Eckard Wagner wurde 78 Jahre alt Gründungsvater des Museums Schloss Clemenswerth gestorben

Eckard Wagner bei der Ausstellungseröffnung „Schloss Clemenswerth – eine Herausforderung. 50 Jahre für die Öffentlichkeit“ im Juni 2018. Foto: Landkreis EmslandEckard Wagner bei der Ausstellungseröffnung „Schloss Clemenswerth – eine Herausforderung. 50 Jahre für die Öffentlichkeit“ im Juni 2018. Foto: Landkreis Emsland

Sögel/Meppen. Der Gründungsdirektor des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in Sögel, Eckard Wagner, ist am 24. November im Alter von 78 Jahren gestorben. Das Schloss war 36 Jahre lang sein Lebensmittelpunkt, wie der Landkreis in einem Nachruf mitteilt.

Der am 7. Juni 1941 geborene Wagner trat nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie, Literaturgeschichte und Volkskunde in Kiel, Wien und München sowie nach Volontariat und Assistenz am Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum und der Kunsthalle Kiel am 1. Januar 1972 die Leitung des Emslandmuseums auf Schloss Clemenwerth an.

Während seiner Tätigkeit dort bewohnte er mit seiner Familie einen der Schlosspavillons (Paderborn) und war damit sowohl beruflich als auch privat eng mit dem Ensemble verbunden. Seine dringlichste Aufgabe war der Rückkauf von Schlossinventar aus Auktionshäusern und dem Kunst- und Antiquitätenhandel für Schloss Clemenswerth, das erst wenige Jahre zuvor vom damaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling angekauft worden war. Kenntnisreich und mit großer Umsicht und hoher Sorgfalt baute Wagner in den Folgejahren die kostbaren Sammlungen auf, die bis heute von überregionalem Interesse sind, so der Landkreis.

„Stets war sein Handeln von tiefer Verbundenheit zur Region und dem Schloss Clemenswerth geprägt, das 36 Jahre lang sein Lebensmittelpunkt war. Der Landkreis Emsland trauert mit der Familie und wird Eckard Wagner ein ehrendes Andenken bewahren“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Der Höhepunkt seiner musealen Tätigkeit war 1987 das Jubiläumsjahr „250 Jahre Schloss Clemenswerth“, in dem das Schloss nach umfangreichen Restaurierungen mit einer international vielbeachteten Ausstellung Tausende von Besuchern nach Sögel zog. Reich war sein Wissen über die Geschichte des Schlosses und den Landesherrn Clemens August. Mit seinen wissenschaftlichen Forschungen war er aber auch darüber hinaus kundiger Spezialist für die Geschichte des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa. 

Sein Interesse galt aber nicht nur dem Barock, sondern auch der zeitgenössischen künstlerischen Keramik und realistischen Landschaftsmalerei. In der Ausstellungsreihe "Forumform Clemenswerth" holte er jährlich namhafte Künstler und Kunsthandwerker nach Sögel und baute eine eigene Museumsabteilung für diesen Bereich auf.

Bis zu seiner Verrentung 2006 wirkte Wagner bei allen Restaurierungsmaßnahmen auf der gesamten Schlossanlage mit. Von Anbeginn seiner Tätigkeit im Emsland war es auch seine Aufgabe, die damaligen drei Landkreise, später den Landkreis Emsland und alle Heimatvereine in Fragen der Heimatpflege, auf dem Gebiet der Archäologie, der Natur- und Denkmalpflege und der Ausstellungsgestaltung zu beraten.

Für den Emsländischen Heimatbund war Eckard Wagner über seine Tätigkeit als Museumsdirektor hinaus in der Schriftleitung des Emsländischen Jahrbuches und als Autor vieler Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen von zentraler Wichtigkeit, auch für die Emsländische Landschaft war er ein wichtiger Impulsgeber.


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