Große Investitionen stehen an Besucherrekord in Marstall Clemenswerth und Jugendkloster Ahmsen

Bilanz gezogen haben (von links) Christian Thien, Kai Sommer, Irmgard Welling und Franz Strüwing. Foto: Marstall ClemenswerthBilanz gezogen haben (von links) Christian Thien, Kai Sommer, Irmgard Welling und Franz Strüwing. Foto: Marstall Clemenswerth

Sögel. Noch nie haben so viele Teilnehmer an Bildungsseminaren und -freizeiten im Marstall Clemenswerth in Sögel und dem Jugendkloster Ahmsen teilgenommen wie in diesem Jahr. Das teilen die Vorsitzenden Irmgard Welling und Franz Strüwing mit. Gemeinsam mit dem Hausleitungsteam haben sie Bilanz gezogen.

Das ist Rekord in der insgesamt 71-jährigen Vereinsgeschichte. „Es ist schon jetzt davon auszugehen, dass die Teilnehmendenzahl mit deutlich mehr als 30.000 Übernachtungen in beiden Häusern zu Buche schlägt", wird Hausleiter Christian Thien in einer Pressemitteilung zitiert. Die Übernachtungszahlen im Jugendkloster seien mehr als verdoppelt worden. Die genauen Leistungskennzahlen werde man im neuen Jahr bekannt geben, wenn die Statistik verlässlich vorläge, so Thien weiter. 

Wie der stellvertretende Hausleiter Kai Sommer mitteilt, hätten darüber hinaus mehrere Tausend Besucher und Gäste die beiden Häuser in ungezählten Führungen, bei Gruppenausflügen sowie beim Klosterfest oder beim Adventsmarkt besucht. Im Bildungsteam sind aktuell fünf hauptamtliche Bildungsreferenten sowie 60 nebenamtlichen Studierenden tätig, die gemeinsam die diversen Schulgemeinschaftstage, Freizeiten, Fortbildungen im Bereich politischer Bildung und Tage religiöser Orientierung durchführen. 

Welling zeigte sich beeindruckt von der enormen Motivation und hohen Leistungsbereitschaft, die beiden Häuser erfolgreich in einen Verein zusammen zu führen und sprach allen Beteiligten ihren Dank aus. Beim Ausblick auf die kommenden zwei Jahre wurde allerdings schnell deutlich, dass sich wohl niemand im Verein auf diesem ersten Erfolg lange ausruhen könne. 

Zahlreiche Baumaßnahmen

So werden direkt nach Ostern in Ahmsen die Bauarbeiten zur Herstellung der vollständigen Brandschutzsicherheit und zur Barrierefreiheit beginnen. Das bisherige Treppenhaus muss erweitert werden. Ebenso soll ein neuer Aufzug eingebaut werden, damit Gäste mit Handicap alle Etagen des Hauses erreichen können. Die Hauptlast der Kosten übernimmt für diese Investitionen das Bistum Osnabrück, welches dem Verein das Kloster in Ahmsen zur pädagogischen Arbeit überlässt. Nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten würde derzeit aber noch gesucht, da die Kosten wohl deutlich höher ausfallen werden als vorher veranschlagt, so Thien.

Die beiden Vorsitzenden zeigten sich erleichtert, dass der Bildungsbetrieb im Jugendkloster bis auf fünf Wochen Schließungszeit im Juni/Juli 2020 fast uneingeschränkt weiterlaufen könne. Die bereits vorhandene Belegung des Jugendklosters im kommenden Jahr lasse ein ähnlich starkes Jahr wie 2019 erwarten. 

Im Marstall Clemenswerth seien die Herausforderungen im Bereich notwendiger Investitionen für den Brandschutz allerdings noch weit umfangreicher als in Ahmsen. Gemeinsam mit Bistum und Landkreis sei inzwischen ein Brandschutzkonzept erstellt worden, welches nun umgesetzt werden müsse. Thien: „Zweite bauliche Rettungswege haben wir hier in Sögel bereits in diesem Jahr aus Eigenmitteln des Vereins errichtet." Jetzt müsse ein Fluchtturm im hinteren Bereich des Neubaus gebaut werden. Danach seien die Rücklagen allerdings erschöpft. "Wir müssen uns dringend auf die Suche nach einer tragfähigen Finanzierung für die weiteren Aufgaben im baulichen und technischen Brandschutz machen“, so der Hausleiter.

Bistum kündigt Unterstützung an

Die beiden Vorsitzenden machten deutlich, dass sie das Team des Marstalls mit Nachdruck dabei unterstützen werden: „Es geht hier um die größte präventiv-wirkende und sozialpädagogische Einrichtung im Emsland im außerschulischen Bildungsbereich. So eine Einrichtung werden wir sicher nicht im Regen stehen lassen, schließlich profitieren fast alle Schulen und Kommunen von der hier geleisteten Arbeit“, ist sich Strüwing sicher. Das Bistum Osnabrück habe bereits signalisiert, von den Gesamtkosten von etwa 500.000 Euro einen Hauptteil zu tragen, nun müssten weitere Gespräche geführt werden, so Strüwing.

Weitere Themen des Treffens waren die im Frühjahr bevorstehende Eröffnung des Kloster- und Dorfkiosks in Ahmsen sowie die Idee, im kommenden Jahr einen eigenen Förderverein für die Arbeit des Jugendklosters nach Marstall-Vorbild des zu gründen. Es sei laut Sommer immer wieder traurig, wenn einzelne Kinder und Jugendliche aus finanziellen Gründen nicht an den Seminaren teilnehmen könnten, oder wenn bestimmte Seminare aufgrund fehlender finanzieller Mittel ausfallen müssten. Hier leiste ein Förderverein wertvolle Arbeit.


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