zuletzt aktualisiert vor

Familienfotos eingemacht Konzeptkünstler Falk von Traubenberg zeigt „Portraits“ in Sögel

Von Helmut Diers

<em>In einem Zwiegespräch</em> unter Einbeziehung der Vernissagegäste führten Museumsdirektor Oliver Fok und Falk von Taubenberg (von links) in die Ausstellung „Portraits“ ein. Foto: zoIn einem Zwiegespräch unter Einbeziehung der Vernissagegäste führten Museumsdirektor Oliver Fok und Falk von Taubenberg (von links) in die Ausstellung „Portraits“ ein. Foto: zo

Sögel. Der 1971 in Bensheim an der Bergstraße geborene Konzeptkünstler Falk von Traubenberg ist noch bis zum 11. August mit Porträts ganz anderer Art und Installationen im Rahmen der Ausstellungsreihe Forum Form Clemenswerth in Sögel vertreten. Der Diplom-Architekt lebt und arbeitet seit 2004 als freischaffender Künstler und Fotograf in Hamburg.

Von Traubenberg bricht auch im Emslandmuseum Schloss Clemenswerth nicht mit seiner Kleiderordnung. Er trägt zur Vernissage seine orangefarbene Hose mit zwei silberfarbenen Warnstreifen an jedem Hosenbein. Auf die Frage nach dem „Warum“ dieser auffälligen Beinkleider kam zur Antwort, irgendwann habe er daran Gefallen gefunden, heute sei es schon fast ein Markenzeichen.

Nicht in einem Monolog führte Museumsdirektor Oliver Fok die Vernissagegäste in die Ausstellung ein, sondern er nutzte dazu einen Dialog mit dem Künstler. Dabei waren Fragen des Publikums jederzeit willkommen. Die Arbeiten Falk von Traubenbergs nähern sich dem Thema Porträts auf recht unkonventionelle Weise. Sinnfällig dafür ist das Werk „Cube“. Die zu einer Installation mit Neonlicht auf einem Kubikmeter stringent und geordnet arrangierten Einmachgläser konservieren das rund 20000 Dias der Jahre 1957 bis 2000 umfassende Fotoarchiv einer Familie. Das auf dem einzelnen Dia enthaltene Bild ist allerdings nicht zu erkennen. „Ich überlasse es dem Betrachter, sich vor seinem geistigen Auge das Bild vorzustellen“, sagte von Traubenberg. Dadurch schaffe er Raum für die Sichtbarwerdung innerer Bilder.

Rund um das Thema Porträts sind in der Ausstellung außerdem quadratische, meist große Bilder zu sehen, die als Ausgangspunkt Fotos unterschiedlicher Art haben – Kleinbild, Mittelformatdias, digitale Solobilder oder ganze Filme. Der Fotograf und Konzeptkünstler schießt mit der Kamera seines Smartphones Bilder, die in Verbindung zu Personen, Orten und auch Geschehnissen setzen. Diese Bilder verarbeitet von Traubenberg mit modernster Technik, verschafft ihnen ein völlig anderes Erscheinungsbild. „Durch diese Form der Darbietung ist der Betrachter gezwungen, eigene Vorstellungen zu den Bildern zu entwickeln“, schreibt Sabine Willerich im Begleitblatt zur Ausstellung. Die Vernissage durch Constantin Rinke am E-Piano und Caroline Marty mit der Violine musikalisch begleitet.

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth ist täglich (außer montags) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos im Internet unter www.clemenswerth.de .


0 Kommentare