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Johannes Brachem jetzt im Amt Sögeler Flüchtlingsbeauftragter hat Arbeit begonnen

Der Flüchtlingsbeauftragte Johannes Brachem (links) im Gespräch mit einigen der Sudanesen, die im alten Sögeler Rathaus leben. Foto: Ingrid CloppenburgDer Flüchtlingsbeauftragte Johannes Brachem (links) im Gespräch mit einigen der Sudanesen, die im alten Sögeler Rathaus leben. Foto: Ingrid Cloppenburg

Sögel. Das Willkommensbüro in Sögel hat seine Türen geöffnet und ist seit dem 1. Oktober mit Johannes Brachem als neuem hauptamtlichen Flüchtlingsbeauftragten in der Samtgemeinde Sögel auch personell besetzt.

Als wichtige Aufgabe von Johannes Brachem nennt Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers die Aktivierung und Koordination der ehrenamtlichen Arbeit. Zudem solle er auch feststellen, welche Qualifikationen die Flüchtlinge mitbringen und wie sie am besten in den Arbeitsmarkt zu integrieren seien. „Gerade Flüchtlingen aus Herkunftsländern wie Syrien, Irak und Sudan, also Menschen mit einer realistischen Bleibeperspektive, wollen wir hier in unserer Samtgemeinde aktiv eine Chance auf Arbeit und Integration geben.“ Mit einer hauptamtlichen Kraft gelinge das vermutlich deutlich besser als bisher.

Personalstelle wird vom Landkreis finanziert

„Wir freuen uns sehr, mit dem 23-jährigen Psychologen einen kompetenten Mitarbeiter gefunden zu haben, der sowohl für die allgemeine Sozialarbeit, für die Hilfestellung und Beratung der Flüchtlinge als auch für die Koordinierung des Einsatzes der ehrenamtlich tätigen Personen verantwortlich ist“, sagt Wigbers. Finanziert wird die Personalstelle vom Landkreis, der den emsländischen Kommunen für Flüchtlingsbetreuung entsprechende Mittel zur Verfügung stellt.

„Die Stellenausschreibung hat mich sofort angesprochen“, sagt Brachem, der 2011 sein Abitur am Hümmling-Gymnasium Sögel erwarb. Danach studierte er in Jena Psychologie, im Sommer dieses Jahres schloss er als Bachelor ab. Bevor er sich in ein oder zwei Jahren dem Masterstudium widmet, will Brachem praktische Berufserfahrungen sammeln. „Es reizt mich, dass ich in der schwierigen Flüchtlingssituation direkt in meiner Heimat helfen kann.“

Pflicht: Flüchtlingen nachhaltig helfen

Als Mitmenschen und Christen sehe er die Bürger und auch sich in der Pflicht, den Flüchtlingen nachhaltig zu helfen. „Zudem ist es eine spannende Aufgabe. Es gibt keine festen Rahmen für meine Aufgabe. Ich kann den Job nach meinen Vorstellungen aufbauen zum Wohle der Flüchtlinge und zum Wohle der Gemeinde, das gefällt mir besonders.“

Johannes Brachem möchte in den Dialog und in Kontakt mit Flüchtlingen und Einheimische treten: „Ich erachte das als wirkungsvollstes Instrument, Vorurteile und Ängste abzubauen und Integration zu fördern.“ Zurückgreifen kann er da auf die bereits geleistete Arbeit im Rathaus. So wurden bereits zwei Themenabende „Flüchtlingshilfe“ abgehalten. Mittels Postkartenaktion hat sich eine Helferdatei mit inzwischen mehr als 70 Adressen aufgebaut, auf die er jetzt zurückgreifen kann. „Es gilt jetzt, dieses Potential zu nutzen und die Helfer mit den Bedürftigen zusammenzuführen und Integrationsmaßnahmen einzuleiten.“ Dieses könne über Patenschaften, Dolmetscherdienste, Hausaufgabenbetreuung und gemeinsame Unternehmungen geschehen, plant Brachem.

Brachem wird für derzeit knapp 150 Flüchtlinge neben dem Personal aus dem Fachbereich „Soziales“ erster Ansprechpartner sein. Brachems Büro befindet sich bewusst nicht im Rathaus, sondern Am Pohlkamp 7, im „Willkommensbüro“, wo auch Räumlichkeiten für Schulungen, Begegnungen und ehrenamtliche Arbeit bereitstehen. Brachem will auch in den Mitgliedsgemeinden präsent sein, in denen sich Flüchtlinge aufhalten. So habe er bereits erste Gespräche in der Gemeinde Börger geführt.

Zusammenarbeit mit Vereinen

Es gelte ohnehin Kräfte bündeln , so Brachem. Er beabsichtigt eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden. Brachem ist zuversichtlich, dass ihm dieses gelingt. Am 7. November wird zudem eine Veranstaltung zum Thema „Kräfte bündeln und handeln Koordinierung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in der Samtgemeinde Sögel“ um 12:30 Uhr im Gemeindezentrum St. Jakobus angeboten. Hierzu nimmt Brachem noch Anmeldungen unter Telefon 04952/206190 oder per E-Mail an brachem@sögel.de entgegen.


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