Die Lebensqualität erhalten Palliativstützpunkt Sögel unterstützt Schwerkranke



Sögel. Die Debatte über eine Neuregelung der Sterbehilfe in Deutschland reißt nicht ab. Das bekommen auch die Mitarbeiter des Palliativstützpunktes Nördliches Emsland im Hümmling-Hospital in Sögel zu spüren. Ziel ihrer Arbeit ist es jedoch, Menschen mit einer unheilbaren Krankheit durch eine gute und aktive palliative Versorgung bis zu ihrem Lebensende zu begleiten. Im Thema der Woche wird diese Versorgung näher vorgestellt.

Ob Krebs, chronische Lungen- oder aber Nervenerkrankungen – wo es keine Möglichkeit der Heilung einer weit fortgeschrittenen Krankheit mehr gibt, dort beginnt die Arbeit des Palliativstützpunktes in Sögel. Neben dem in Thuine ist es einer von zwei Stützpunkten im Emsland. Er ist zuständig für den nördlichen und mittleren Teil des Landkreises. Durch ein Netzwerk von Ansprechpartnern soll Patienten mit einer unheilbaren Krankheit in ihrer letzten Lebensphase ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht werden. Ziel der Palliativmedizin ist es, belastende Symptome wie Schmerzen oder Luftnot zu kontrollieren. Gleichzeitig sollen Lebensqualität und Selbstbestimmung der Patienten trotz der begrenzten Lebenserwartung so gut wie möglich erhalten bleiben. „Wir wollen den Patienten und ihren Angehörigen die Umstände verständlich machen und ihnen Tipps geben, damit umzugehen“, erklärt Martina Mensen, Koordinatorin des Stützpunktes.

Der Palliativstützpunkt in Sögel bietet dafür sowohl stationäre als auch ambulante Versorgung an. Auf der Palliativeinheit im Krankenhaus können bis zu fünf Patienten gleichzeitig aufgenommen werden. Ein spezialisiertes Team kümmert sich auf der Station um die Schmerztherapie, die Symptomkontrolle sowie eine Krisenintervention. Ziel der Behandlung ist es jedoch, den Patienten wieder in seine gewohnte Umgebung zu entlassen und ihn gegebenenfalls weiter ambulant zu versorgen. Damit grenzt sich die Palliativmedizin von einem Hospiz ab, in welchem die Patienten bis zu ihrem Tod stationär begleitet werden.

Schwerpunkt des Stützpunktes in Sögel ist jedoch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Diese ist ein Zusatz zum bestehenden System aus Hausarzt und ambulantem Pflegedienst, damit der Erkrankte seine medizinischen und pflegerischen Ansprechpartner nicht verliert. Das Palliativteam besucht den Patienten dann regelmäßig zu Hause und organisiert eine medizinische, pflegerische und psychosoziale Betreuung.

Neben diesen zwei Säulen hat der Stützpunkt in Sögel für die Versorgung ein Netzwerk mit mehr als 170 Kontakten im nördlichen und mittleren Emsland aufgebaut. Dazu zählen ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, niedergelassene Haus- und Palliativärzte, stationäre Hospize und Hospizvereine, Gesprächstherapeuten, Seelsorger oder auch Apotheken. Wenn nötig, können die Kooperationspartner das bestehende Palliativteam rund um den Patienten ergänzen.

In jedem Fall werden aber immer die Angehörigen des an einer unheilbaren Krankheit Leidenden in die Versorgung einbezogen. Gemeinsam werde nicht nur über die Schmerzen des Patienten und deren Behandlung gesprochen, sondern ebenso über organisatorische Angelegenheiten wie die Art der Bestattung oder finanzielle Aspekte, berichtet Mensen. „Was viele nicht wissen, ist, dass die ambulante Palliativversorgung eine Kassenleistung ist“, fügt die Koordinatorin hinzu. Eine Verordnung des Hausarztes genügt, damit sich der Palliativstützpunkt um die entsprechende Versorgung kümmert.

Der Palliativstützpunkt Sögel bietet ein Beratungstelefon an, das rund um die Uhr unter der Telefonnummer 05952/2092580 zu erreichen ist. Weitere Informationen gibt es beim Hümmling-Hospital in Sögel.


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