Diözesanversammlung Kolping sucht in Sögel den Draht zur Jugend

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Auf der Suche nach Denkanstößen (von links): Christoph Helming, Matthias Voss, Karl-Heinz Kenning, Daniel Brinker, Margret Möheken, Karin Buchholz, Norbert Frische und Reinhard Molitor. Foto: Jan-Hendrik KuntzeAuf der Suche nach Denkanstößen (von links): Christoph Helming, Matthias Voss, Karl-Heinz Kenning, Daniel Brinker, Margret Möheken, Karin Buchholz, Norbert Frische und Reinhard Molitor. Foto: Jan-Hendrik Kuntze

Sögel. Wie bleibt man jung? Diese Frage stellen sich viele Vereine und Verbände in der Region, die mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben. Mit der Thematisierung dieser Fragestellung ist am Freitag im Sögeler Heimathaus die Diözesanversammlung des Kolpingwerkes Osnabrück gestartet.

Dass der Redebedarf in Sachen Jugendarbeit bei den Kolpingern groß ist, zeigten zahlreiche Wortmeldungen in einer Diskussionsrunde. So gestand zum Beispiel ein Kolpinger ein, dass der Ortsvorstand in seiner Gemeinde die Jugend nicht mehr erreiche. Die Mitglieder seien zu alt dafür, sich in die Gedankenwelt der jungen Menschen zu begeben. Es fehle an Wissen, wie Jugendliche und junge Erwachsene zur Mitarbeit begeistert werden können. Anderen fehlt dieser Draht offenbar ebenfalls.

Nun ist es nicht so, dass der Kolpingdiözesanverband Osnabrück im Vergleich mit anderen Diözesen in Sachen Nachwuchs schlecht dasteht. Im Jahresbericht ist nachzulesen, dass sich die Zahl der Mitglieder in der „Kolpingjugend“ in den vergangenen vier Jahren stets erhöht hat. „Diese Entwicklung läuft entgegen dem bundesweiten Trend“, erklärte Daniel Fissenewert, Jugendreferent der Kolpingjugend im Osnabrücker Diözesanverband, am Rande der Veranstaltung.

Im Durchschnitt über 40

Doch fest steht auch, dass der durchschnittliche Kolpinger im Diözesanverband zwischen 40 und 80 Jahre alt ist. Grund genug also, unter dem Motto „Kolping macht Mut – Wie wir jung bleiben“ die Diözesanversammlung, die noch bis Sonntag andauert, durchzuführen. Zu Beginn skizzierte Bernhard Horstmann, Pfarrer in Sögel, die Problematik. Die Vereine fänden deshalb keine jungen Menschen mehr, weil zum einen durch die ungünstige demografische Entwicklung immer weniger junge Leute vor Ort seien. Andererseits hätten Jugendliche und junge Erwachsene immer weniger Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten und ein Engagement außerhalb von Schule und Beruf. „Eine Antwort auf diese Entwicklung könnte sein, dass die Alten wieder jung werden müssen“, so Horstmann, damit der Verein weiterhin jung bleibt.

Um in die Thematik möglichst tief einzudringen, hatte der Kolpingverband Karin Buchholz, Leiterin des Diözesanjugendamtes im Bistum Osnabrück, sowie Matthias Voss, evangelischer Jugendpastor des Kirchenkreises Emsland-Bentheim, zu Vorträgen eingeladen. Voss stellte den Kolpingern die Sinus-Milieu-Studie aus dem Jahr 2012 vor und stellte ernüchternd fest, dass kirchliche Jugendarbeit nur zwei von sieben Milieus anspricht. Klassischerweise empfänden gerade Jugendliche des konservativ-bürgerlichen Milieus kirchliche Themen als besonders wichtig. „Böse gesagt: Ausgerechnet die Jugendlichen, die nie jung waren“, so Voss mit Blick auf die Vernunftorientiertheit der jungen Menschen in diesem Umfeld. Die Herausforderung sei nun, sich den anderen Milieus zu öffnen.

Einen anderen Schwerpunkt legte Buchholz in ihrem Vortrag, der die Aufforderung erhielt, die Möglichkeiten zur Teilhabe junger Menschen an Entscheidungsfindungen in Vereinen zu stärken und zu verändern. Die alten Verbandsstrukturen würden den Jugendlichen als zu starr gelten. Auch die Art der Teilnahme habe sich geändert: Statt eines langfristigen Engagements in der Vereinsarbeit würden Jugendliche heutzutage viel lieber projektbezogen tätig werden.


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