Grundstückstausch mit Nachbarn Schlachthof Weidemark in Sögel will bauen

Seit 2006 hat das Unternehmen Weidemark rund 60 Millionen Euro in den Standort Sögel investiert. Foto: Gerd SchadeSeit 2006 hat das Unternehmen Weidemark rund 60 Millionen Euro in den Standort Sögel investiert. Foto: Gerd Schade

Sögel. Der Schlachthof Weidemark in Sögel will auf dem Gelände einer benachbarten Firma einen neuen Gebäudekomplex errichten. Mit einer Ausweitung der Schlachtkapazitäten hat das Vorhaben allerdings nichts zu tun.

Wie der Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel, Günter Wigbers (CDU), am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, will Weidemark auf dem bisherigen Gelände der Firma Holzbau Quappen Umkleide- und Sanitäreinheiten für die Mitarbeiter schaffen. Außerdem sollen Lager- und Verwaltungsräume entstehen. „Im Gegenzug erwirbt die Firma Quappen von Weidemark einen Hallenkomplex“, erklärte Wigbers. Beide Unternehmen liegen an der Industriestraße. Derzeit werde ein entsprechender Grundstückstausch vorbereitet. Wie der SG-Bürgermeister weiter ausführte, wird Quappen auf dem bisher von Weidemark genutzten Gelände künftig seine Holzbau- und Spielplatzbausparte neu aufstellen. Dafür soll die vorhandene Halle erweitert werden. Außerdem plant das mittelständische Unternehmen die Errichtung eines Bürogebäudes.

„Eine Ausweitung der Schlachtkapazitäten ist mit dem Grundstückstausch nicht verbunden“, betonte Wigbers. Vielmehr sollen neben dem geplanten Gebäudekomplex neue Parkplätze angelegt und ein Regenrückhaltebecken gebaut werden.

Und doch sollen die Schlachtzahlen weiter steigen. Derzeit werden in Sögel etwa 85000 Schweine pro Woche geschlachtet. In Zukunft sollen es 105000 sein. Das wären dann sieben Millionen Tiere pro Jahr. Die beabsichtigte Ausweitung bildet gewissermaßen den Abschluss eines über mehrere Jahre angelegten Investitionsprogramms zur Modernisierung und zum Ausbau des Schlachthofes. Nach Angaben des Unternehmens sind seit 2006 rund 60 Millionen Euro in den Standort Sögel investiert worden.

Der Schlacht- und Zerlegebetrieb Weidemark ist seit fast 15 Jahren Teil des Tönnies-Konzerns mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück und schon jetzt der größte seiner Art in Niedersachsen. Bei Weidemark arbeiten 200 Menschen in Festanstellung. Hinzu kommen etwa 1000 Werkvertragsarbeiter.

Die Schweine werden mit Lkw aus der deutsch-niederländischen Grenzregion nach Sögel transportiert. Ihr Fleisch bleibt Unternehmensangaben zufolge nur zu 40 Prozent in Deutschland. Größter Exportmarkt ist demnach England.


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