Treffen auf altem Dorfgelände Ehemaliger Wahner feiern 50. Wiedersehen

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Sögel. Ehemalige Bewohner und deren Nachfahren haben sich bereits zum 50. Mal zum „Wahner Treffen“ auf dem Gebiet des ehemaligen Hümmling-Dorfes zwischen Lathen und Sögel getroffen. Das Dorf wurde 1941 für den Schießplatz der Firma Krupp geräumt. Mit den 250 Besuchern ist Wilhelm Masbaum vom Heimatverein Sögel zufrieden.

Etwa ein Drittel der Gäste hätten noch in Wahn gelebt. Die anderen würden von Familien stammen, die ihren Ursprung in dem 1007-Seelen-Dorf hatten, so Masbaum. So wie er selbst. Wenige Monate nachdem seine Eltern das Dorf verlassen hatten, kam er zur Welt. „Für viele ist das Heimatgefühl“, sagte Masbaum, daher sei die Erinnerung wichtig. Er habe auch vor zehn Jahren geholfen, das Fundament der St.- Antoniuskirche wieder frei zu legen. Die Kirche wurde damals – wie der Rest des Dorfes – abgerissen, um dem Waffenerprobungsgebiet, heute WTD 91, Platz zu machen. Heute erinnern nur noch wenige Zentimeter hohe Mauerreste an den einstigen „Hümmling-Dom“. Die beim Abriss etwa zehn Jahre alte Kirche zählte zu den größten im Nordwesten.

Dort wo einst der „Hümmling-Dom“ stand, wurde nun zum zehnten Mal die Heilige Messe abgehalten. Dort, wo sich vor 70 Jahren die Kirchenbänke mit Platz für rund 650 Personen reihten, stehen Bierzeltgarnituren. Stufen zum erhöhten Altar sind noch erkennbar, genau wie der Eingang und das Taufbecken. „Davor haben wir uns auf dem alten Friedhof getroffen, der auf der anderen Seite der L51 liegt.“

Lebhafte Erinnerungen an seine alte Heimat hat Johann Gehrs. Der 83-Jährige lebt heute in Belm bei Osnabrück. „Ich bin hier geboren“, sagte er. Bis zu seinem elften Lebensjahr habe er in Wahn gelebt, nun würde er meistens zu den „Wahner Treffen“ anreisen. Die finden jedes Jahr am dritten Sonntag im Juni statt. Viele kennt er nicht mehr aus dem Dorfleben. „Das wird immer weniger“. Dennoch sei er mit mehren Leuten aus Belm angereist. Belm ist eines der 67 Dörfer, auf die die Bewohner damals aufgeteilt wurden.

In Wahn geboren wurde auch Thea Wilken aus Stavern. Erinnerungen an das Dorf hat sie nicht mehr. Drei Monate nach ihrer Geburt hatten auch ihre Eltern das Dorf verlassen. Dennoch kommt sie jedes Jahr. „Meine Eltern kommen von hier und sind immer dabei gewesen“. So habe es sie auch gelernt. „Das sind immer Familientreffen“. Ihre Cousins aus Belm seien auch gekommen. Wilken kommt auch abseits der Treffen häufig zurück an ihren Geburtsort – für die Grabpflege. Wie es einst in Wahn ausgesehen haben muss, zeigen viele Bilder, die rund um die alte Dorfstelle aufgebaut wurden.

Keine Berührungspunkte mit dem Ort Wahn hat indes Gerd-Albert Hesse aus Vlagtwedde. „Ich wollte schon immer einmal zu einem Wahner Treffen“, sagte der 87-Jährige. Seine ersten Erinnerung an die Region stammen aus der Zeit kurz nach dem Krieg. „Als die Grenzen wieder öffneten, bin ich hier viel rumgefahren“. Dabei habe er auch den verlassenen Ort entdeckt. Nun sei er aus Interesse gekommen.

Organisator Masbaum kündigte an, dass von dem Buch „Use olde Waohn“ im Herbst eine neue Auflage erscheinen soll. In der aktualisierten Fassung sollen auf nun etwa 260 statt 200 Seiten bisher unveröffentlichte Fotos aus Wahn erscheinen. Unterstützt wird die Neuauflage der Ortschronik vom Emsländischen Heimatbund.


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