„Nur vergesslich oder schon dement?“ Vortrag in Sögel zum Umgang mit Demenz weckt Interesse

Von pm

Auf dem „Demenzparcours“ konnten die Besucher nachvollziehen, wie sich Betroffene in Alltagssituationen fühlen. Foto: SG SögelAuf dem „Demenzparcours“ konnten die Besucher nachvollziehen, wie sich Betroffene in Alltagssituationen fühlen. Foto: SG Sögel

Sögel. „Nur vergesslich oder schon dement?“ lautete die Eingangsfrage der Informationsveranstaltung des Demenz-Servicezentrums Landkreis Emsland, die auf Einladung der Samtgemeinde Sögel im Sitzungssaal des Ludmillenhofes stattfand.

Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers betonte laut Pressemitteilung der Samtgemeinde Sögel vor den rund 50 Besuchern, dass allein die demografische Entwicklung zunehmend verpflichte, die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung auch verstärkt in den Fokus der kommunalpolitischen Arbeit zu nehmen. „Wir werden bis 2030 und darüber hinaus auch in unserer Region eine erhebliche Zunahme demenzieller Erkrankungen beobachten; deshalb ist dieser Abend ein wichtiger Abend“, erläuterte Wigbers.

Rita Wallmann und Elke Kuiter, Mitarbeiter des Demenz-Servicezentrums, gingen im Anschluss der Frage nach, was Demenz heiße und wie man betroffenen Menschen begegne. Dabei gingen sie auf das Krankheitsbild in Abgrenzung zur Alzheimer-Krankheit ein. Das Wort Demenz stelle den medizinischen Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder dar. In der Regel verlaufe die Demenz in einem schleichenden Prozess. Zunächst wirke sie sich auf eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses aus. „Doch ab und an etwas zu vergessen, ist noch keine Demenz“, erläuterte Wallmann. Vielmehr zeichne sich eine Demenz durch ein Muster von Symptomen aus, durch welches sich die Persönlichkeit, der Orientierungssinn, die Sprache, die Alltagsbewältigung und das Verhalten der Betroffenen verändere. Ob tatsächlich eine Demenz vorliege, könne letztlich nur vom Arzt ermittelt werden.

Foto: SG Sögel

In ihrem Vortrag gab Wallmann konkrete Tipps zur Kommunikation mit demenzerkrankten Menschen. Im Umgang sollten Angehörige sehr einfühlsam vorgehen, indem sie versuchten „in den Schuhen des Betroffenen zu gehen“ so die Referentin. Anschließend hatten die Zuhörer Gelegenheit, den sogenannten „Demenzparcours“ zu durchlaufen, um die Gefühle einer an Demenz erkrankten Person nachvollziehen zu können. Auf spielerische Weise konnten sie an ausgewählten Stationen des Parcours begreifen, wie es sich für einen Betroffenen anfühlen kann, wenn scheinbar einfachste Alltagstätigkeiten wie das Schreiben bis hin zum Ankleiden oder auch das Essen mit Messer und Gabel nicht mehr reibungslos gelingen.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Samtgemeinde Sögel statt sowie im Rahmen der Initiative Demenz-Partner der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Wigbers zeigte sich abschließend sehr erfreut darüber, dass unerwartet viele Interessierte der Einladung zu dem Vortrag gefolgt waren. Das zeige die große gesellschaftliche Relevanz des Themas Demenz und wie wichtig es sei, gut darüber Bescheid zu wissen. Die Betroffenen sollten nicht ausgegrenzt, sondern vielmehr einbezogen und ernst genommen werden. Darüber hinaus sei es wichtig, sich mit ihnen solidarisch zu erklären.

Weitere Auskünfte rund um das Thema Demenz erteilt das Demenz-Servicezentrum, Landkreis Emsland, unter der Telefonnummer 05931 441171.


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