Modellversuch soll sensibilisieren Kampagne gegen Baum-Unfälle startet in Sögel

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Das erste Plakat ist von Landrat Reinhard Winter, Staatssekretärin Daniela Behrens, Bernd Kaiser (Verkehrswacht Emsland) und Hans Szypulski (Landesverkehrswacht) enthüllt worden. Foto: Manfred FickersDas erste Plakat ist von Landrat Reinhard Winter, Staatssekretärin Daniela Behrens, Bernd Kaiser (Verkehrswacht Emsland) und Hans Szypulski (Landesverkehrswacht) enthüllt worden. Foto: Manfred Fickers

Klein Berßen. Schnurgrade ist die Landesstraße 54 zwischen Klein Berßen und Sögel. Schon ein kleiner Fahrfehler bei hoher Geschwindigkeit, und der Wagen prallt gegen einen der Bäume, die die Straße säumen. Eine neue Plakatwand warnt hier vor dieser Gefahr.

Das Poster mit der Aufschrift „Bäume springen nicht zur Seite“ ist Teil eines Modellversuchs in Niedersachsen, den das Verkehrsministerium, sechs Landkreise und die Verkehrswacht am Dienstag in Klein Berßen gestartet haben. Niedersachsen ist das Land mit der höchsten Zahl an Baumunfällen in Deutschland. 2013 erlitten bei Unfällen dieser Art 874 Menschen schwere bis tödliche Verletzungen, 82 im flächengrößten Landkreis, dem Emsland.

Im Februar waren diese Zahlen Thema einer Gesprächsrunde in Hannover. Das Verkehrsministerium, die Landkreise Emsland, Osnabrück, Friesland, Hildesheim, Osterholz und Cuxhaven hätten gemeinsam mit der Verkehrswacht und der Polizei den Modellversuch beschlossen, sagte Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens. Weil nicht an die Straßenverhältnisse angepasste Geschwindigkeit als Hauptgrund für Baumunfälle gilt, setzt der Versuch auf die Einsicht der Autofahrer. „Plakate und Dialogdisplays sollen helfen, die Verkehrsteilnehmer für diese Gefahren zu sensibilisieren“, sagt Behrens. Die teilnehmenden Landkreise bekommen die Möglichkeit, auf besonders gefährlichen Straßenstücken die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren. Dort, wo die Risiken auf Straßen in den Modelllandkreisen am größten sind, sollen die Folgen eines Abkommens von der Fahrbahn durch zusätzliche Schutzeinrichtungen gemindert werden. In den nächsten drei Jahren werden die Ergebnisse des Versuchs ausgewertet.

Für die Kreisverwaltungen bedeutet dies, die Unfallgefahr im Bereich von Alleen und bei einzeln an den Straßen stehenden Bäumen zu prüfen, erklärte der emsländische Landrat Reinhard Winter. Dabei helfen die Polizei und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Im Emsland gibt es 250 Kilometer Bundesstraßen, 478 Kilometer Landesstraßen 863 Kilometer Kreisstraßen und circa 3500 Kilometer Gemeindestraßen. Mit Hinweis auf die vielen Straßenkilometer, die zu prüfen sind, rechtfertigt Behrens den Zeitaufwand: „Wenn der Versuch Effekt hat, dann werden die Ergebnisse landesweit genutzt.“

Verkehrswacht hilft mit

Froh über den Modellversuch ist die Landesverkehrswacht Niedersachsen. Seit sechs Jahren führt sie eine Kampagne gegen Baumunfälle. Hans Szypulski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied aus Georgsmarienhütte, versprach beim Start des Versuchs, dass die Experten seines Vereins helfen werden. Mit der Kampagne soll das Risikobewusstsein der Fahrer, insbesondere von Fahranfängern verbessert werden. Eine Empfehlung ist, Bremsen und Ausweichen zu üben. Darum will der Landkreis verstärkt für den Übungsplatz in Lingen werben und den Bau eines zweiten Platzes im Norden des Emslands unterstützen.


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