CDU schlägt UWG-Ratsherrn vor Börger: Hermann Wöste soll Bürgermeister werden

Von Hermann Hinrichs

Die CDU im Rat Börger schlägt den UWG-Ratsherrn und amtierenden zweiten stellvertretenden Bürgermeister Hermann Wöste als Bürgermeister der Gemeinde vor. Foto: PrivatDie CDU im Rat Börger schlägt den UWG-Ratsherrn und amtierenden zweiten stellvertretenden Bürgermeister Hermann Wöste als Bürgermeister der Gemeinde vor. Foto: Privat

Börger. Überraschung in Börger: Die CDU-Gruppe hat sich mit dem UWG-Ratsherrn und zweiten stellvertretenden Bürgermeister Hermann Wöste auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Wöste soll in der kommenden Woche mit dieser neuen Mehrheitskonstellation im Rücken zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt werden. Diesen Vorschlag machte die CDU am Mittwochabend während eines informellen Treffens aller Ratsmitglieder.

Der Posten des Bürgermeisters ist nach dem überraschenden Rücktritt von Hans Schwarz (CDU) aufgrund von Querelen im Rat seit Mitte März vakant. Seither leitet sein Stellvertreter Jürgen Ermes (SPD) die Amtsgeschäfte kommissarisch. Ermes hatte Mitte Mai angekündigt, selbst für den Posten des Bürgermeisters zur Verfügung zu stehen.

Dass daraus nun wohl endgültig nichts wird, ist der Tatsache geschuldet, dass sich das bisherige Kräftegleichgewicht im Rat (CDU: sechs Sitze; SPD/UWG: sechs Sitze) nun zugunsten der CDU-Gruppe verändern wird, da mit Hermann Wöste zukünftig mindestens einer der beiden UWG-Ratsherren mit der CDU zusammenarbeiten wird. Wöstes Parteikollege Heinz Engbers zeigte sich indes überrascht von der Entwicklung. Er hat sich noch nicht festgelegt, wie er am Mittwoch kommender Woche bei der Bürgermeisterwahl entscheiden wird.

Das Patt im Rat war entstanden, weil nach der Kommunalwahl 2011 die SPD nicht genügend Kandidaten auf ihrer Liste hatte, um alle fünf vom Wähler bekommenen Mandate besetzen zu können.

Der Sprecher der CDU-Gruppe, Ansgar Kossen, kündigte an: „Wir als CDU-Gruppe werden Hermann Wöste einstimmig unterstützen.“ Er betonte, dass in den kommenden zwei Jahren die Sachpolitik im Vordergrund stehen solle und die Mitarbeit daran allen Ratsgruppen offen stehe.

Wöste selbst betonte auf Anfrage, dass es sein Ziel sei, „eine Einheit hinzubekommen, sodass für Börger etwas dabei herauskommt“. Dabei wolle er möglichst mit allen Gruppen zusammenarbeiten, strebt Wöste eine überparteiliche Amtsführung an. Zudem ist ihm ein großes Anliegen, dass die Gemeinde Börger wieder enger mit der Samtgemeinde Sögel zusammenarbeitet. In den vergangenen Jahren war es rund um die Gründung der Freien Realschule in Börger zu schweren Zerwürfnissen zwischen dem Gemeinderat und Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers gekommen. Wöste ist Landwirt und gehört dem Gemeinderat seit nun 29 Jahren an.

„Maßlos enttäuscht“ ist indes Jürgen Ermes, der aber nach wie vor an seiner Kandidatur festhält. Er zieht eine durchweg positive Bilanz seiner mehrmonatigen Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung. Er habe sich dafür eingesetzt, „die Wogen zu glätten“ und die Beziehungen zur Samtgemeinde und dem Landkreis wieder zu normalisieren. „Für mich hätte es so weitergehen können.“

Enttäuscht von der jüngsten Entwicklung zeigte sich der Sprecher der Sozialdemokraten im Rat, Klaus Fleer. Die CDU habe es geschafft, SPD und UWG auseinanderzudividieren. „Aber das ist Demokratie.“ Dennoch wolle man weiter an Jürgen Ermes festhalten. Und da stehe die SPD-Gruppe einhellig zusammen. Fleer hält es aber für möglich, dass es in der Wahlsitzung vielleicht doch zu einer Überraschung kommt. „Das wäre nicht das erste Mal.“ So oder so: Es gehe jetzt darum, vernünftige Ortspolitik zu machen.

Die Ratssitzung für die Bürgermeisterwahl findet am Mittwoch, 17. September, ab 20 Uhr im Jugendheim der Gemeinde Börger statt.