Ausschuss stimmt für Arbeit an Zertifizierung Emsland will „Nationaler Geopark“ werden

Von Katharina Preuth

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Sögel. Der Zuweisung als „Geopark Emsland“ hat der Kultur- und Tourismusausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung in Sögel zugestimmt. Damit können die geologischen Besonderheiten der Region für das Tourismusmarketing genutzt werden. Eine Zertifizierung als „Nationaler Geopark“ ist geplant.

Harz, Schwäbische Alb, Vulkaneifel und vielleicht bald auch das Emsland: Die als Nationaler Geopark zertifizierten Gegenden in Deutschland zeichnen sich laut Uwe Carli, Geschäftsführer der Emsland Touristik, vor allem durch zwei Aspekte aus. Zum einen haben sie ein geologisches Alleinstellungsmerkmal, dass durch andere Geoparks in Deutschland noch nicht besetzt ist. Das Emsland könne mit großflächiger Moorbildung punkten und mit einer Veränderung des Bodens durch den Menschen und einer Entwicklung des Raumes, erklärt Carli den Ausschussmitgliedern.

Geologische Schönheit

Eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung ist die Erfassung und Ausweisung von Geotopen. Dabei handelt es sich nach Angaben von Carli um geologische Sehenswürdigkeiten, die „von regionaler und nationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit sind.“ Mit sechs offiziell ausgewiesenen Geotopen ist das Emsland ein Schlusslicht in Niedersachsen. Bisher zählen die Dünengebiete in Aschendorf und Lünne, der See in Haselünne, der Findling in Lingen, das Hochmoor in Westerloh und die Aue in Bokeloh dazu.

Mit dem Beschluss des Ausschusses kann die Emsland Touristik mit der Arbeit in Richtung Zertifizierung beginnen, die die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung vornimmt. Carli betont jedoch, dass es sich dabei um das Ziel handelt, Nationaler Geopark zu werden, die einfache Bezeichnung Geopark können sie mit dem Beschluss touristisch nutzen.

Landwirte einbeziehen

Die Idee, die Bodenverhältnisse zu erklären und Besonderheiten dabei hervorzuheben, sei jedoch nicht einzig für Touristen gedacht, sondern ebenso sehr für Emsländer, die sich unterwegs auf Radtouren über die Landschaft informieren wollen. „Wir können damit erklären, warum das Emsland sich so entwickelt hat und nicht anders“, so der Touristik-Geschäftsführer. Die Kosten für die Vorbereitung zur Zertifizierung würden sich nach bisherigen Einschätzungen auf rund 70.000 Euro belaufen, die der Landkreis, vorbehaltlich der Haushaltberatungen Anfang 2019, übernimmt.

CDU-Ausschussmitglied Jonas Rossmann hofft, den Erfolg des Emslandes durch den Geopark erlebbar zu machen. Außerdem begrüße er es, die Kommunikation in die Emsland-Touristik mit einzubinden. „Ich sehe es positiv, dass wir das ganze Emsland mitnehmen“, sagt Ulrich Wilde von der SPD-Fraktion. Marion Terhalle (FDP) unterstreicht, dass der Geopark keine Einschränkungen für die Landwirte bedeutet. Gleichzeitig schlägt sie vor, die Landwirte in den Entwicklungsprozess mit einzuschließen, da sie es seien die die Kulturlandschaft des Emslandes maßgeblich prägen.


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