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Emsländische Idylle beflügelt das Schreiben Autor Burkhard Rüth verfasst seinen zweiten „Tiroler Krimi“ in Sögel

Von Isabella Sauer

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Zeit und Ruhe zum Schreiben findet Autor Burkhard Rüth in einem restaurierten Fachwerkhaus in Sögel. Dort wohnt er seit September und arbeitet an der Fertigstellung seines zweiten Krimis. Foto: Isabella SauerZeit und Ruhe zum Schreiben findet Autor Burkhard Rüth in einem restaurierten Fachwerkhaus in Sögel. Dort wohnt er seit September und arbeitet an der Fertigstellung seines zweiten Krimis. Foto: Isabella Sauer

isas Sögel. Ein Kieselsteinweg führt zu einem abgelegenen kleinen Fachwerkhaus. Rote Backsteine, Sprossenfenster und Holzbalken mit weißer Inschrift bieten die passende Unterkunft für Krimiautor Burkhard Rüth. Seit September hat er sich in Sögel niedergelassen, um sein zweites Buch zu verfassen.

„Meine Eltern wohnen seit 20 Jahren in Sögel, ich selbst lebe in der Nähe von Bonn, und meine Krimiserie spielt in Südtirol“, erklärt der Autor hinsichtlich seiner drei im Leben bedeutsamen Örtlichkeiten. Dadurch, dass er seine Eltern regelmäßig in Sögel besucht habe, kennt er das Emsland schon ganz gut. „Seit September wohne ich hier in diesem angemieteten Haus und mache mich an meinem zweiten Krimi zu schaffen“, so Rüth.

Der Grund für den Rückzug in das Emsland liegt für den hauptberuflichen Unternehmensberater auf der Hand: „Ich mag die emsländische Idylle. Sie bietet mir Ruhe und vor allem viele Orte, an die ich mich zurückziehen kann, wenn ich eine Schreibblockade habe.“ Oft helfe ein Spaziergang über die Clemenswerther Schlossanlage oder eine Joggingtour zwischen Wiesen und Feldern, um auf neue Gedanken zu kommen.

„Das Emsland ist eben ein totaler Kontrast zu Südtirol. Hier ist eher das flache Land und dort ganz viele Berge“, sagt er. Seine Wahlheimat wäre allerdings trotzdem Südtirol, aber zum Schreiben eigne sich das Emsland am besten, erklärt der Autor seinen Aufenthalt. Einige Freunde hätten ihn auch schon besucht und seien im Voraus mit einem Vorurteil in den Norden gefahren. „Als sie allerdings die Autobahn verlassen hatten und die Landschaft sahen, waren sie hin und weg“, erzählt Rüth.

Seit etwa eineinhalb Jahren ist der Unternehmensberater und betriebswirtschaftliche Autor in der Bücherwelt tätig. Er habe nebenbei „Das Monster von Bozen“ geschrieben und es dann zum Verlag geschickt. „Große Hoffnungen hatte ich damals ehrlich gesagt nicht“, sagt Rüth. Umso überraschender sei es gewesen, als er eine positive Rückmeldung erhalten habe. Es sei ein absoluter Glückstreffer gewesen, dass er sich für den Handlungsort Südtirol entschieden habe. Dieser sei nämlich entscheidend dafür gewesen, dass er eine Zusage vom Verlag erhalten habe.

„Mein weiterer Erfolg hängt jetzt von den Verkaufszahlen ab. Bisher waren diese ganz gut, sodass ich an meinem zweiten Krimi schreiben darf“, freut sich Rüth, der in seiner Freizeit nicht nur gerne Krimis liest und schreibt, sondern sich den „Tatort“ am Sonntag ebenso gerne anschaut.

Rüths kriminalistischer Erstling „Das Monster von Bozen“ ist vom emos Verlag, der sich auf regionale Krimis spezialisiert hat, herausgegeben worden. Das Buch handelt von Commissario Vincenzo Bellini, der einem Serientäter, der seine Morde als Unfälle tarnt, entlarven muss. Die Indizien führen ihn zu einer Unternehmensberatung, bei der der Kommissar allerdings weder ein Motiv noch einen konkreten Verdacht findet. Es geschieht ein dritter Mord, und Bellini stellt dem Täter eine Falle.

„Im zweiten Buch der Südtiroler Krimireihe spielt ein Gletscher eine tragende Rolle. Zudem ist die Atmosphäre in dem Buch eine andere: viel düsterer und geheimnisvoller“, gibt der Autor erste Ideen seines neuen Buches preis.

Was hält Rüth von der Idee, einen Krimi zu schreiben, der im Emsland angesiedelt ist? „Vorstellbar ist es auf jeden Fall. Allerdings muss ich die weitere Entwicklung abwarten und die Reihe in Südtirol abschließen“, sagt er. Dass sich das Emsland aber als potenzieller Handlungsort anbieten würde, kann er nur bestätigen. In seinen Augen gibt es in der Region viele Örtlichkeiten, die einen Krimi spannend machen würden, beispielsweise das Clemenswerther Schloss und die Parkanlage, die Hünengräber und das Moor. Ob tatsächlich ein eigener Krimi über das Emsland entstehen wird, weiß Rüth zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen, aber das Interesse sei auf jeden Fall da. Zunächst muss er sich aber seinem zweiten Krimi in Südtirol widmen, denn seine Wochen sind gezählt: Abgabetermin ist im April. Zumindest bis dahin wird er noch in Sögel bleiben.


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