25. Band vorgestellt Emsländische Regionalgeschichte auf 517 Seiten

Von Ingrid Cloppenburg

Meine Nachrichten

Um das Thema Sögel Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bei der Buchvorstellung des 25. Bandes der Emsländischen Geschichte gaben die Autoren Auskunft über ihre Beiträge. Foto: Ingrid CloppenburgBei der Buchvorstellung des 25. Bandes der Emsländischen Geschichte gaben die Autoren Auskunft über ihre Beiträge. Foto: Ingrid Cloppenburg

Sögel. Die Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte hat den 25. Band der Buchreihe vorgestellt. Die Themenschwerpunkte behandeln auf 517 Seiten mit 335 Abbildungen von 17 Autoren unter anderem die NS-Zeit in der Region und ihre Nachwirkungen, Biografien zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim sowie die regionale Parteiengeschichte.

Der Band beinhaltet zunächst einen Nachruf an den ehemaligen Vorsitzenden Willi Rülander, der im Februar verstarb. „Willi Rülander war 20 Jahre Vorsitzender der Studiengesellschaft und hat sich bis zuletzt um die Belange des Vereins gekümmert“, erinnerte Christof Haverkamp. Sein Wirken sei durch seine „ausgleichende, entspannte und gelassene Art“ gekennzeichnet gewesen. Außerdem habe er für eine gute Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gesorgt. In seinem Nachlass sei ein fast fertiges Buch über die regionalgeschichtliche Dissertation über die Zeit des Kulturkampfes im Emsland gefunden worden, welches im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll.

Der umfangreichste Beitrag ist der erste Teil einer Untersuchung von Helmut Lensing über die „Zentrumspartei in der Provinz Hannover während der Weimarer Republik“, wobei besonders die Regionen Emsland/Grafschaft Bentheim, Osnabrück und das Osnabrücker Land, der Großraum Hannover, Hildesheim und Umgebung, das Eichsfeld und Twistringen in den Blick genommen werden.

Spurensuche jüdischen Lebens in Sögel

Weiterhin enthält der neue Buchband einen Beitrag der Autoren Heiner Wellenbrock und Marina Heller. Unter dem Titel „Sie waren unsere Nachbarn – Spurensuche jüdischen Lebens in Sögel“ begeben sich die Verfasser auf eine Zeitreise, die mit der Deportation der Juden im Zweiten Weltkrieg beginnt. „Viele Zeugenberichte verdanken wir Louis Grünberg, der 1941 mit 65 weiteren Gemeindemitgliedern über Bielefeld nach Riga deportiert wurde und 1945 in seinen Heimatort Sögel zurückkehrte“, so Wellenbrock, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Sögel.

Grünberg berichtete bis zu seinem Tod im Jahr 2004 öffentlich über sein Schicksal, welches auch im Beitrag niedergeschrieben steht. Weiterhin werden neben Zeitzeugenberichten die Entstehung der Synagogengemeinde Sögel und des jüdischen Friedhofs, der Bau und die Zerstörung der Synagoge in Sögel sowie heutige Gedenkstätten thematisiert.

Todesmärsche nach Ostfriesland

Paul Meyer trug seinen Beitrag „Kein Gefangener darf in die Hände des Feindes fallen – Das Kriegsende in den Strafgefangenenlagern des nördlichen Emslandes“ vor, in dem es um die bislang unbekannten Todesmärsche bis nach Ostfriesland hinein geht.

Anton Wiechmann erklärte, wie geistig behinderte Frauen aus Südtirol in der Obhut der Thuiner Franziskanerinnen in Thuine und auf dem Gut Hange überlebten, was in seinem Artikel „Die Große Option“ wiederzufinden ist.

Die Entwicklung Haselünnes im Fokus

Der zweite Vorsitzende der Studiengesellschaft, Paul Thoben, präsentierte eine umfangreiche Biografie des ehemaligen Landtagsabgeordneten Hermann Lüken-Klaßen (1924-1994). Gemeinsam mit Helmut Lensing stellt er die politische Karriere des Mannes nach, der bereits im Alter von 29 Jahren als Parteimitglied des Zentrums in den Landtag einzog.

Einen weiteren Schwerpunkt des Buchbandes bildet die Examensarbeit von Anna Nieters über die Siedlungs-, Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung Haselünnes in der jüngsten Vergangenheit. Ferner sind Biografien von dem Lingener Unternehmer Wilhelm Friedrich Jüngst (Manfred Fickers) und dem emsländischen Drosten und Gründer Papenburgs, Dietrich von Velen (Johannes Rüschen/Paul Thoben) enthalten.

Plattdeutsche Gedichte

In der Rubrik „Natur und Umwelt“ findet sich ein Beitrag von Helmut Lensing über das Rebhuhn im Raum Emsland/Grafschaft Bentheim und seine Bestandsentwicklung. Thomas Niemeyer gibt einen Einblick in das offene Museum „kunstwegen“ entlang der Vechte in der Grafschaft Bentheim und der niederländischen Provinz Overijssel. Des Weiteren sind die Forschungen von Dr. Ludwig Remling über den Bau des Lingener „Palais Danckelmann“ niedergeschrieben. Sechs plattdeutsche Gedichte von Karl Sauvagerd und Carl van der Linde runden den komplett farbig gedruckten neuen Band ab.

Der neue Band 25 der Emsländischen Geschichte ist zum Preis von 25 Euro im Buchhandel zu erwerben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN