Ortskernsanierung Sögel: Neues Gesicht für den Marktplatz

Von Klaus Dieckmann

Ein neues Gesicht erhalten soll im Rahmen der Ortskernsanierung der Marktplatz in Sögel. Unser Bild zeigt einen Blick über die Baustelle an der Clemens-August-Straße auf den Platz. Foto: Klaus DieckmannEin neues Gesicht erhalten soll im Rahmen der Ortskernsanierung der Marktplatz in Sögel. Unser Bild zeigt einen Blick über die Baustelle an der Clemens-August-Straße auf den Platz. Foto: Klaus Dieckmann

Sögel. Jetzt geht es an das „Herzstück der Ortskernsanierung“. Sögels Bürgermeisterin Irmgard Welling meinte damit den Marktplatz der Hümmlinggemeinde. Gut 60 Einwohner wollten denn auch bei einer Bürgerversammlung wissen, wie die Planungen der Kommune für diesen zentralen Bereich aussehen.

Kernelement ist nach Darstellung von Landschaftsarchitekt Matthias Kolhoff die Öffnung des sogenannten „Ersten Markplatzes“ für mehr freien Raum. Geschaffen werde ein Multifunktionsplatz für Kirmes, Wochenmarkt und andere Veranstaltungen. Die keilförmige Fläche, die sich ausgehend von der Clemens-August-Straße im weiteren Verlauf deutlich verjüngt, weise Wasserfontänen, Sitzgelegenheiten und Spielgeräte für Kinder auf. Eingefasst werde die Freifläche von einer Baumreihe, unter der sich entlang der Geschäfte am Markt Einstellplätze für Pkw fänden.

Der motorisierte Verkehr könne weiterhin über eine vier Meter breite zweispurige „Fahrzeuggasse“ über den Marktplatz fließen. Diese wird laut Kolhoff aber keineswegs als asphaltierter Straßenkörper dargestellt, sondern ist vielmehr in der gleichen großformatigen Pflasterung wie der übrige Platz gehalten. Mit dem Erneuerungsvorhaben setze die Gemeinde zudem ihre Bemühungen zur barrierefreien Gestaltung der Ortsmitte fort.

Bürgerversammlung

Die Diskussion bei der Bürgerversammlung drehte sich indes im Wesentlichen um die Zahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze sowie Aspekte der Gestaltung der großzügigen Freifläche. Angeregt wurde, ebenfalls innerhalb des freien Raums Möglichkeiten zur Beschattung zu schaffen, um bei hochsommerlichen Temperaturen die Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Zu den vorgesehenen 31 Pkw-Einstellplätzen wurde die Frage aufgeworfen, ob die Zahl für die Kundenfrequenz ausreiche.

Hier sah Kolhoff keine Einschränkungen gegeben. Vielmehr erhöhe sich die Zahl der Parkplätze gegenüber dem jetzigen Stand um drei Einstellplätze. Rückendeckung bei der Ablehnung einer weiteren Parkzeile auf der Freifläche erhielt der Landschaftsarchitekt zudem von Bürgern, die auf vermehrt fest installierte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder drängten. Dies sei berücksichtigt, verwies Kolhoff auf gut 30 Fahrradstellplätze in der Ortsmitte. Die Zahl der Parkplätze für Pkw erhöhe sich im Plangebiet der Ortskernsanierung derweil von bisher 175 auf 250.

Auf klare Ablehnung stieß bei Kolhoff derweil der Wunsch, auf der geplanten Freifläche gleichfalls Bäume zu setzen, um Sitzgelegenheiten und Spielbereiche für Kinder vor der Sonneneinstrahlung über den Sommer zu schützen. Das Konzept sei klar in Richtung eines offenen Freiraums ausgelegt. In den Randbereich böten sich vielfältige Gelegenheiten, Schatten aufzusuchen. Darüber hinaus werde gegebenenfalls sicherlich auch die Außengastronomie mit Sonnenschirmen aufwarten.

Offen blieb in der Bürgerversammlung ferner die Frage, welche Standorte künftig die LED-Großbildleinwand und die bronzene Eselfigur erhalten werden. „Wir sind mit den Planungen auch in die Bürgerversammlung gegangen, um Anregungen aus der Bevölkerung zu erhalten“, sagte Bürgermeisterin Welling.

Ortskernsanierung

Für diese Offenheit erhielten Rat und Verwaltung Anerkennung aus dem Kreis der Versammlungsteilnehmer. Und unter dem Strich stießen die Planungen für den „Ersten Markplatz“ auf ein deutlich positives Echo.

Nach einer interfraktionellen Beratung Ende Oktober, bei der auch die Anregungen aus der Bürgerversammlung zur Sprache kommen werden, plant der Gemeinderat, das Gestaltungskonzept für den Marktplatz noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Mitte 2014 soll das Vorhaben verwirklicht sein.

Damit wäre die rund vier Millionen teure Ortskernsanierung, die Mitte 2011 angelaufen war, weitgehend abgeschlossen. Nach Kreisverkehr Am Pohlkamp, Platz vor dem alten Rathaus, Umgestaltung des ehemaligen Busbahnhofs an der Straße Am Markt, Amtsbrunnen, Clemens-August-Straße und dem geplanten Kreisel am Schnittpunkt Berßener Straße/Am Markt verbliebe als Schlussakkord nur noch die Neugestaltung des „Zweiten Markplatzes“.