Bauchredner-Puppe versteigert Benefiz-Comedy-Gala in Sögel ausverkauft

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Sögel. Sechs Künstler haben am Samstagabend das Publikum in Sögel mit einem abwechslungsreichen Comedy-Programm zum Lachen gebracht. Der Erlös der Veranstaltung soll dem Sögeler Verein Bauchgefühl zugute kommen.

Für 1650 Euro hat eine Werlterin am Samstagabend den Zuschlag für eine einzigartige Bauchredner-Puppe bekommen. Im Rahmen der vierten Comedy-Gala zugunsten des Vereins Bauchgefühl gab sie bei der Versteigerung das letzte Gebot ab. Das Besondere war, dass die Puppe auf amerikanische Art versteigert wurde. So sammelte das gesamte Publikum gemeinsam den Betrag von 1650 Euro. Jeder Bieter musste dabei die Differenz zum vorherigen Gebot zahlen.

Dr. Max Steuber, Organisator der Gala und Vereinsvorsitzender, stellte die Puppe zur Verfügung. Er selbst hatte sie einem amerikanischen Bauchredner und Klinik-Clown abgekauft. Da er selbst aber bisher noch nicht mit der Puppe aufgetreten sei, soll sie nun dem Verein – und damit hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen – zugute kommen. Zum Erlös der Versteigerung kommen am Ende noch die Einnahmen aus Eintrittgeldern und der Spendenbox hinzu.

Neben der Versteigerung, an der das Sögeler Publikum mit großem Eifer teilnahm, waren es aber vor allem die Künstler, die für gute Stimmung sorgten. Gleich zwei der angekündigten Stand-Up-Comedians – David Werker und Jamie Wierzbicki – mussten ihren Auftritt zwar kurzfristig absagen, dafür sprang jedoch Heino Trusheim ein. Sie alle kennt Steuber von seinen eigenen Auftritten als Bauchredner. In Sögel war bisher allerdings nur einer der von ihnen: Michael Schönen. Er trat bereits vor zwei Jahren auf der Gala auf. „Der hat so viele verrückte Ideen, den muss man einfach zweimal sehen“, begründete Steuber seine Entscheidung, bei dem Comedian ein zweites Mal anzufragen. Mit Wortspielen und Reimen berichtete Schönen schließlich von seiner Freundin, seinem Gewichtsproblem und vom Dichten. In der Pause schrieb er sogar ein Gedicht mit Begriffen, die das Publikum ihm zuvor zugerufen hatte.

Komiker mit Diabolo

Als Kontrast zu Schönens Wortakrobatik folgte Nisse Barfuß, der die knapp 250 Besucher als Artist und Kabarettist begeisterte. Mit seinem Diabolo namens Uwe hüpfte er über die Bühne und erzählte dabei Urlaubsgeschichten seines Begleiters. Steuber bezeichnete diese Form von Unterhaltung als Akromedy (Akrobatik und Comedy).

Die Aachenerin Liza Kos, die gebürtig aus Russland kommt, stellte in ihrem Programm Klischees über deutsche und russische Menschen in den Mittelpunkt. Dabei nahm sie sich selbst nicht so ernst und erzählte auch über ihre eigene Integration. In ihren Liedern bekundete sie, dass sie trotz des Gejammers, der akribischen Mülltrennung oder der Unpünktlichkeit der Bahn ihr Herz an Deutschland verloren habe.

Jubelnden Applaus gab es vom Publikum aber auch für Else Roe und Heino Trusheim. Die Rentnerin Else Roe erzählte und sang von ihrem Leben als ehemaliges Showgirl. Trusheim karikierte dagegen Alltagssituationen in Familien. Er selbst werde beispielsweise nie verstehen, warum ein Geschirrspüler richtig und falsch eingeräumt werden kann. Und natürlich trat auch Steuber selbst als Bauchredner mit Alois Alzheimer auf. Und das soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein: Sein Ziel ist es, die Benefiz-Comedy-Gala jährlich zu veranstalten.


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