Ansiedlungsort fraglich Verladegleis in Sögel: SPD und FDP äußern Bedenken

SPD und FDP aus Sögel äußern Bedenken bei der Erschließung eines neuen Ladegleises samt Industrieansiedlung an der Straße Bocksfelde. Foto: Mirco MoormannSPD und FDP aus Sögel äußern Bedenken bei der Erschließung eines neuen Ladegleises samt Industrieansiedlung an der Straße Bocksfelde. Foto: Mirco Moormann

Sögel. Nachdem die Verwaltungschefs aus Werlte und Sögel den Stand der Planungen bezüglich der Reaktivierung der Hümmling-Bahnstrecke geäußert haben, melden SPD und FDP erneut Bedenken an.

Wie Anno Immenga, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat Sögel, mitteilt, habe seine Fraktion schon vor mehr als zwei Jahren Bedenken bezüglich dieses Vorhabens geäußert. "Mangels belastbarer Informationen ist uns noch nicht klar, ob die Ertüchtigung der Bahnstrecke überhaupt sinnvoll gewesen ist", teilt Immenga schriftlich mit.  

Nicht wirklich nachvollziehbar erscheint der SPD auch die Wahl der Örtlichkeit des neuen Verladegleises. Es befinde sich in unmittelbarer Nähe zu vorhandener Bebauung und zum neuen Baugebiet „Am Schloßpark“. Direkt angrenzend an das neue Wohnbaugebiet könne auch mittelfristig ein weiterer Siedlungsbau zu erwarten sein. "Da ist durch Lärm- und Staubimmissionen durch die Verladearbeiten Ärger regelrecht vorprogrammiert -oder ist ganz auszuschließen", heißt es weiter.

Um den notwendigen Siedlungsbau und die erhoffte Ansiedlung von Unternehmen am Bahnhof nicht in eine vermeidbare Konkurrenz treten zu lassen, wäre ein alternativer Standort für die Verladestation zu überlegen. Die SPD-Fraktion schlägt deshalb vor, den vorhandenen Bahnhof in Sögel wieder herzurichten.

Auch FDP-Ratsherr Franz-Josef Bruns spricht sich erneut gegen die geplante Ladeanlage aus. Es sei nicht erforderlich und auch nicht wirtschaftlich, eine neue Industriefläche abseits der vorhandenen auszuweisen. An der geplanten, knapp ein Kilometer langen Erschießungsstraße im Industriegebiet werde sich die Firma Kohnen ansiedeln, die derzeit mit ihrem Stammsitz unmittelbar an der bisherigen Entladestelle der Emsländische Eisenbahn ihre Lagerhallen und Entladestellen unterhalte, so Bruns. Eine Verlegung des Verladegleises würde insbesondere für diesen genannten Betrieb nur dann Vorteile bringen, wenn nicht nur die  neue Erschließungsstrasse, sondern auch die Bahnstrecke in den Bereich dieses Betriebes verlegt würde. 

Er lehne den Standort Bocksfelde für eine Neuansiedlung von Unternehmen entschieden ab, so Bruns, und gebe nochmals zu bedenken, dass um Sögel das vierte Industrie- und Gewerbegebiet entstehe und der Immobilienwert in Nachbarschaft des geplanten Ladegleises Bocksfelde drastisch sinken werde. 


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