In Niedersachsen unterfinanziert KEB in Sögel fordert mehr Geld für Erwachsenenbildung

Von Lambert Brand

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Zu einem Gespräch über Erwachsenenbildung in Niedersachsen trafen sich in Sögel (von links) Günther Wigbers, Marie Kajewski, Bernd Busemann, Stefan Varel und Franz Klawitter. Foto: BrandZu einem Gespräch über Erwachsenenbildung in Niedersachsen trafen sich in Sögel (von links) Günther Wigbers, Marie Kajewski, Bernd Busemann, Stefan Varel und Franz Klawitter. Foto: Brand

Sögel. Die nach Aussage der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) insgesamt unterfinanzierte Erwachsenenbildung in Niedersachsen war Thema eines Informationsgespräches, das Vertreter der niedersächsischen KEB und der KEB Aschendorf-Hümmling mit dem Landtagsvizepräsidenten Bernd Busemann (CDU) und SG-Bürgermeister Günther Wigbers führten.

Der Vorsitzende der KEB Aschendorf-Hümmling, Franz Klawitter, und Geschäftsführer Stefan Varel begrüßten neben Busemann und Wigbers auch Annemarie Kajewski aus Hannover. Sie ist Vorstand der niedersächsischen KEB. Klawitter und Varel gaben einen Überblick über das Leistungsspektrum der hiesigen KEB. In 349 Veranstaltungen seien 8.881 Unterrichtsstunden an 37 Veranstaltungsorten durchgeführt worden, so Varel. Bildungspartner seien die ehrenamtlichen örtlichen Leiter, Kirchengemeinden, Verbände, Interessengruppen, Familienzentren, Kommunen und der Landkreis.

Schwerpunkte der Arbeit vor Ort sind Varel zufolge unter anderem die Mitarbeiterqualifizierung in der Kindertagespflege, Sprachkurse und Angebote für Engagierte in der Flüchtlingsbetreuung sowie die Förderung des Ehrenamtes in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie der Hospizarbeit und der Seniorenbegleitung. „Wir sind ein Verein, der durch das Ehrenamt bestimmt wird“, sagte Varel. Man sei froh, dass die Geschäftsstelle in Sögel nach der Strukturveränderung eine der zehn verbleibenden Geschäftsstellen im Land sei.

KEB Niedersachsen verzeichnet 7.400 Veranstaltungen

Annemarie Kajewski nannte die Zahlen der KEB Niedersachsen und stellte heraus, dass in 2017 7.400 Veranstaltungen mit 205.000 Unterrichtsstunden und 107.000 Teilnehmern geleistet worden seien. Schwerpunkte seien die Themenbereiche „Werte und Normen“, „Eltern und Familienbildung“ sowie „Integration und Eingliederung in Erwerbsleben“. Im „Niedersächsischen Bund für freie Erwachsenenbildung“, dem neben verschieden ausgerichteten Einrichtungen auch die KEB angehört, komme man auf 1,45 Millionen Unterrichtsstunden.

Das große Problem aller Einrichtungen sei die dauerhafte Unterfinanzierung. Man könne angesichts von Kostensteigerungen und Tarifsteigerungen die Nachfrage nach Bildungsangeboten kaum zufriedenstellen. Die Förderung durch das Land Niedersachsen sei, so Kajewski und Varel, dennoch fast gleichgeblieben und habe letztlich die Reduzierung der Personalstellen zur Folge gehabt.

Ein Prozent des Bildungshaushaltes für die Erwachsenenbildung

Das Ziel müsse es laut Kajewskis und Varel sein, ein Prozent des Bildungshaushaltes des Landes für die Erwachsenenbildung insgesamt zu veranschlagen. Der aktuelle Wert betrage nur 0,57 Prozent. Man habe bereits Gespräche mit dem Finanzminister Reinhold Hilbers geführt. Aus dem Wissenschaftsministerium sei eine Erhöhung des Etatansatzes von acht Prozent in Aussicht gestellt worden. Das sei jedoch in den bisherigen Haushaltsplanungen „nicht wiederzufinden“, was sehr enttäuschend und unverständlich sei.

Die Vertreter der KEB baten daher ihren Gast Bernd Busemann, sich an den verantwortlichen Stellen dafür einzusetzen, dass aus dem „vorhandenen Topf noch verfügbarer Haushaltsmittel“ ein bedeutsamer Betrag für die Unterstützung der Niedersächsischen Erwachsenenbildung zur Verfügung gestellt werde.

Busemann will sich für höheren Landeszuschuss einsetzen

Busemann erläuterte zunächst die Komplexität der Haushaltsberatungen und sagte zu, sich für eine stärkere Unterstützung der Landeseinrichtungen der Erwachsenenbildung einzusetzen. Aus seiner Sicht seien sie für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Die ehrenamtliche Arbeit sei sehr wichtig. Dass die Zusammenarbeit der KEB mit den Kommunen und insbesondere mit der Samtgemeinde und Gemeinde Sögel sehr fruchtbar ist, betonten Samtgemeindebürgermeister Günther Wigbers und Stefan Varel. Neben der finanziellen Unterstützung sei die Bereitstellung der Räume im sogenannten „Weißen Haus“ der Bildungsarbeit förderlich.


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