Abschied nach 20 Jahren Letztes Treffen der Fiat-600-Freunde in Groß Berßen

Von Helmut Diers

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Rosemarie und Manfred Klingelhöfer (v. rechts stehend) richteten zum 20. Mal in Folge ein Fiat 600-Treffen in Groß Berßen aus. Die Treffen wird es in Zukunft in Groß Berßen nicht mehr geben. Foto: DiersRosemarie und Manfred Klingelhöfer (v. rechts stehend) richteten zum 20. Mal in Folge ein Fiat 600-Treffen in Groß Berßen aus. Die Treffen wird es in Zukunft in Groß Berßen nicht mehr geben. Foto: Diers

Sögel. Wehmut lag am Wochenende über der Herzogstraße in Groß Berßen. Zum 20. und definitiv letzten Mal trafen sich die Fiat-600-Freunde Deutschland für drei Tage bei ihrem ehemaligen Bundesvorsitzenden Manfred Klingelhöfer und seiner Gattin Rosemarie.

Seit 21 Jahren leben Rosemarie und Manfred Klingelhöfer auf dem Hümmling. In Groß Berßen erwarben die ehemaligen Solinger ein landwirtschaftliches Anwesen, um sich ausgiebig ihren Hobbys, der Liebe zu Oldtimerfahrzeugen des Modells Fiat 600 und den Pferden widmen zu können. Zurück in die Stadt der scharfen Messer zieht es sie für keinen Cent mehr. „Wenn die Luft auch mal drei Tage nach Gülle riecht, die Luft im Emsland ist einfach toll, die Gegend und Natur dazu“, begründet dere 80-jährige Pensionär seine Liebe zum Hümmling. 1993 hat er gemeinsam mit anderen Fiat-600-Freunden den Oldtimerclub„Fiat-600-Freunde Deutschland in Gütersloh gegründet und war bis eine Woche nach Pfingsten in diesem Jahr ihr erster und einziger Vorsitzender. In Liesenich im Hunsrück bei der Jahreshauptversammlung wurde Jörg Sporkert aus Kleve zu seinem Nachfolger gewählt. „Ich bin aber Schatzmeister geblieben“, erzählt der Fiat-Liebhaber.

Jedes Jahr am letzten Juliwochenende macht sich fast die Hälfte der rund 80 deutschen Klubmitglieder auf den Weg nach Groß Berßen. Von Aachen bis Berlin, vom Hunsrück bis zum Odenwald waren sie diesmal mit ihren bis 1969 in Deutschland gebauten Fiat 600, Fiat 770, Multipla und Abarths ins Emsland gereist. Dieses Mal zum letzten Mal! „So langsam muss ich mit Blick auf mein Alter mal die Vernunft walten lassen. Die Organisation der Treffen macht eine Menge Arbeit und kostet Kraft. Mit 80 Jahren darf man ja wohl Schluss machen“, erläutert Klingelhöfer. So wurde jetzt zum letzten Mal Groß Berßen zum Treff- und Sammelpunkt für rund 33 Fiat-Oldiefans mit 25 Oldtimern. In der „Berßener Fiat-Scheune“ traf man sich an drei Tagen zu Fachsimpeleien – sogenannten Benzingesprächen – und zur Ersatzteilbörse für Kleinwagen, deren Bau in Deutschland 1970 und in Italien 1971 eingestellt wurde.

Das dreitägige Deutschlandtreffen, zu dem auf „eigenen vier Beinen“ selbst ein Fiat-Oldie au Waiblingen angereist war, hatte einen ganz familiären Charakter. Hier und da wurde auch schon mal an den Fahrzeugen geschraubt, dem „Oldie“ nach langer Fahrt wieder zu neuen Kräften verholfen. Eine Emsland-Rundfahrt mit Besuch der Nordland-Papierwerke Dörpen durfte bei dem Treffen nicht fehlen.


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