Trotzdem Einbußen Ernte im Nordkreis bisher besser als erwartet

Beide Ähren stammen vom selben Feld. Das Exemplar rechts ist mindestens ein Drittel kleiner. Foto: Maike PlaggenborgBeide Ähren stammen vom selben Feld. Das Exemplar rechts ist mindestens ein Drittel kleiner. Foto: Maike Plaggenborg

Werpeloh. Seit einer guten Woche ist die Getreideernte im Gange, sofern es nicht regnet. Bisher zeigt sich, dass die Landwirte zwischen Neudersum und Vrees mit den Erträgen zufrieden sein können, auch wenn in diesem Jahr rundweg mit zehn bis 15 Prozent weniger Getreide zu rechnen ist – gemessen am Rekordjahr 2014. Mit Spannung wird allerdings noch die Maisernte im Herbst erwartet.

Ortstermin Nummer zwei: Vor gut sechs Wochen war das erste Treffen mit Ackerbau-Experten der Beratungsringe Aschendorf-Hümmling auf einem Maisfeld, um Trockenschäden an Pflanzen in Augenschein zu nehmen. Damals wurden wegen der trockenen Monate Mai und Juni Ernteeinbußen von 15 bis 20 Prozent angenommen.

Dieses Mal werden Ergebnisse auf einem Triticalefeld, einer Kreuzung aus Roggen und Weizen, betrachtet. Die Pflanzen, zumindest das Getreide, haben durch den Regen der vergangenen Wochen noch einmal etwas aufholen können. Das Minus hat sich verringert: „Die Erträge sind in diesem Jahr um zehn bis 15 Prozent geringer“, sagt Norbert Schmees vom Arbeitskreis Ackerbau.

„Nicht so schlecht wie erwartet“

Das bestätigt auch Gerd Kock aus Werpeloh. Der Landwirt startet an diesem Tag mit dem Dreschen seines Getreides. „Die Ernte ist nicht ganz so schlecht wie erwartet“, sagt der 53-Jährige, „da muss man auch mal zufrieden sein“.

Sommergerste falle laut Schmees etwas schmaler aus in diesem Jahr. „6,5 Tonnen Ertrag pro Hektar ist ein guter Wert, jetzt sind es zwischen fünf und sechs.“ Bei der Wintergerste habe die Trockenheit nicht mehr zu Schäden geführt.

Im Übrigen meckere man auf hohem Niveau, denn die maximale Einbuße von 15 Prozent in 2015 bemisst sich am Rekordjahr 2014. Man sei bereits etwas verwöhnt, sagt Christian Holt, der wie Schmees beim Arbeitskreis Ackerbau arbeitet. „Wir hatten drei gute Getreidejahre in Folge.“

Unübersehbar beim in Augenschein genommenen Triticalefeld sind die hellen und dunklen Farbpartien an den Pflanzen. Das hänge mit der unterschiedlich starken Wasserversorgung zusammen, die wiederum von der Bodenqualität abhängt. Letztlich sei dies Schmees zufolge eine Folge der Trockenheit. Das Ergebnis zeigt sich an den unterschiedlich entwickelten Ähren, von denen manche bis zu 30 Prozent kleiner sind, als die normal gewachsenen Früchte.

Wie sich der zu geringe Niederschlag der Vergangenheit auf die Maisernte ab Ende September beziehungsweise Anfang Oktober auswirkt, ist noch unklar. Klar ist laut Schmees aber schon jetzt, dass die Pflanze zurzeit 14 Tage später dran ist als sonst. Wann genau die Erntezeit für Mais sein wird , hängt vom Wetter ab. „Wenn es jetzt vier Wochen lang trocken und heiß bleibt, wäre das der Totalausfall“, sagt Schmees. Die Hälfte des Ertrags wäre dann dahin. 25 Grad sollten das Maximum sein. „Mehr ist für Mensch und Tier nicht zu gebrauchen, und das gilt für Pflanzen genauso.