Umgang mit Werkvertragsarbeiter Nachjustierung des "Sögeler Weges" erforderlich?

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Für den Schlachthof Weidemark in Sögel arbeiten mehrere Hundert Werkvertragsarbeiter. Foto: Archiv/Daniel Gonzalez-TepperFür den Schlachthof Weidemark in Sögel arbeiten mehrere Hundert Werkvertragsarbeiter. Foto: Archiv/Daniel Gonzalez-Tepper

Sögel. Welche Ausrichtung und Aufgaben soll in Zukunft der „Sögeler Weg“ haben, der sich mit der Situation der Werkvertragsarbeiter am Schlachthof Weidemark beschäftigt? Mit dieser Frage hat sich der Gemeinderat auf Antrag der SPD-Fraktion auf seiner jüngsten Sitzung auseinandergesetzt.

Dabei war eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema gar nicht vorgesehen. Im Vorfeld hatten sich die Fraktionen im Rat auf Vorschlag der Verwaltung darauf verständigt, dass die Zuständigkeit beim Sögeler Samtgemeinderat und nicht beim Gemeinderat liegt.

Situation zwischenzeitlich deutlich verbessert

Dennoch stellte Frank Klaß für die SPD-Fraktion die Intention des Antrags vor. „Wir erinnern uns ungern an die Zustände vor Jahren, als Schlagworte wie Eimermenschen Sögel unerwünschte Aufmerksamkeit bescherten“, begann Klaß seine Ausführungen. Kriminelle hätten damals Möglichkeiten des Werkvertragswesens genutzt, um große Gewinne auf Kosten der Arbeiter zu generieren. Schnell sei in Sögel daraufhin reagiert worden. „Es wurden große Anstrengungen unternommen, die unter dem Namen Sögeler Weg bundesweit Aufsehen erregten“, so Klaß. Der „Sögeler Weg“ habe unter Mitarbeit vieler Bürger, der Verwaltung sowie weiterer Akteure eine gute Entwicklung angestoßen und die Situation zwischenzeitlich deutlich verbessert.

"Unserer Meinung nach ist es jetzt an der Zeit zur Bildung eines neuen Gremiums, den runden Tisch ersetzend oder ergänzend“Frank Klaß, SPD-Fraktion im Sögeler Gemeinderat

Wie Klaß weiter mitteilte, hätten sich jedoch in der Zwischenzeit Kriminelle der Situation angepasst. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen sehe die SPD die Notwendigkeit, jetzt nachzusteuern. Klaß: „Unserer Meinung nach ist es jetzt an der Zeit zur Bildung eines neuen Gremiums, den runden Tisch ersetzend oder ergänzend.“ Unter anderem sehen die Sozialdemokraten die Notwendigkeit, Vertreter der politischen Parteien in das Gremium oder die Gremien zu entsenden. „Unserer Überzeugung nach muss es möglichst bald zur Abschaffung des Werkvertragswesens in der Branche kommen“, betonte Klaß. 

Kleinere Gesprächsrunden deutlich effektiver

Erster Samtgemeinderat Hans Nowak wies darauf hin, dass die vergangenen Jahre gezeigt hätten, dass sich ein Austausch über Detailprobleme in kleineren Runden als deutlich effektiver erwiesen habe. Er verwies zudem auf die Erfolge des regelmäßigen Austausches mit der Einführung eines Verhaltenskodex sowie von Zertifizierungsrichtlinien.

Andere Bürgermeister informieren sich 

Bürgermeisterin Irmgard Welling (CDU) fügte an, dass der „Sögeler Weg“ weit über die Gemeindegrenzen hinaus Anerkennung finde. „Wir sind auf einem guten Weg und bekommen regelmäßig Besuch von anderen Bürgermeistern, die sich über unser Vorgehen informieren wollen.

Nicht nur auf den Schlachthof reduzieren

Gemeindedirektor Günter Wigbers regte indes an, die Debatte nicht ausschließlich auf den Schlachthof zu reduzieren, da es auch in anderen Branchen entsprechende Arbeitsmodelle gebe. Eine weitere Behandlung des Antrags der SPD-Fraktion soll auf SG-Ebene erfolgen.




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