Auszeichnung erhalten Plattdeutsch-Schulen in Rhede in Spahnharrenstätte

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Hannover. Die Ludgerus-Grund- und Oberschule Rhede, die Grundschule St. Johannes Spahnharrenstätte und die Haupt- und Realschule Collhusen sind am Donnerstag zu Plattdeutsch-Schulen ernannt worden.

Insgesamt neun neue „Plattdeutsche Schulen“ erhielten im Rahmen einer Feierstunde im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover aus den Händen des Kultusministers Grant Hendrik Tonne (SPD) Plaketten für ihre Schulgebäude und eine Urkunde. Mit der Auszeichnung wird ihr Engagement für „das Platt“ hervorgehoben, heißt es in einer Mitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums.

„Die Regionalsprachen und Dialekte erleben eine Renaissance in Niedersachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus. Darüber freue ich mich sehr, denn die Regionalsprachen und Dialekte sind gleichermaßen Ausdruck von Vielfalt wie auch von Traditionsbewusstsein“, wird Tonne in der Mitteilung zitiert.

Mehrsprachigkeit positiv für das Lernen

Mehrsprachigkeit wirke sich positiv auf das Lernen aus. Sie beziehe sich nicht nur auf die Fremdsprachen, sondern auch auf die kleinen Sprachen wie Niederdeutsch und Saterfriesisch, so der Minister. Gleichzeitig würden die Schulen dazu beitragen, diese Sprachen zu erhalten und als „Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren“, sagte Tonne. Insgesamt dürfen damit nun 33 Schulen in Niedersachsen den Titel „Plattdeutsche Schule“ tragen.

„Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung, weil sie unsere Bemühungen honoriert, die wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren unternommen haben“, sagte der Leiter der Ludgerusschule Rhede, Otto Büning, auf Anfrage unserer Redaktion. Ihn habe, genauso wie seine Kollegin Annemarie Rohde von der Grundschule Spahnharrenstätte, gut gefallen, dass der Minister persönlich die Auszeichnung vorgenommen habe.

Viele Projekte an Schulen in Spahnharrenstätte und Rhede

In Rhede gab es Büning zufolge in jüngerer Vergangenheit verschiedene Projekte, die sich mit dem Thema Plattdeutsch auseinandergesetzt haben. Unter anderem wurde vor der Schule eine Litfaßsäule aufgestellt, auf der plattdeutsche Worte zu lesen sind, es wurden Kurzfilme gedreht und Sketche aufgeführt, außerdem nahmen Schüler an Vorlesewettbewerbe teil. In der Grundschule Spahnharrenstätte gibt es unter anderem das Projekt „Freedach is Plattdach“, zudem gab es zum 25-jährigen Jubiläum von Annemarie Rode als Schulleiterin im Juni einen von Schülern auf plattdeutsch vorgetragenen Rückblick auf die bisherige Amtszeit von Rode.

Der Minister lobte in seiner Rede, dass die ausgezeichneten Schulen sich „nachhaltig und in besonderer Weise“ um die Sprache verdient gemacht haben, und zwar im und außerhalb des Unterrichts.

Selbst die Gebäudeschilder, die der Minister an die Vertreter der Schulen überreichte, enthalten die regionaltypische Schreibweise und Aussprache der jeweiligen Schule. Im Fall Rhede die „Plattdütske Schaule Rheen“, bei Spahnharrenstätte und Collhusen jeweils die „Plattdüütske School“.

Niedersächsische Schulen können sich seit 2013 um den Titel bewerben. Neben den neu ausgezeichneten Schulen haben sich fünf Schulen um eine Rezertifizierung beworben. Diese bereits 2013 erstmals ausgezeichneten Schulen haben ihr Niederdeutschprofil fortgeführt oder sogar ausgebaut.

Sprachbegegnung mit dem Niederdeutschen für alle Schulen verbindlich

Die Pflege der beiden Regional- bzw. Minderheitensprachen wird in Niedersachsens Schulen besonders gefördert: Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die Sprachbegegnung mit dem Niederdeutschen für alle Schulen und Schulformen im Primar- und Sekundarbereich I verbindlich, 2011 ist zudem der Erlass „Die Region und ihre Sprache im Unterricht“ in Kraft getreten.

Das Niedersächsische Kultusministerium stellt eigenen Angaben zufolge der Landesschulbehörde zur Förderung der Sprachbegegnung und des Spracherwerbs ein Stundenkontingent von insgesamt 265 Stunden pro Schuljahr zur Verfügung.


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