SG will Arbeiten wieder aufnehmen Sögeler Bestattungswald landet vor Oberwaltungsgericht

Seit vergangenem Juni ruhen die Arbeiten für die Errichtung eines Bestattungswaldes im Spahner Südholz. Foto: Moormann/ArchivSeit vergangenem Juni ruhen die Arbeiten für die Errichtung eines Bestattungswaldes im Spahner Südholz. Foto: Moormann/Archiv

Spahnharrenstätte. Die Jagdgenossenschaft Spahnharrenstätte geht hinsichtlich des geplanten, aber von ihnen abgelehnten Bestattungswaldes im Spahner Südholz in die nächste Instanz und ruft das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg auf den Plan. Die Samtgemeinde Sögel will indes den Bestattungswald „jetzt fertigstellen“.

Wie die Pressestelle des OVG auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, hat die Jagdgenossenschaft gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Osnabrück vom 6. Februar Beschwerde erhoben.

Alle drei Anträge abgelehnt

Die Osnabrücker Richter hatten vor rund fünf Wochen einen Eilantrag der Spahnharrenstätter Jagdgenossen abgelehnt. Ende vergangenen Jahres hatten die Jagdgenossenschaft, die Markgemeinde Spahn sowie ein Landwirt Widerspruch gegen die vom Landkreis Emsland erteilte Baugenehmigung für die innere Erschließung des von der Samtgemeinde (SG) Sögel geplanten Bestattungswaldes eingelegt. Alle drei Anträge lehnte das Osnabrücker Verwaltungsgericht ab. 

„Über die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren entschieden werden, eine Verhandlung findet nicht statt“Michaela Obelode von der Pressestelle des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes in Lüneburg

Die Jagdgenossen fechten diesen Beschluss, im Gegensatz zur Markgemeinde und des Landwirtes, nun beim OVG an. „Über die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren entschieden werden, eine Verhandlung findet nicht statt“, erklärt Michaela Obelode von der OVG-Pressestelle. Ein Entscheidungszeitpunkt könne noch nicht mitgeteilt werden. „Zunächst erhalten alle Beteiligten die Gelegenheit zur Stellungnahme“, so Obelode. 

Gerichtsgang unter Jagdgenossen umstritten?

Für eine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion standen die Jagdgenossen nicht zur Verfügung. Mehrere Versuche einer Kontaktaufnahme mit dem Vorsitzenden blieben ohne Reaktion. Das Einschlagen des juristischen Weges ist nach Informationen unserer Redaktion unter den Spahnharrenstätter Jagdgenossen umstritten. So soll auf der jüngsten Mitgliederversammlung eine intensive Debatte darüber geführt worden sein.

An der südlichen Spitze des Spahner Südholzes zwischen Sögel und Spahnharrenstätte soll der etwa fünf Hektar große Bestattungswald entstehen. Grafik: SG Sögel/Heiner Wittwer


Sögels SG-Bürgermeister Günter Wigbers (CDU) zeigt wenig Verständnis für das Vorgehen der Jagdgenossen, die nach seinen Worten ein weiteres Verfahren, zusätzlich zu dem Gang vor das Oberverwaltungsgericht, angestrengt haben. Wigbers zufolge hat die Genossenschaft Klage gegen den Landkreis Emsland vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück erhoben. Nach Angaben des SG-Bürgermeisters wendet sie sich damit gegen die Zurückweisung ihres Widerspruchs gegen die Baugenehmigung. 

„Wir werden den Bestattungswald jetzt fertigstellen und nach Absicherung der Rechtslage so schnell wie möglich in Betrieb nehmen“Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel

Die Jagdgenossenschaft befürchte laut Wigbers geringere Pachteinnahmen, weil Jäger eine Minderung der Jagdpacht im Falle der Realisierung eines Bestattungswaldes angekündigt haben. „Geregelt ist ein solcher Fall allerdings bereits. Die Samtgemeinde hat sich bereits im Frühjahr 2018 zu einem Ausgleich verpflichtet, sofern die Jagdpächter tatsächlich einen Pachtminderungsanspruch haben“, teilt Wigbers auf Anfrage mit und fügt an: „Wir werden den Bestattungswald jetzt fertigstellen und nach Absicherung der Rechtslage so schnell wie möglich in Betrieb nehmen.“ 

Arbeiten ruhen seit vergangenem Sommer 

Der Samtgemeinde liegt seit vergangenen Herbst die Erlaubnis zur Herrichtung des Bestattungswaldes vor. „Mit Rücksicht auf die bis Februar 2019 vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück anhängigen Eilverfahren eines privaten Landwirtes, der Markgemeinde und der Jagdgenossenschaft gegen den Landkreis Emsland hatten wir den Bau des Rundweges und des Gebetsplatzes unterbrochen. Alle drei Anträge wurden abgewiesen“, so der SG-Bürgermeister.

Mit großer Mehrheit hatte der SG-Rat im Oktober 2017 für die Errichtung eines etwa fünf Hektar großen Bestattungswaldes im Spahner Südholz votiert.


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