Aufwand laut BI überschaubar Sögel: Initiative fordert Reaktivierung von Bahnstrecken

Solche Dieseltriebwagen der Baureihe VT 628 sollen nach Ansicht der Bürgerinitiative Schienennetz Münsterland (BSM) auf dem Hümmling und zwischen Haselünne und Meppen eingesetzt werden. Foto: Uwe Miethe/Deutsche BahnSolche Dieseltriebwagen der Baureihe VT 628 sollen nach Ansicht der Bürgerinitiative Schienennetz Münsterland (BSM) auf dem Hümmling und zwischen Haselünne und Meppen eingesetzt werden. Foto: Uwe Miethe/Deutsche Bahn

Sögel/Werlte/Haselünne. Eine Reaktivierung der Bahnstrecke auf dem Hümmling zwischen Lathen, Sögel und Werlte sowie zwischen Haselünne-Eltern und Meppen für den Personenverkehr fordert die Bürgerinitiative Schienennetz Münsterland (BSM).

Deren Sprecher Marco Hoffstätte, der aus Börger stammt, macht in einer Pressemitteilung konkrete Vorschläge, wie die Reaktivierung mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand in der nächsten Legislaturperiode umsetzbar wäre. Als notwendige Investition sei im wesentlichen die Anschaffung von drei gebrauchten Triebwagen der Bundesbahn der Baureihe 628.4 oder .5 erforderlich. „Die sind in großer Zahl zum Verkauf abgestellt und können auch Güterwagen von und nach Sögel beziehungsweise Haselünne mitnehmen“, meint Hoffstätte.

Diese Dieseltriebwagen sind in mehreren stetig verbesserten Serien ab 1974 gebaut worden und erreichten größere Stückzahlen zwischen 1986 und 1996. Seit den 2000er Jahren werden sie schrittweise ausgetauscht. Sie gelten als zuverlässig und wirtschaftlich, verfügen aber wegen ihres meist hohen Alters nicht über moderne Fahrgastinformationstechnik, Klimaanlagen oder Behindertenfreundlichkeit.

Aufwand maximal zwei Millionen Euro?

Laut BSM würde es ausreichen, wenn die Züge auf den beiden Strecken mit 70 Stundenkilometern fahren würden. Die Vereinigung hat nach eigenen Angaben auf Basis eines Angebotskonzeptes (jeweils 60-Minuten-Takt) festgestellt, dass die Installation von Halbschranken bei Tempo-70-Betrieb nur vereinzelt erforderlich sei. „In den meisten Fällen ist die Schaffung beziehungsweise Vergrößerung von Sichtdreiecken in Verbindung mit kurzen Geschwindigkeitsbeschränkungen für die Genehmigung von Schienenverkehr ausreichend“, meint Marco Hoffstätte. Sogenannte Sichtdreiecke sind die seitlichen Bereiche an Bahnübergängen, die freizuhalten sind oder freigeschnitten werden müssen, damit Autofahrer einen freien Blick auf die Bahnstrecke haben und um herannahende Züge erkennen können.

Der Bau von neun, etwa 40 Meter langen Bedarfs-Haltepunkten entlang der beiden Strecken sollten nach Ansicht der BSM die betreffenden Kommunen finanzieren. Zum dritten ist in Haselünne-Schleper der Einbau von Weichenmotoren notwendig. Die Gesamtkosten schätzt die Initiative auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Der Kreis solle die Kosten für Genehmigung und Betrieb übernehmen und diesen der Emsländischen Eisenbahn übertragen.

Fahrgastzahlen von 700 bis 900 werktags?

„Der künftigen Kreispolitik muss die hiesige Verkehrsinfrastruktur wichtig sein“, meint Hoffstätte. Aus seiner Sicht sei es kein Risiko, im Rahmen eines Probebetriebes von etwa fünf Jahren festzustellen, ob auf der Hümmlinger Bahn wünschenswerte Fahrgastzahlen von 700 und auf der Hasetalbahn von 900 werktags erzielt werden können. Die BSM verweist auf die Strecken Brilon Wald – Marburg im Sauerland und Warendorf – Rheda Wiedenbrück in Ostwestfalen, die in jüngster Vergangenheit mit einem ähnlichen Konzept wiedereröffnet worden seien.

Die beteiligten Samtgemeinde-Bürgermeister auf dem Hümmling wollten sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu der Mitteilung äußern. Vertreter der Emsländischen Eisenbahn waren wegen Urlaubsabwesenheit nicht erreichbar.


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