Architekten stellten Entwürfe vor Schulneubau in Sögel: Welches Konzept bekommt den Zuschlag?

Das Konzept des Architekturbüros Schomaker und Henschel stellte Christiane Schomaker vor. Foto: Christian BellingDas Konzept des Architekturbüros Schomaker und Henschel stellte Christiane Schomaker vor. Foto: Christian Belling

Sögel. Die Architekten haben geliefert, jetzt ist die Politik am Zug: Vier Architekturbüros aus der Samtgemeinde Sögel haben am Donnerstagnachmittag ihre Entwürfe für den Neubau der Bernhardschule vorgestellt. Eine Entscheidung, welches Konzept den Zuschlag erhält, soll zeitnah fallen.

 „Wir haben vier tolle Konzepte vorgestellt bekommen, die weit über dem geliefert haben, was der vorgeschaltete Architektenwettbewerb eigentlich angefordert hatte“, teilte Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) zum Ende der gemeinsamen Sitzung des Schul- und Bauausschusses im Rathaus. Jeweils eine gute halbe Stunde hatten die vier Architekturbüros, die allesamt aus Sögel kommen, Zeit, ihre Entwürfe zu präsentieren.

Patrick Grossmann vom gleichnamigen Konzeptstudio machten den Auftakt und präsentierte sein Konzept. Foto: Christian Belling


Entwurf 1: Den Anfang machte Patrick Grossmann vom gleichnamigen Konzeptstudio. Er stellte klar definierte Eingangsbereiche mit einem Hauptzugang von der Mühlenstraße vor. „Das Herzstück“ soll ein zentral gelegener Mehrzweckraum sein, der Grossmann zufolge flexibel nutzbar ist. Im historischen Altbau, der nach Vorgabe der Samtgemeinde erhalten bleiben soll, ist die Verwaltung vorgesehen.

Baukosten von mehr als fünf Millionen Euro

Die Neubauten um das historische Gebäude herum, sollen farblich dezent daherkommen, „um der alten Bernhardschule nicht die Schau zu stehlen.“ Das Lehrerzimmer soll dem Entwurf zufolge im Dachgeschoss sein. Grossmann sprach sich zudem für offene Strukturen und schnelle Wege aus.

Die reinen Baukosten bezifferte der Architekt auf 5,3 Millionen Euro. Die Bauzeit liege bei 3,5 bis 4 Jahren.

Die bewegte Schule“ – unter diesem Titel steht das Konzept des Architekturbüros Radke, das Marion Kuper vorstellte. Foto: Christian Belling

Entwurf 2: „Die bewegte Schule“ – unter diesem Titel steht das Konzept des Architekturbüros Radke, das unter anderem offene Strukturen, Bewegungsfreiräume sowie Sitztreppenstufen vorsieht. „Kinder sind aufnahmefähiger durch Bewegung“, begründete Marion Kuper das Konzept, das die Grundschüler animieren soll, körperlich aktiv zu sein. 

Sie plädierte darüber hinaus dafür, „den Bestand klar vom Neubau abzutrennen“. Der zweigeschossige Lernbereich mit den Klassenräumen soll nördlich auf dem rund 1,2 Hektar großen Gelände unterkommen, die Mensa und der Ganztagsbereich im Altbau. Mittig sind Mehrzweckraum und Bewegungsflächen vorgesehen. Angaben zu den Kosten wurden während der Sitzung keine gemacht.

Eine Ansicht aus dem Konzept vom Architekturbüro Schomaker und Henschel. Foto: Christian Belling


Entwurf 3: Dieser kommt vom Architekturbüro Schomaker und Henschel. „Wir haben um das Bestandsgebäude herum ein neues Konzept entwickelt“, erklärte Christiane Schomaker. Der detailreiche und mit klaren Strukturen versehene Entwurf sieht den Bau zwei neuer Gebäude sowie eine mögliche Integration einer neuen Turnhalle. Im oberen Bereich sind Schomaker zufolge Mehrzweck- und Musikraum sowie die Mensa vorgesehen. Mittig der „allgemeine Trakt“ mit Lehrerzimmer, Verwaltung und Toiletten, während in der „alten Bernhardschule“ die Klassenräume, die Ganztagsbetreuung und der Schulkindergarten eingeplant sind.

Containerlösung während der Bauzeit?

Optisch sollen sich die Neubauten gegenüber dem Bestand zurücknehmen und mit dezenten Farben und vielen Glaselementen ausgestattet werden. Auch sind Flachdächer vorgesehen, weil nach Angaben von Schomaker „steile Dächer einengen.“

Die reinen Baukosten sollen bei fünf Millionen Euro liegen, die Bauzeit zwei bis zweieinhalb Jahre. Für alle Architekten war Vorgabe, die Realisierung im laufenden Schulbetrieb zu bewerkstelligen. Der Entwurf von Schomaker und Henschel sieht eventuelle Containerlösungen vor.

Claudia Kleine und Stefan Knipper von „Knipper Kleine Architekten“ präsentierten ihren Entwurf, der diese Außenansicht beinhaltet. Foto: Christian Belling

Entwurf 4: Mit einer kurzen Animation, wie der Neubau aussehen könnte, stiegen Claudia Kleine und Stefan Knipper von „Knipper Kleine Architekten“ ein. „Wir stellen uns eine doppelte T-Struktur mit klaren Achsen vor“, so Kleine. Das vierte Konzept sieht als einziges den Erhalt des bisherigen Musikgebäudes vor, in dem der Ganztagsbereich einziehen soll. Die Pausenhalle soll laut Knipper das „Herzstück“ sein. Er sprach zudem von offenen Lernlandschaften, modernen Strukturen, flexiblen Nutzungen sowie Potenzial für mögliche Erweiterungen. Das Konzept sieht zudem Satteldachformen sowie eine Umsetzung in drei Bauabschnitten mit einer reinen Bauzeit von drei Jahren ohne Containerlösungen vor. 

"Das Votum der Schule ist uns natürlich sehr wichtig“Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel

Wie geht es weiter? Schulleiterin Silvia Schmit sprach im Anschluss von „ansprechenden Konzepten“, die sie nun mit dem Kollegium besprechen werde. „Das Votum der Schule ist uns natürlich sehr wichtig“, betonte Wigbers. Er warnte davor, sich bei der Entscheidungsfindung zu sehr unter Druck zu setzen. Gleichwohl sei eine zeitnahe Entscheidung gewünscht. „Wenn bei den noch zu führenden Gesprächen in den Fraktionen sowie mit der Schule deutlich wird, dass es eine eindeutige Wahl gibt, kann in der nächsten Sitzung des SG-Rates am 2. April darüber abgestimmt werden“, so Wigbers.


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