Unbekannter tötet Tiere Zwei Katzen in Sögel vor dem Haus erschossen

Von Mirco Moormann


Eisten. Am Samstagabend hat ein Unbekannter in Sögel-Eisten an der Lahner Straße zwei Katzen von Julia und Martin Poker erschossen – und das nur gut 100 Meter entfernt von deren Wohnhaus.

Es war ein ruhiger Samstagabend, den das Ehepaar Julia und Martin Poker in ihrem Haus an der Lahner Straße in Eisten verbrachten. Bis um 22 Uhr zwei Schüsse fielen. Erschrocken gingen beide nach draußen, um zu sehen, was passiert war. „Nebenan am Sportplatz war eine Feier, da wurden auch Feuerwerkskörper gezündet“, erinnert sich Julia Poker. So hätten sie zuerst gedacht, dass dort auch die lauten Knalle herkamen. „Wir sind dann aber doch noch an die Straße gegangen, um nach unseren Katzen zu rufen“, sagt Martin Poker. „Normalerweise kommen sie sofort. Doch es tat sich nichts.“ In der Ferne erblickte er eine Person auf dem Feld, das direkt gegenüber dem Haus des Paares liegt.

Das erste Tier in 100 Metern Entfernung gefunden

„Diese Person“, so Poker, „fuhr kurze Zeit später in Richtung Hüven davon. Es war schon dunkel und ich konnte weder sie noch das Auto erkennen.“ Sofort überkam ihn ein ungutes Gefühl – und er machte sich auf die Suche nach den Katzen. Auf dem Feld fand der dann in etwa 100 Metern Entfernung zum Haus das erste Tier. Die zweijährige „Milky“, eine weiße Katze, war bereits tot. Ein Stück weiter lag dann „Mulli“, ein fünf Jahre alter Kater. Das rot-weiße Tier lebte noch, war aber schwer verletzt. „Wir haben uns sofort auf den Weg zum Tierarzt gemacht“, sagt Julia Poker. Nach der Untersuchung in der Praxis von Martina Dörtelmann-Bechler stand fest, dass auf den Kater geschossen wurde. Eine Notoperation wurde im Tierärztlichen Zentrum Berger in Heede durchgeführt. Veterinärin und Inhaberin Susanne Berger nahm „Mulli“ in Empfang und operierte ihn.

Kaltblütig aus nächster Nähe geschossen

„Auf den Kater wurde aus nächster Nähe geschossen“, berichtet die Tierärztin. Durch den Schuss – womöglich mit einem Kleinkaliber-Gewehr – sei das hintere Bein durchschlagen worden. Die Kugel habe das Tier seitlich gestreift und zudem an der Lunge verletzt. Letztlich wurde dann noch das vordere Bein vom Projektil durchbohrt. Trotz der Intensivbehandlung in der Nacht konnte das Tier nicht gerettet werden. Es starb wenige Stunden später. Die Tatsache, dass der Täter auf das Tier, das nach Meinung Bergers aufgrund der Zutraulichkeit keine Angst vor Menschen zeigte, kaltblütig aus nächster Nähe geschossen wurde, sei „eine Schweinerei“, so die Veterinärin. Auch das Ehepaar ist noch geschockt. „Wir sind extra aufs Land gezogen, damit wir mehr Platz für unsere Tiere haben, und dann sowas“, sagt Julia Poker. Das Paar hat neben den Katzen noch zwei Hunde. Auch Julia Pokers Mutter lebt mit im Haus. Auch sie hat noch einen Hund.

Nicht der erste Fall

Für Veterinärin Berger war dieser Fall nicht der erste . „Es gibt Leute, die betreiben es als Sport, auf Katzen zu schießen“, meint die Tierärztin. Das Ehepaar Poker will sich dies nicht gefallen lassen. Es hat Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei in Sögel erstattet. Wie der Sögeler Dienststellenleiter Bernd Haak mitteilt, ist die Tat kein Kavaliersdelikt. Er habe die Röntgenaufnahmen aus der Klinik gesehen und ausgewertet. Nach seiner Meinung handele es sich bei der verwendeten Munition um Schrot. „Wildernde Katzen dürfen außerhalb einer Entfernung von 300 Metern zu Wohnhäusern geschossen werden“, so Haak. Zudem gilt es für die Polizei zu klären, „ob es ein Jagdberechtigter war ober nicht“, so der Polizeihauptkommissar.„Nach dem Jagdgesetz gibt es keinen Grund, die Tiere zu schießen“, so Haak. Deshalb bittet er darum, dass sich Zeugen, die Aussagen zum Vorfall oder dem Auto des möglichen Täters machen können, sich unter Telefon 05952/93450 bei der Polizei in Sögel melden.