Abschiedsgeschenk im Jahr 1860 Altarkreuz kehrt zurück nach Spahnharrenstätte

Von Lambert Brand

Die Inschrift am Fuß des Kreuzes ist dem früheren Werlter Kaplan Burken gewidmet, der auch die Jugend in dem Ort Harrenstätte betreute. Foto: BrandDie Inschrift am Fuß des Kreuzes ist dem früheren Werlter Kaplan Burken gewidmet, der auch die Jugend in dem Ort Harrenstätte betreute. Foto: Brand
Lambert Brand

Spahnharrenstätte. Nach einer langen Odyssee ist jetzt ein altes Altarkreuz nach Spahnharrenstätte zurückgekehrt. Es wird seinen Platz in der Pfarrkirche erhalten. Ursprünglich handelte es sich um ein Geschenk für den früheren Kaplan Wilhelm Burken.

Wie die Recherchen des Spahnharrenstätters Willi Wigbers, der sich der Heimatarbeit verschrieben hat und im örtlichen Heimatverein tätig ist, ergeben haben, wirkte Kaplan Wilhelm Burken von 1851 bis 1860 als Kaplan in Werlte. In dieser Zeit betreute er auch die Jugend in dem Ort Harrenstätte, der zum Kirchspiel Werlte gehörte.

Rund 90 Zentimeter hoch ist dieses Altarkreuz, das nach 160 Jahren einen Platz in der Pfarrkirche in Spahnharrenstätte finden wird. Foto: Wigbers

Burkens Versetzung von Werlte nach Weener im Jahr 1860 wurde in Harrenstätte mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. Zum Abschied erhielt er am 27. Februar 1860 als Dank ein 90 Zentimeter großes Altarkreuz mit einer Widmung, die in die Vorderseite des Fußes eingraviert wurde. Sie lautet: „Seiner Hochwürden, dem Herrn Kaplan Burken in dankbarer Liebe gewidmet beim Abschiede von der Jugend zu Herrenstätte. Herrenstätte, d. 27. Februar 1860“.

In Hüven wiederentdeckt

Die weiteren Stationen des fast 160 Jahre alten Kreuzes sind nicht mehr nachvollziehbar, so Wigbers. Es sei ein großer Zufall gewesen, dass das Kreuz jetzt in Hüven wiederentdeckt worden sei. Die Besitzer Martin und Marlene Eilers waren gerne bereit, diese Rarität nach Spahnharrenstätte zurückzugeben, da „es dort hingehöre und sicherlich einen schönen Platz finden werde“. Dafür sei man den Eheleuten Eilers sehr dankbar, sagt Willi Wigbers.

Die Geschichte der Pfarrei Werlte

Interessante Informationen zu den kirchlichen Strukturen im 19. und 20. Jahrhundert entnahm Wigbers den Aufzeichnungen von Hermann Droste mit dem Titel „Beiträge zur Geschichte der Pfarrei Werlte“. Hier heißt es:  „Die Gemeinden Harrenstätte und Spahn bauten auf der Grenze zwischen beiden Ortschaften ihre Kirche. Da ihnen zuerst die Genehmigung versagt wurde, ließen die Beerbten Tholen aus Spahn und Wilken aus Harrenstätte den Bau im Jahre 1864 als Privatbau beginnen. Als das Amt Sögel den Weiterbau bei Strafe verbot, trat Wilken zurück. Tholen aber brachte den Nachweis, dass es sich um einen Privatbau handele, und ließ weiterbauen. Am 7. März 1866 wurde die Kirche von Dechant Korte, Aschendorf, benediziert. Harrenstätte wurde auch am 1.4.1910 aus dem Pfarrverband Werlte mit 274 Seelen entlassen und zusammen mit Spahn, das aus dem Pfarrverband Sögel ausgeschieden war, zu einer Kuratiegemeinde erhoben.“. 


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