Neue Genossenschaft wächst Sögeler stellen 820000 Euro für Unterkünfte

Das Jugendgästehaus Börger wird für ein Jahr an die Samtgemeinde Sögel vermietet. Es sollen 30 Flüchtlinge vorübergehend darin unterkommen. Foto: Eva KleinertDas Jugendgästehaus Börger wird für ein Jahr an die Samtgemeinde Sögel vermietet. Es sollen 30 Flüchtlinge vorübergehend darin unterkommen. Foto: Eva Kleinert

dhe Sögel. Die Samtgemeinde Sögel schafft Platz für Flüchtlinge in ihrer Kommune. Für ein Jahr soll das Jugendgästehaus in Börger gemietet werden. Dort werden 30 Menschen ein vorläufiges Zuhause finden. Indessen entwickelt sich die vor einer Woche gegründete Wohnungsbau-Genossenschaft zur Erfolgsgeschichte.

Bislang sind 820000 Euro eingezahlt worden, berichtete Samtgemeinde-Bürgermeister Günter Wigbers auf der Sitzung des Samtgemeinderates. Mit 30 Menschen voll besetzt sei das alte Rathaus, so Wigbers weiter. Ebensoviele hofft er in einigen Wochen im Jugendgästehaus in Börger unterzubringen. Das Gebäude soll für ein Jahr von der Gemeinde an die Samtgemeinde vermietet werden. Dafür wird es hergerichtet und saniert. Ende Oktober soll es bezugsfertig sein.

Auch im ehemaligen Kindergarten sind Unterkünfte geplant, so der Samtgemeindebürgermeister. Die ersten beiden Gruppen seien mit den Jungen und Mädchen in den Neubau am Prinzenkamp gezogen.

Die Einweihung der neuen Kindertagsstätte ist für Anfang Oktober geplant. Anschließend sollen die alten Räume für Flüchtlinge parat stehen. Bis Anfang 2016 erwartet die Kommune noch 100 Flüchtlinge. Neben den öffentlichen Einrichtungen sollen auch Wohnungen in Privathäusern in den umliegenden Dörfern angemietet werden. Dafür suche die Gemeinde weiter.

Inzwischen entwickelt sich die vor einer Woche gegründete Genossenschaft „Willkommen in Sögel eG – Bürgergenossenschaft für Menschen in Not“ zu einem Erfolg. Mittlerweile haben Privatinvestoren 820000 Euro in das Projekt investiert. „Das geht weit über Sögel hinaus“, so Wigbers, der stolz auf die große Resonanz ist. Dabei sollen Bürger mit einem Startkapital ab 100 Euro den Wohnungsbau auf breite Schultern stellen.

Obwohl bislang nur Privatleute eingezahlt hätten, seien viele fünfstellige Beiträge eingegangen, erläutert Wigbers. Ein Grund sei der niedrige Zins bei den Banken. „Viele denken sich, dann tue ich hier was Gutes mit dem Geld“, erklärte Wigbers. Dass die neue Genossenschaft bereits innerhalb einer Woche so viel Geld gesammelt habe, sei beeindruckend. Genossenschaftsvorsitzende und Ortsbürgermeisterin Irmgard Welling erklärte: „Wir wollen mit dem Bau so schnell wie möglich beginnen.“

Das Vorhaben habe ein großes Medienecho hervorgerufen, erklärte Welling. „Das ist positive Werbung für Sögel.“ Die umfassende Berichterstattung wirke sich auf die Genossenschaft aus, denn Investoren kommen aus der gesamten Region.

Zudem soll bereits zum Oktober ein Flüchtlings-Sozialarbeiter von der Samtgemeinde eingestellt werden, erklärte Wigbers. Die Vorstellungsgespräche seien bereits gelaufen. Der Vertrag soll kommende Woche unterschrieben werden. Er soll sich insbesondere um die Koordination der ehrenamtlichen Helfer kümmern.


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