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200 Einsatzkräfte im Einsatz Drei Großbrände in Sögel: Brandstiftung?


matt/kan/lev/br/kfr Sögel. Gleich drei Großbrände musste die Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch in Sögel bekämpfen. Wegen der zeitlichen und räumlichen Umstände der Brände ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Aus Sorge um ihre Unternehmen waren mehrere Betriebsleiter noch in der Nacht zu ihren Gebäuden geeilt, um diese zu schützen.

Betroffen war zunächst ein Bullenstall an der Industriestraße. Fast zeitgleich standen unweit auch rund 100 Rundballen in Flammen. Ihren dritten Einsatz hatten die sechs alarmierten Feuerwehren auf dem Gelände der Raiffeisengenossenschaft. Hier wütete ein Brand in einer Lagerhalle.

Gegen 23 Uhr ging der erste Notruf in der Rettungsleitstelle ein. Wie ein Sprecher der Polizei Papenburg erklärte, hätten Mitarbeiter eines Schlachthofes die Feuerwehr alarmiert. Bei Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte stellte sich heraus, dass es sich um zwei voneinander getrennte Brandherde handelte. Sofort wurde die Alarmstufe erhöht und die Feuerwehren aus Börger, Werlte, Spahnharrenstätte, Berßen und Werpeloh nachalarmiert.

Beim ersten Brand handelte es sich um ein Feuer in einem Bullenstall an der Industriestraße. Hier konnte die Feuerwehr noch einen Trecker, eine Kutsche, einen Radlader sowie zehn Rinder in Sicherheit bringen. Auf dem Dach des Gebäudes war eine Fotovoltaikanlage installiert. Sie wurde von den Flammen vollständig zerstört.

Beim zweiten Feuer in etwa 70 Meter Entfernung standen rund 100 Heurundballen in Flammen. Aufgrund der Tatsache, dass nur ein Hydrant zur Wasserentnahme in unmittelbarer Nähe des Feuers vorhanden war, hatte man vorsorglich die fünf umliegenden Feuerwehren sofort nachalarmiert, so dass die Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Löschwasser an den Brandort befördern konnten. Dass dieser Umstand sich als gute Entscheidung des Einsatzleiters erwies, war spätestens um 0.25 Uhr klar, als ein weiteres Feuer in Sögel gemeldet wurde. Feuerwehrleute waren unterwegs gewesen, um Material nachzuholen, sahen den Brand und meldeten der Leitstelle einen weiteren Vollalarm. Es brannte noch eine größere Lagerhalle des Raiffeisenmarktes im Industriegebiet Püttkesberge, in der Dämmstoffen aller Art und Brikettvorräte gelagert waren.

Aufgrund der hohen Anzahl der Kräfte vor Ort, nachdem Verstärkungen aus Werlte und Lahn eingetroffen waren, konnten sofort die ersten Fahrzeuge zum dritten Einsatzort ausrücken. Als hier die ersten Kräfte eintrafen schlugen die Flammen bereits aus dem Gebäude. Dicke schwarze Rauchschwaden von brennendem Styropor waberten über der Halle. Wegen der massiven Rauchentwicklung wurde auch ein Messtrupp des DRK-ABC-Zuges Bawinkel alarmiert. Acht Helfer in fünf Fahrzeugen analysierten Luftproben an verschiedenen Orten. Es wurden laut Einsatzleiter Werner Wehlage keine bedenklichen Werte festgestellt. Weil der Rauch nicht in den Ort zog, war es nicht notwendig, die Bevölkerung zu Schutzmaßnahmen - Fenster und Türen geschlossen zu halten - aufzufordern.

Insgesamt kämpften etwa 200 Einsatzkräfte teils gleichzeitig an den drei Einsatzstellen gegen die Flammen. Leicht hatten sie es nicht, die gut gesicherten Brandstellen zu erreichen: Tore und Zäune mussten mit Trennschleifer und Bolzenschneider geöffnet werden, um auf das Gelände zu kommen. Mit Erfolg: Ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Werkstätten von A + W konnte auf dem Gelände des Raiffeisenmarkts verhindert werden.

Noch in der Nacht war die Polizei im Bereich Sögel unterwegs, um nach einem möglichen Brandstifter zu fahnden. Streifen patrouillierten durch das Industriegebiet. Brandermittler der Polizei haben noch in der Nacht die Ermittlungen an den einzelnen Orten aufgenommen. Ein Polizeisprecher bestätigte am Morgen die Vermutung einer Straftat: „Wir gehen von Brandstiftung aus.“ Zum einen seien drei Brände innerhalb kurzer Zeit in solch einer Nähe zueinander unwahrscheinlich. Zum anderen schieden technische Ursachen seiner Meinung nach aus.

Ein Gesamtschaden kann bisher nicht beziffert werden, wird aber mehrere 100000 Euro betragen. Noch in der Nacht waren mehrere Betriebsleiter aus Angst vor weiteren Brandstiftern in das Industriegebiet geeilt, um die Gebäude zu bewachen.

Gegen 3 Uhr in der Nacht waren die Feuer so weit unter Kontrolle, dass die ersten Einsatzkräfte der von außerhalb zu Hilfe geeilten Feuerwehren wieder abrücken konnten. Nicht so die Feuerwehr Sögel: Die ehrenamtlichen Brandbekämpfer schlugen sich bis um 8 Uhr morgens die Nacht um die Ohren, um immer wieder aufflammende Brände und Glutherde bei Dämmmaterial und Brikett -Vorräten zu löschen.


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