„Heiß-Ausbildung“ in Dortmund Sögeler Feuerwehrleute trainieren bei 800 Grad


Sögel. Aus den Freiwilligen Feuerwehren Sögel, Berßen, Börger, Spahnharrenstätte und Werpeloh haben 15 Atemschutzgeräteträger im Zentrum für Brand- und Explosionsschutz der Firma DMT in Dortmund an einem Realbrandtraining teilgenommen. DMT ist weltweit tätig und unterhält auch in Lathen einen Firmenzweig, der sich mit Brandschutzthemen befasst. Bei der Übung herrschten Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius.

Ziel dieses anspruchsvollen Trainings war es, den Teilnehmern unter realen Bedingungen zu zeigen, welchen Brand- und Hitzeauswirkungen ihre moderne Schutzausrüstung standhält. Außerdem sollte ihnen ein Sicherheitsgefühl vermittelt werden und die richtige Anwendung von Löschmethoden mit Hohlstrahlrohren gezeigt werden. Die Atemschutzgeräteträger wurden durch die Trainer der DMT in die Anlage eingewiesen und der effektive Einsatz des Hohlstrahlrohres gezeigt.

Palette mit Autoreifen angezündet

Dann stand die Brandgewöhnung in den feststoffbefeuerten Brandstollen an, der an einer Rauchgasreinigung angeschlossen ist. Dadurch war es möglich, die verschiedensten realen Brandsituationen darzustellen, ohne die Umwelt zu belasten. Hier wurde zusammen mit den Trainern ein Palettenstapel mit diversen Autoreifen entzündet. Die Teilnehmer wurden nun gezielt an die bis zu 800 Grad Celsius heißen Rauchgase mit den entsprechenden Sichtverhältnissen (Nullsicht) gewöhnt. Im Anschluss wurden dann die zuvor gelernten Löschmethoden umgesetzt. „Die Trainer der DMT, die hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr arbeiten, gaben sehr viele praktische Tipps“, erklärt der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Aschendorf-Hümmling, Lambert Brand.

Feuerüberschlag nach Durchzündung

Im zweiten Ausbildungsabschnitt wurden den Trainingsteilnehmern unter realen Bedingungen die Entstehungsphasen des Feuerüberschlags nach Durchzündung (Flash-Over) demonstriert. Sie lernten durch den Einsatz des Hohlstrahlrohres, Durchzündung zu verhindern und die Auswirkung von Löschfehlern zu erfahren. „Eine Durchzündung ist die größte Gefahr, die einem Feuerwehrmann bei einem Brand begegnen kann“, erläutert Brand. Sie kann dann entstehen, wenn sich ein länger andauernder Schwelbrand mit gleichzeitiger starker Hitzeentwicklung beispielsweise an einem Fernseher durch plötzliche Sauerstoffzufuhr wie durch eine geöffnete Tür oder ein geborstenes Fenster auf einen Schlag zu einem Gebäudebrand in voller Ausdehnung entwickelt. Durch die Druckwelle können Einsatzkräfte quer durchs Haus geschleudert und ganze Dachstühle aus den Angeln gehoben werden. „Deshalb duckt sich ein Feuerwehrmann beispielsweise immer, bevor er eine Tür öffnet“, sagt Brand.

Die Teilnehmer stellten während ihrer „Heiß-Ausbildung“ fest, dass ihre Schutzausrüstung auf einem sehr guten Stand ist und durchaus einer Durchzündung standhält. „Sie sammelten wichtige Erfahrungen und gingen mit einem hohen Sicherheitsgewühl durch das Training“, so Brand. Zukünftig könnten sie diese Erfahrungen im Einsatzfall nutzen, um sicher, konzentriert und effektiv Personen und Sachwerte zu schützen, war die einhellige Meinung der Teilnehmer.

Das Training wurde durch Vermittlung des Berßener Feuerwehrmanns und DMT-Mitarbeiters Uwe Herbers ermöglicht. An den Kosten der Übungseinheit beteiligten sich die Samtgemeinde, die Raiffeisenbank Emsland-Mitte, die Volksbank Nordhümmling und die Fördervereine der teilnehmenden Feuerwehren.


Blaulichtradar: Was ist in Ihrer Region passiert?
Was soll angezeigt werden?
current-position

0 Kommentare