Explosion in Werkhalle Großübung der Feuerwehren der Samtgemeinde Sögel


Sögel. Großalarm für die fünf Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Sögel: Im dem 10000 Quadratmeter großen Firmenkomplex der Wagener Gastronomie Engineering GmbH sollte es einer Explosion gekommen sein. Zehn Mitarbeiter wurden vermisst.

Das Szenario für die bis zuletzt geheim gehaltene Übung sah vor, dass es in Folge der Explosion in dem Betrieb, der jegliche Art von Edelstahl-, Messing-, Aluminium- oder Kupferkonstruktionen herstellt, zu einem Brand gekommen war. Den Vermissten wurde dabei der Weg ins Freie versperrt. Bereits nach fünf Minuten traf das erste Löschgruppenfahrzeug LF 20-30 der Feuerwehr Sögel beim „benachbarten“ Industrieunternehmen ein. Bereits auf der Anfahrt ließ der Gruppenführer angesichts der Größe des Firmenkomplexes Alarm für die Feuerwehren Börger, Werpeloh, Spahnharrenstätte und Klein Berßen auslösen. Binnen 25 Minuten standen 92 Feuerwehrleute mit 13 Fahrzeugen zur Verfügung.

Angesichts der Gefahrenlage teilte die mittlerweile eingerichtete Einsatzleitung das Objekt in zwei Einsatzabschnitte ein. Im ersten Abschnitt rettete die Feuerwehr Sögel unter schwerem Atemschutz die ersten Menschen aus dem vorderen verqualmten Werkstattbereich. Zusammen mit der Feuerwehr Werpeloh wurden die Brandbekämpfung eröffnet und mit dem Wasserwerfer und dem Wenderohr der Drehleiter die nicht betroffenen Werksteile abgeriegelt. Neben dem Hydranten stand ein Feuerlöschteich für die Wasserentnahme zur Verfügung.

Im zweiten Abschnitt drangen mehrere Atemschutztrupps der Wehren Börger und Spahnharrenstätte in die südlichen Gebäudeteile ein und retteten weitere Vermisste, die von neun Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Sögel dargestellt wurden. Eine Puppe war unter umgestürzten Maschinenteilen eingeklemmt und musste mittels hydraulischem Rettungsspreizer befreit werden. Als Übungseinlage stellte sich der plötzliche „Zusammenbruch“ eines Atemschutzgeräteträgers heraus. Der erforderliche Notruf und die Rettung funktionierten einwandfrei.

Da die Wasserversorgung nicht mehr ausreichte, verlegte die Feuerwehr Berßen eine mehrere 100 Meter lange Schlauchleitung von dem Löschwasserbehälter der Firma Schomaker zum Einsatzort. Nach einstündigem Einsatz konnte Entwarnung gegeben werden. Die Verletzten waren befreit und wurden auf dem Vorplatz bis zum Abtransport versorgt.

Die Einsatzleitung zeigte sich zufrieden mit dem Übungsverlauf. Gemeindebrandmeister Hermann Weller und der Sögeler Ortsbrandmeister Frank Tholen hoben hervor, dass binnen kurzer Zeit eine ausreichende Zahl von Helfern zur Verfügung gestanden habe. Schwierigkeiten bereitete der Funkverkehr im örtlichen Zwei-Meter-Bereich. Erster Samtgemeinderat Hans Nowak zeigte sich angetan von dem engagierten und koordinierten Vorgehen der Einsatzkräfte. „Sehr zufrieden“ war Michael Winkler von der Wagener-Firmenleitung. Er ist selbst in der Führung der Feuerwehr Holte-Lastrup tätig und lobte insbesondere das besonnene Vorgehen der Atemschutztrupps in dem riesigen Gebäudekomplex.


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