Bildung eines Ausschusses In Sögel wird über einen Friedhofswald nachgedacht

Einen Friedhofswald gibt es seit 2010 in der Stadt Meppen. Bei dem Kreuz finden die Trauerfeiern statt. Foto: ArchivEinen Friedhofswald gibt es seit 2010 in der Stadt Meppen. Bei dem Kreuz finden die Trauerfeiern statt. Foto: Archiv

Sögel. Die Gemeinde Sögel will einen Ausschuss bilden, der sich mit der Errichtung eines Friedhofswaldes in Sögel befasst. Das hat der Rat der Gemeinde in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Hintergrund ist ein entsprechender Antrag einer Sögelerin vom 3. September. Nach Angaben von Bürgermeisterin Irmgard Welling wird dieser durch sechs weitere Einwohner unterstützt. Wie Welling in der Ratssitzung erklärte, sieht die Antragstellerin die Bestattungskultur im Wandel. Zudem gebe es in vielen Familien das Problem, dass Angehörige von Verstorbenen nicht vor Ort wohnten, um die Grabpflege zu gewährleisten.

Aus diesem Grund halte sie einem Friedhofswald für eine alternative Form der Bestattung. Dabei wird die Asche Verstorbener in einer biologisch abbaubaren Urne direkt an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Die Bäume werden anschließend mit einer Nummer oder einem kleinen Namensschild gekennzeichnet. Grabpflege ist bei dieser Form der Bestattung nicht notwendig, da dies von der Natur übernommen wird. Auch Wege wären in einem Friedhofswald nicht erforderlich.

Die Einwohnerin begründete ihren Antrag nach Angaben der Bürgermeisterin zudem damit, dass der bisherige Platz für Urnen auf dem Sögeler Friedhof nicht sehr ansprechend gestaltet sei. Weiterhin sei ein Friedhofswald eventuell eine Alternative für konfessionslose Mitbürger.

Welling erklärte in der Ratssitzung, dass es in der Gemeindeverwaltung unterschiedliche Auffassungen dazu gebe. Deshalb sei es sinnvoll, das Thema gemeinsam mit der katholischen und der evangelischen Kirche zu erörtern.

Gedenkkultur erhalten

Aus der Beschlussvorlage des Rates geht hervor, dass die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus bereits über das Anliegen informiert worden ist. Der Vorstand habe den Antrag allerdings mit der Begründung abgelehnt, dass ein solcher Wald die Tendenz zu anonymen Bestattungen nur verstärke. Damit würde der Charakter eines Friedhofes als Stätte öffentlicher Gedenkkultur verloren gehen. Auch Grabsteine und -schmuck halte die Kirchengemeinde für notwendig, um das Abschiednehmen sowie die Trauerbewältigung zu unterstützen.

Die Antragsteller haben dieser Begründung laut Beschlussvorlage entgegnet, dass es auf dem Friedhof in Sögel auch jetzt Grabstätten ohne Stein gebe. Viele Gräber seien zudem – trotz Grabsteins – ungepflegt. Schließlich sei es nicht das Ziel der Antragsteller, den jetzigen Friedhof zu ersetzen, sondern lediglich das Angebot zu ergänzen. Damit könnten Angehörige etwa den Letzten Willen des Verstorbenen respektieren und müssten sich nicht um die Grabpflege kümmern.

Mit dem Beschluss nimmt der Gemeinderat den Antrag zur Kenntnis. Eine Entscheidung bedarf demnach allerdings einer umfangreichen Vorbereitung. In dem Ausschuss dafür sollen Vertreter der politischen Gemeinde und der beiden Kirchengemeinde zusammenkommen, um sich damit zu beschäftigen. Ratsmitglied Ralf Schröder (SPD) erklärte bereits in der Sitzung, dass er die Initiative sehr begrüße und auf ein positives Ergebnis hoffe. Die Bürgermeisterin verriet bereits, dass sie die Sache anders sehe, die entsprechende Debatte darüber aber später erfolgen werde.

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