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„Sportliches Programm“ Gemeinde Sögel saniert ehemalige Hausmülldeponie

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              <em>Rinnsal: </em>Einen neuen Verlauf entlang der Industriestraße soll der „Forstgraben“ im Zuge der Sanierung der alten Sögeler Hausmülldeponie nehmen. <Cust strParam="FH">Foto: Klaus Dieckmann</Cust></p>

Rinnsal: Einen neuen Verlauf entlang der Industriestraße soll der „Forstgraben“ im Zuge der Sanierung der alten Sögeler Hausmülldeponie nehmen. Foto: Klaus Dieckmann

Sögel. Über die Müllkuhle ist seit Mitte der 1970er Jahre Gras gewachsen. Doch nun soll die Altlast wieder ans Tageslicht kommen. Bereits bis Ende des Jahres könnte die ehemalige Hausmülldeponie an der Industriestraße in Sögel saniert sein.

Gemeindedirektor Günter Wigbers spricht angesichts der ins Auge gefassten Zeitschiene von einem „sportlichen Programm“. Schließlich hat der Verwaltungsausschuss gerade erst den Auftrag zur Erstellung eines Sanierungsplanes an eine Meppener Ingenieurgesellschaft vergeben. Parallel schreitet das behördliche Genehmigungsverfahren voran.

„Bis August könnten alle Planungsschritte abgeschlossen sein“, berichtet Wigbers in der Sitzung des Gemeinderats. Dann könnten umgehend die Bagger auf dem Gelände in der südlichen Ortslage anrücken. Das Areal umfasst insgesamt rund 2,3 Hektar. Davon entfallen etwa 12000 Quadratmeter auf die Fläche der ehemaligen Deponie. Der zutage geförderte alte Müll soll in erster Linie verbrannt beziehungsweise auf anderem Wege einer Entsorgung zugeführt werden.

Was in dem inzwischen mit Sträuchern und Bäumen bewachsenen Erdreich schlummert, ist nach Darstellung von Wigbers noch nicht endgültig abzuschätzen. In erster Linie Hausmüll sei dort abgekippt worden. Möglicherweise könnten aber auch gewerbliche Abfälle aufgefunden werden. Die Altablagerung im Industriegebiet Püttkesberge befindet sich auf einer Fläche, die begrenzt wird von der Industriestraße und der Straße Im Sande sowie dem „Forstgraben“. Der Verlauf des Rinnsals indes soll im Zuge der Sanierung der Müllhalde an die Industriestraße verlegt werden.

Gut drei Millionen Euro sind für die zeitgemäße Entsorgung der Altlast veranschlagt. Den Finanzrahmen für das Vorhaben hatte der Gemeinderat bereits im Frühjahr vergangenen Jahres abgesteckt. Trotz erklecklicher Zuschüsse von Europäischer Union, Landkreis und Land sieht sich die Gemeinde Sögel bei dem Sanierungsvorhaben dennoch einem Betrag in Höhe von mehr als einer Million Euro gegenüber, der aus eigenen Mitteln bestritten werden muss.

Im Gegenzug gewinnt die Kommune eine Fläche, die für gewerbliche Zwecke vermarktet werden kann. Mit dem Schlachthof Weidemark als direktem Nachbarn nannte Verwaltungschef Günter Wigbers denn auch schon eine erste Adresse, von der aus Augenmerk auf den Erwerb des Geländes geworfen worden sei.


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