Investoren melden sich zu Wort Jetzt zwei Bewerber um Sögeler Marktplatz

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Sögel. Die Sögeler Unternehmer Alfons Kohne und Monika Fortwengel sind mit in den Ring gestiegen: Neben Edeka sind sie nun der zweite Bewerber, der öffentlich um die Gunst der Gemeinde buhlt, dort ein Projekt verwirklichen zu können. Während der Informationsveranstaltung des Wirtschaftsverbandes präsentierten Fortwengel und Kohne ihr in den vergangenen Wochen entwickeltes Vorhaben vor den deutlich mehr als 220 Gästen.

Der eigentliche Anlass der Veranstaltung war aber, das Für und Wider der Umsiedlung des Edeka-Marktes von der Sigiltrastraße in das Ortszentrum auszuloten, gegen dessen Realisierung ein Bürgerbegehren gestartet worden ist. Dabei hat es der Wirtschaftsverband geschafft, wirklich alle Akteure zu versammeln, die denn auch bereitwillig die Chance nutzten, ihre Sicht auf die Dinge zu schildern.

Gemeindedirektor Günter Wigbers versicherte, dass noch nichts „unterschrieben“ ist und Beratungen bislang lediglich in den Ratsfraktionen geführt worden sind. Der Vertreter der Edeka-Expansionsgesellschaft, Volker Gruhne, betonte indes den festen Willen seiner Genossenschaft, dem Edeka-Kaufmann Heinrich Meyer und dessen in den Startlöchern stehenden Nachfolger auf dem 2. Marktplatz eine Zukunftsperspektive geben zu wollen. Die sei mit dem bestehenden Markt nicht mehr gegeben. „Wir wollen unbedingt ins Zentrum“, sagte Gruhne und verwies auf die mindestens benötigte Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern und zeigte sich sicher, dass es zwei Gewinner geben wird: Edeka und die Märkte auf dem Kohlenhof. Zudem erhalte die Ortsmitte ein neues architektonisch ansprechendes Gebäude.

Der aktuelle Marktbetreiber Heinrich Meyer warb ebenfalls um Zustimmung für das Vorhaben. „Das Gebäude ist verbraucht und die Verkaufsfläche zu klein.“ Im September kommenden Jahres laufe der Mietvertrag aus. „Dann werden wir den Ausverkauf starten und das Licht ausmachen.“ Stefan Schwecke, Leiter der Expansionsabteilung, wollte am Rande der Veranstaltung auf Nachfrage unserer Redaktion allerdings nicht bestätigen, dass mit dem Scheitern der Umsiedlung Edeka den Standort Sögel aufgibt. „Wenn es nicht klappt, müssen wir uns um Alternativen kümmern.“

Eine mögliche Alternative stellten Alfons Kohne und Monika Fortwengel vor. Deren Ausführungen zufolge wollen sie als Investorengemeinschaft ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem 2. Marktplatz errichten. Hier sollen Wohneinheiten, ein Hotel, Tagungsräume sowie ein Café und Restaurant mit Innen- und Außengastronomie entstehen. Kohne sieht das Kundenpotenzial insbesondere in den vielen Besuchern des Schlosses. Er stellte das Projekt unter das Motto „Flanieren zwischen Schloss und City“. „Die Politik muss entscheiden, ob ein Markt gebaut werden soll oder ob man uns investieren lässt.“ Sofort nach dem Abriss könne mit dem Bau begonnen werden, und im Mai 2016 sei bereits alles fertiggestellt.

Überhaupt nicht in der Entscheiderrolle sieht sich indes die Kirchengemeinde St. Jakobus, der die Marktplatzfläche gehört. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Helmut Westermann, bestätigte, dass die Kirche der Gemeinde ein 1700 Quadratmeter großes Grundstück auf Basis eines Erbbaurechtvertrages überlassen werde. Zwar seien Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat nicht glücklich mit der Ansiedlung eines Marktes, doch sei die Ortsentwicklung und damit die künftige Nutzung der Fläche allein Sache der Gemeinde.

Das wollen die Bürger in diesem Fall aber nicht allein dem Rat überlassen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens um Unternehmer Markus Kohnen befürchten nämlich eine Fehlentwicklung im Ortskern wie auch in der Sigiltrastraße. Sie wollen den Markt behalten, wo er ist, und dort neu gebaut sehen. Wie Kohnen bekannt gab, sind nach nur drei Wochen bereits 1110 Unterschriften gesammelt worden. „Der Bürgerentscheid wird kommen.“


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