Neue Gesichtspunkte Keine Mehrheit für Edeka in Sögels Mitte

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Auf diese Fläche hinter dem bestehenden Edeka-Markt müsste sich das Areal ausweiten, um für einen Neubau auszureichen. Foto: Hermann HinrichsAuf diese Fläche hinter dem bestehenden Edeka-Markt müsste sich das Areal ausweiten, um für einen Neubau auszureichen. Foto: Hermann Hinrichs

Sögel. Die umstrittene Umsiedlung des Edeka-Marktes in Sögel von der Sigiltrastraße auf den 2. Marktplatz findet nach Auffassung von Gemeindedirektor Günter Wigbers im Gemeinderat wohl keine Mehrheit mehr.

Wigbers betonte auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Gemeinderat bisher keinerlei Beschlüsse zum Thema Edeka gefasst habe. „Gleichwohl gibt es zwei neue Gesichtspunkte, die nach meiner persönlichen Einschätzung dazu führen werden, dass ein Verbrauchermarkt am Marktplatz im Rat keine Mehrheit finden wird.“ Erstens habe Edeka durchklingen lassen, dass ein alternativer Standort geprüft werde, sofern der Marktplatz nicht zur Verfügung steht. Das sei bisher anders gewesen. Zweitens halte der Kirchenvorstand das Grundstück hinter dem heutigen Edeka-Markt für eine Friedhofserweiterung für entbehrlich. Auch das sei vorher anders gewesen. „Diese neuen Erkenntnisse sprechen derzeit für eine Lösung an der Sigiltrastraße.“

Bei der Edeka-Miha Immobilien-Service GmbH ist man nicht erfreut über die jüngsten Entwicklungen. Wie Stefan Schwecke, Leiter Expansion Nordwest, auf Anfrage sagte, „ist der Standort am 2. Marktplatz, unserer Meinung nach, die beste Alternative, um für uns und dem selbstständigen Kaufmann vor Ort eine Existenz darzustellen“. Da es dafür aber keine Mehrheiten gebe, werde nun nach Alternativen in Sögel gesucht. Schwecke: „Dazu gehört auch die Erweiterung oder Neuaufstellung am heutigen Standort.“

An genau dieser Stelle gab es aber bislang ein Platzproblem, um hier ein größeres neues Gebäude mit ausreichend Parkplätzen bauen zu können. Das ist aber offenbar so gut wie gelöst. Pfarrer Bernhard Horstmann bestätigte auf Anfrage, dass eine Überprüfung ergeben habe, dass die Kirchengemeinde die gesamte potenzielle Erweiterungsfläche, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet, für den Friedhof nicht benötigt wird. „Wir können die Hälfte der rund 4000 Quadratmeter abgeben.“ Der Friedhof in seiner aktuellen Größe reiche noch für 20 Jahre. Der Verzicht auf die Fläche sei auch deshalb möglich, weil sich das Beerdigungswesen ändere, hin zu mehr Urnenbestattungen und damit weniger Platzbedarf.

Unterdessen laufen die Beratungen der Gemeinde mit dem Investorenduo Kohne/Fortwengel, das auf einem Teil der nach dem Abriss des Kindergartens frei werdenden Marktplatzfläche ein Hotel- und Gastronomiekonzept umsetzen will.

Markus Kohnen, Mitinitiator des Bürgerbegehrens gegen die Edeka-Umsiedlung, erwartet nun, dass sich der Rat per Beschluss gegen einen Vollsortimenter auf dem 2. Marktplatz ausspricht, um das Bürgerbegehren beenden zu können.


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