Panzer am Ortsausgang Winter 1979 in Werpeloh: Hamsterkäufe nach Lebensmittelbrücke

Panzer der Bundeswehr wühlten sich im Februar 1979 durch den Schnee im Emsland. Foto: Rudi RickersPanzer der Bundeswehr wühlten sich im Februar 1979 durch den Schnee im Emsland. Foto: Rudi Rickers

Werpeloh. Sturmböen, Schneeberge und eingeschneite Dorfbewohner. „Werpeloh war von der Außenwelt abgeschnitten.“ So beschreibt Rita Anneken ihre Erinnerungen an den Rekordwinter vor 40 Jahren im nördlichen Emsland.

Wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, sei am Ortsausgang in Richtung Sögel etwa in Höhe der Gärtnerei Hackmann ein Panzer stationiert gewesen. „Für alle Fälle, wenn beispielsweise jemand ins Krankenhaus musste“, sagt die Werpeloherin. 

Die Familie Anneken führt seinerzeit einen Lebensmittelladen in der Hümmlinggemeinde. Die Warenanlieferung aus Oldenburg gerät in dem Schneetreiben ins Stocken. „Der Lkw kam nur bis nach Sögel“, erinnert sich Anneken.

Doch die Werpeloher haben eine Idee. Um die letzte Etappe zu überbrücken, bilden sie kurzerhand eine Kette aus fünf Traktorgespannen mit Anhängern. Sie reihen sich querfeldein bis nach Sögel auf – und zwar oberhalb der Weidezaunpfähle. „So hoch hat der Schnee damals gelegen“, sagt Anneken.

Die Lebensmittelbrücke funktioniert. Die Werpeloher greifen im Laden zu – und wie. „Es gab Hamsterkäufe“, sagt Rita Anneken. „Die Regale mit Zucker, Milch, Öl und Fett waren schnell wieder leer.“

Derweil habe das Dorf wie ein Wintersportort gewirkt. Zu beiden Seiten der Hauptstraße habe sich eine hohe Schneemauer aufgetürmt. „Es sah aus wie in einem Eiskanal“, so Anneken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN