Projekt des Kolping-Büros beendet Flüchtlingsfrauen werden in Sögel heimisch

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Sögel. Prall gefüllt ist das Kolping-Büro in Sögel an diesem Nachmittag. Frauen unterschiedlicher Nationalität und jeden Alters drängen in den Flur und füllen den Raum mit Leben. „Das ist hier immer so, aber heute ist ein besonderer Tag“, erklärt Helene Kurka vom Jugendmigrationsdienst des Kolpings. Der Abschluss des einjährigen Projekts „Powerfrauen“ steht an.

Im Laufe des Jahres hat sich eine Gruppe mit rund 40 Frauen aus der Samtgemeinde Sögel gebildet, die sich auch nach Beendigung des Projektes regelmäßig trifft. Die Maßnahme, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde, hatte zum Ziel, die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund in ländlichen Räumen zu unterstützen. In Sögel kümmert sich darum das Kolping-Büro in Kooperation mit den Partnern vom Marstall Clemenswerth, dem Caritasverband, dem Willkommensbüro der Gemeinde sowie dem A+W-Bildungszentrum.

Gruppe aufbauen und festigen

Einmal in der Woche tauschen sich auch nach Projektende die Frauen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, Marokko, Ägypten, Tschetschenien, dem Libanon und der Türkei aus. „Im Laufe des Jahres ging es darum, die Gruppe aufzubauen und zu festigen“, teilt Kurka mit. Gegenseitige Unterstützungen bei alltäglichen Belangen wie Arztbesuchen, Behördengänge, Übersetzungshilfen oder Schulanmeldungen sind ebenfalls Bestandteil des Frauentreffs wie Ausflüge in das Museumsdorf Cloppenburg, dem Freizeitpark Thüle oder zur Hüvener Mühle. Auch das „Fest der Kulturen“ und die „Hümmling-Olympiade“ im Heimathaus gingen aus dem Projekt hervor.

Sorgen vergessen und sich entfalten

„Wichtig war uns dabei immer, dass sich die Frauen entfalten können, sich heimisch fühlen, Räume für sich haben und die Möglichkeit bekommen, die Sorgen auch mal zu vergessen und schöne Stunden zu haben“, betont Kurka. Dass sich die Frauen wohlfühlen, wird an diesem Nachmittag an der herzlichen Gastfreundschaft deutlich. Den zum Projektabschluss geladenen Gästen aus Politik und Kolping werden im Vorfeld zubereitete Spezialitäten aus den jeweiligen Nationen gereicht.

Sögel erlebt großen Zuzug

Sögels Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) bedankte sich beim Kolping-Büro. „Wir in Sögel haben in den vergangenen Jahren einen großen Zuzug gehabt. Wir wollen Menschen, die eine neue Heimat suchen, diese auch bieten.“ Das gelinge allerdings nur, wenn man miteinander spricht und Begegnungen schafft. „Wir freuen uns, dass Sie hier sind und möchten, dass Sie sich wohlfühlen“, richtete sich Wigbers direkt an die Flüchtlingsfrauen. Da es nach seinen Worten schwierig ist, große Netzwerke zu bilden, hob er die Bedeutung kleinere flexibler Initiativen hervor.

„Es ist keine Blase, die verpufft“

Lobende Worte für die Frauen fand auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann. „Sie sind wirkliche Powerfrauen, weil Sie die Familien zusammenhalten und dafür sorgen, dass alle hier ankommen.“ Wichtig bei dem Projekt sei es gewesen, Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen. „Da es Flüchtlinge oft in die Stadt zieht, geht es aber auch darum, sie auf dem Land zu binden und das Potenzial zu halten“, so Connemann. Die Christdemokratin freute sich über den Mehrwert des Projektes. „Die auch weiterhin stattfindenden Treffen zeigen die Nachhaltigkeit. Es ist keine Blase, die verpufft.“

Hans-Hermann Hunfeld, Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerks im Diözesanverband Osnabrück, lobte zudem die Anstrengungen vor Ort. „Hier in Sögel wird viel in Sachen Migrationsarbeit gemacht.“ Allein im Kolping-Büro am Pohlkamp werden nach seinen Worten viele Menschen erreicht.


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