Flugshows auf Schloss Clemenswerth Falknertag in Sögel lockt viele Besucher an

Von Marina Heller

Meine Nachrichten

Um das Thema Sögel Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


helm Sögel. Auf dem Gelände des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in Sögel hat am Sonntag der Jagdmonat September mit dem Falknertag begonnen. Zahlreiche Besucher erschienen, um die prächtigen Greifvögel wie den Weißrückengeier, den Wüstenbussard oder die Schleiereule zu bestaunen.

Museumsdirektor Oliver Fok zeigte sich erfreut: „Wir begrüßen heute mehr Besucher als im Vorjahr.“ Der seit vielen Jahren stattfindende Falknertag passt Fok zufolge „wunderbar zum Jagdschloss Clemenswerth“. Einen besonderen Dank sprach er dem Verein Deutscher Falkenorden, dem Touristikverein Sögel und der Gemeinde Sögel aus, die als Kooperationspartner der Veranstaltung dazu beitragen würden, dass der Eintritt kostenlos ist. Außerdem dankte er den Jagdhornbläsern Clemenswerth für die musikalische Eröffnung der Veranstaltung.

Der Berufsfalkner Ivo van Lanen aus den Niederlanden präsentierte eine Flug-Show mit einem Mäusebussard. Die Greifvögel würden nicht einfach aus Spaß herumfliegen, sondern um ihre Beute zu fangen. Dies demonstrierte van Lanen, indem er seinen Bussard durch das Stativ eines Kamerateams auf die Beute zufliegen ließ. „Nun hat unser Kameramann hautnah erlebt, wie ein Greifvogel auf seine Beute zufliegt“, scherzte der Falkner.

Flug durch die Beine

Auch einen Zuschauer aus dem Publikum ließ er dieses besondere Erlebnis am eigenen Leibe erfahren. Van Lanen stellte sich hinter ihm mit der Beute auf, sodass der Mäusebussard durch die Beine des Zuschauers hindurch seinen Fang machen konnte. Zuvor fragte der Berufsfalkner noch scherzend, ob die Versuchsperson gut versichert sei. Doch außer einem Windzug habe diese nichts gespürt.

Rund um das Schloss herum konnten sich die Gäste bei Falknern über die verschiedenen Arten von Greifvögeln, deren Aufzucht und Haltung informieren. Falkner Dirk Tepe aus Alfhausen war mit einem amerikanischen Rotschwanzbussard angereist. Der sechs Monate alte Jungvogel zog die Blicke der Besucher auf sich. Geduldig saß der Bussard auf der Hand des Falkners, während dieser Fragen beantwortete.

Nach vier Wochen ausgewachsen

Häufig kam die Frage auf, ob der Greifvogel schon ausgewachsen sei. „Ein Rotschwanzbussard ist bereits nach vier Wochen ausgewachsen, allerdings wird das Gefieder unterseits erst nach einem Jahr rot“, erklärte Tepe.

Eine persönliche Beziehung habe er noch nicht vollständig zu dem Tier aufbauen können, da es noch sehr jung sei und aus einer Altvogel-Aufzucht stamme. „Wir arbeiten tagtäglich an unserer Beziehung und es wird immer besser“, sagte Tepe. Seit acht Jahren gehe er diesem Hobby bereits nach.

Da er berufstätig ist, hat er zurzeit nur einen Greifvogel zu Hause. „Ich möchte den Bedürfnissen des Tieres vollkommen gerecht werden, daher habe ich meinen anderen Bussard zurzeit einem Falkner-Kollegen überlassen“, so Tepe. Nach der Arbeit geht es mit dem Rotschwanzbussard zuerst für eine halbe Stunde in den Wald zum Trainieren. Dort übt Tepe mit ihm das Fliegen und das Fangen der Beute.

Viele überleben den Winter nicht

Im Winter beginnt die Jagdsaison der Greifvögel. Bevor die Jungvögel selbst das Jagen erlernen müssen, werden sie von den Altvögeln versorgt. „Leider führt dies dazu, dass 70 bis 80 Prozent der Greifvögel den Winter nicht überleben, da sie das Jagen nicht richtig gelernt haben“, führte Tepe weiter aus. Ansonsten könne ein Rotschwanzbussard bis zu 27 Jahre alt werden.

Weitere Auskünfte über heimische Tierarten gab es am Infomobil der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling und weiteren Ständen. Die Kinder konnten sich spielerisch durch das Basteln von Greifvogelmasken mit den Tieren auseinandersetzen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN