Auf Regionalkonferenz in Stavern KFD Hümmling übt Kritik an Lebensmittelverschwendung

Auf der KFD-Regionalkonferenz in Stavern befassten sich (von links) Elisabeth Revermann, Thekla Antons, Leni Schmits, Annette Hilmes, Marlies Etmann und Anne Minnich mit der Lebensmittelverschwendung. Foto: Gisela ArlingAuf der KFD-Regionalkonferenz in Stavern befassten sich (von links) Elisabeth Revermann, Thekla Antons, Leni Schmits, Annette Hilmes, Marlies Etmann und Anne Minnich mit der Lebensmittelverschwendung. Foto: Gisela Arling

Stavern. Mit der Verschwendung von Lebensmitteln hat sich die Regionalkonferenz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) im Dekanat Emsland-Nord in der Region Hümmling auf der Zusammenkunft in Stavern auseinandergesetzt.

Anne Minnich vom KFD-Bundesverbandsprojekt „Zukunft nachhaltig und geschlechtergerecht“ sprach über das Problem der Lebensmittelverschwendung. Sie zeigte zum Einstieg den 30-minütigen Dokumentarfilm „Im Eimer“ von Valentin Thurn, der die unterschiedlichen Sichtweisen des Problems darstellte und dabei die gesamte Produktionskette in den Blick nahm: Vom Anbau auf dem Feld, über Transport, Verarbeitung und Vermarktung in den Groß- und Supermärkten bis hin zum Konsumverhalten der Endverbraucher.

„Satte Menschen hungrig machen“

Der Film machte deutlich, dass es in Deutschland einen sehr hohen Wettbewerbsdruck im Einzelhandelsbereich gebe und Händler deshalb vor der Hausforderung stünden „satte Menschen hungrig zu machen“. In der Bundesrepublik würden aktuellen Studien zufolge jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. „Rein rechnerisch würden die in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmittel drei Mal ausreichen, um alle Hungernden auf der Welt zu ernähren“, so das Fazit der Dokumentation.

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum gehört abgeschafft“

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum gehört abgeschafft“, forderte Minnich, denn viele der weggeworfenen Produkte seien erwiesenermaßen noch sechs Monate nach Ablauf dieses Datums genießbar. Als weitere Gründe für das Wegwerfen nannte sie eine mangelnde Wertschätzung durch die ständige Verfügbarkeit eines Überangebotes an Nahrungsmitteln sowie die Einhaltung bestimmter Vermarktungsnormen mit Vorgaben in Bezug auf Größe und Aussehen. „Diese Schönheitsnormen gehören ebenfalls abgeschafft“, betonte Minnich und fügte hinzu: „Wir leben auf Kosten der Armen“.

Verschwendung von Arbeitskraft und Ressourcen

Durch das Wegwerfen von Lebensmitteln würden zudem neben der Arbeitskraft auch lebenswichtige Ressourcen wie Energie, Boden und Wasser verschwendet. „Für einen Hamburger werden 2400 Liter Wasser benötigt“, so Minnich, die den Frauen ans Herz legte, in ihren Gemeinden praxisnahe und gut umsetzbare Aktionen zum Thema Lebensmittelverschwendung zu veranstalten.

Restlebensmitteln verwerten

Sie verteilte Rezepte zum Verwerten von Restlebensmittel und gab Tipps zum richtigen Lagern von Produkten im Kühlschrank. Minnich schloss ihren Vortrag mit einem Zitat von Papst Franziskus über die Sorge um das gemeinsame Haus. „Die Erde könnte uns theoretisch noch 500 Millionen Jahre lang als Heimat dienen und uns gut bewirten, wenn wir uns um unser gemeinsames Haus sorgen.“

Marlies Etmann, Vorsitzende der Hümmlinger KFD-Frauen, verwies im Laufe der Versammlung auf anstehende Termine wie den „Tag der Diakonin“ am 24. April in Hüven sowie die Frauenkundgebung in Ahmsen mit dem Stück „Anatevka“ am 4. und 5. Juni. Die Planungen für die Frauen-Sternwallfahrt „Gehen und Beten zu sich und zu Gott“ am 26. Juni nach Heede laufen nach ihren Worten auf Hochtouren.


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