Familie Kollbach im Marstall Lesung mit Texten von autistischer Autorin bewegt in Sögel

Gebannt saßen die Zuhörer in der Kapelle der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth und lauschten den Worten von Pia Kollbach, die von ihrer Familie vorgetragen wurden. Foto: Marstall ClemenswerthGebannt saßen die Zuhörer in der Kapelle der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth und lauschten den Worten von Pia Kollbach, die von ihrer Familie vorgetragen wurden. Foto: Marstall Clemenswerth

Sögel. Gebannt, fasziniert und bewegt saßen die Zuhörer in der Kapelle der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel und lauschten den Worten von Pia Kollbach, die von ihrer Familie vorgetragen wurden.

Nach Angaben der Jugendbildungsstätte nimmt Familie Kollbach seit vielen Jahren an den Ferienfreizeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen im Marstall teil. Die 25-jährige Tochter Pia ist Autistin und vor allem Autorin. 

Drei Bände mit Gedanken Gedichten, Lebenslyrik und Lebenstexten wurden dem Marstall zufolge bereits von ihr veröffentlicht. Eine Auswahl dieser Texte präsentierte die 25-Jährige während der Lesung in der Jugendbildungsstätte, für die ihre Familie ihr die notwendigen Stimmen lieh. 

Situationen aus Sicht einer Autistin

In den Texten werden nach Mitteilung des Marstalls verschiedene Lebenssituationen aus der Sicht einer Autistin geschildert, deren innere Erlebniswelt oft nicht mit der äußeren, körperlichen Darstellung im Einklang steht. Neben bewegenden Berichten aus ihrer Kindheit und Schulzeit werden - oft humorvoll verpackt - die Tücken, Lücken und Hürden von Technik, Bürokratie und Politik unter die Lupe genommen. 

Marstall kommt in Gedichten vor

Bei vorherigen Lesungen in Pias Heimat Leverkusen wurden Spenden in Höhe von 2500 Euro zusammengetragen. Diese Summe kam jetzt nach dem Willen der Autorin dem Marstall für die Ausrichtung von Freizeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen zugute. Der Marstall Clemenswerth und die dreimal jährlich dort stattfindenden inklusiven Freizeiten stellen wiederkehrende Bestandteile in den Gedichten und Texten der 25-Jährigen dar. 

Aus den Händen von Pias Vater Georg nahm der stellvertretende Marstall-Leiter Kai Sommer (rechts) den Spendenscheck entgegen. Foto: Marstall Clemenswerth

Stellvertretender Marstall-Leiter Kai Sommer bedankte sich für die Spende. „Es ist ein großartiges Zeichen und eine tolle Bestätigung der Arbeit, die hier vor allem von den vielen ehrenamtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bereich der inklusiven Ferienfreizeiten geleistet wird." Das Geld soll nach seinen Worten den Teilnehmern der Freizeiten zu Gute kommen. So soll eine Schaukel angeschafft werden, die auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen die Möglichkeit zur Entspannung im Grünen ermöglicht.  


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