tanz des Mörders“ und „Die Farben des Mörders“, beide erschienen im Carpathia-Verlag. „Ganz so brutal wie zum Beispiel in schwedischen Krimis geht es bei mir nicht zu. Auch in einem Thriller muss man mal lachen können“, sagt die Schriftstellerin. Die Handlungen beider Bücher spielen in Mittelengland. „Als Tochter eines Historikers liebe ich Schlösser und Burgen. Ich würde gerne mal ein paar Wochen lang die Schlossgärten Englands erkunden.“ Als Ermittler fungiert in den Büchern ein außergewöhnliches Trio: ein ehemaliger Tanzlehrer, eine Krankenschwester und ein Pfarrer. Tatwaffe ist in einem Fall ein Fleischklopfer. Mehr soll jedoch nicht verraten werden.

Die geborene Sögelerin ist nicht wie einige andere Autoren in der Region Hobbyschriftstellerin, deren Bücher in sogenannten „Books on Demand“-Verlagen in kleinen Auflagen erscheinen und die vorab Eigenbeteiligung in Form von Druckkostenzuschüssen zahlen müssen. Sie arbeitet von Anfang an nur mit etablierten Verlagen und festen Verträgen und hat inzwischen eine große Anhängerschaft. Eine Auszeichnung hat die Schriftstellerin mit emsländischen Wurzeln auch schon bekommen: Für das Buch „Krebs in Knoblauch“. Die märchenhafte Geschichte von dem kleinen Scherentier, das eine Flaschenpost mit verhängnisvollem Inhalt findet, erhielt 2012 den österreichischen Preis „Das goldene Kleeblatt gegen Gewalt“.

Rademacher schreibt da, wo es eben gerade passt

Mit Geschichten schreiben hat die Krimi-Anhängerin mit 11 Jahren angefangen. Auch das hätte sie früher gerne zum Beruf gemacht. Dass dann aber ihre andere Leidenschaft, das Tanzen, zunächst den Vorzug bekam, lag auch an den Eltern, die sie warnten: „Mit dem Schreiben kannst du doch kein Geld verdienen.“ Das hat die 43-Jährige inzwischen deutlich widerlegt. Genauso ungewöhnlich wie ihr Werdegang ist auch ihre Art, Bücher zu schreiben. Von strengem Programm und detailliertem Arbeits- und Stundenplan keine Spur. Das ginge auch gar nicht, denn „schließlich habe ich einen Mann, zwei Kinder, zwei Hunde und zwei Hamster“, sagt sie und ergänzt: „Ich brauche keine Ruhe. Das Leben tobt um mich herum, und ich schreibe mittendrin.“ So kann es dann also vorkommen, dass sie ihren Laptop auf dem Küchentisch, im Garten oder auf einer Bank im Grünen aufklappt und anfängt zu schreiben. Das dann wiederum mit System. Rademacher geht nach eigenen Angaben so vor wie jemand, der einen Zaun baut: „Als erstes ist da die Idee, dann schlage ich einen Pflock nach dem anderen ein und dann fülle ich die Zwischenräume.“

Privat liest sie natürlich auch gerne, wenn sie bei ihren vielen Tätigkeiten überhaupt dazu kommt. Miriam Rademacher sagt abschließend: „Ich stimme mich immer darauf ein, was ich selber gerade schreiben will. Wenn ich zum Beispiel an einem Krimi arbeite, dann lese ich gerne die Klassiker wie die Miss-Marple-Bücher von Agatha Christie“, verrät die Autorin, „denn die sind nicht so brutal und es gibt auch mal was zu lachen“.


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